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Schweinsteiger zerlegt DFB-Auswahl live im TV

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Von: Patrick Mayer

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Kritischer ARD-Experte: Bastian Schweinsteiger nach dem deutschen Aus bei der WM im Gespräch mit Moderatorin Esther Sedlaczek.
Kritischer ARD-Experte: Bastian Schweinsteiger nach dem deutschen Aus bei der WM im Gespräch mit Moderatorin Esther Sedlaczek. © Screenshot ARD

Deutschland ist raus bei der WM 2022. ARD-Experte Bastian Schweinsteiger analysiert das DFB-Team hinterher schonungslos. Einzelnen Spielern spricht der Weltmeister die Qualität ab.

München/al-Chaur - Vernichtende Kritik vom Weltmeister: Bastian Schweinsteiger hat nach dem frühen Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2022 das DFB-Team förmlich zerlegt und der Auswahl von Bundestrainer Hansi Flick überdeutlich die Qualität abgesprochen.

Deutschland scheidet bei WM 2022 aus: Vernichtende Kritik von Bastian Schweinsteiger

„Ich bin echt enttäuscht und schockiert, wie das heute verlief. Auch das Spiel an sich. Klar hatten wir total viele Torchancen. Aber: Wie das gelaufen ist, wie der Spielverlauf war: Sehr unruhig, alles. Dass man abhängig ist von anderen Mannschaften“, sagte der 38-jährige Oberbayer am späten Donnerstagabend in der ARD: „Das Auftreten der Nationalmannschaft, das ist zu wenig und das reicht nicht und deswegen sind wir ausgeschieden.“

Deutschland hatte zuvor zwar 4:2 (1:0) gegen Costa Rica gewonnen, weil im Parallelspiel aber Japan das favorisierte Spanien 2:1 (0:1) bezwang, reichte der eigene Sieg letztlich nicht. Das DFB-Team wurde nur Gruppendritter - wie schon 2018 ist nach der Vorrunde Schluss. Das WM-Achtelfinale wurde kläglich verpasst. Dabei hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) selbst seine Mannschaft vor der Weltmeisterschaft in Katar (20. November bis 18. Dezember) zum Mitfavoriten erklärt.

Im Video: WM-Desaster - DFB-Team in Katar trotz Sieg gegen Costa Rica ausgeschieden

Schweinsteiger analysierte in der ARD schonungslos: „Ab Minute 35, als wir die große Möglichkeit durch Fuller hergegeben haben und als Manuel Neuer super hält, hat sich das Spiel sofort geändert. Und die Costa Ricaner haben daran geglaubt, dass sie eine Möglichkeit haben, hier Deutschland zu schlagen“, erklärte der frühere Spieler des FC Bayern: „Das war ähnlich wie gegen Japan (1:2, d. Red.). Dass wir da nicht die Ruhe haben, das Spiel einfach mal zu kontrollieren. Und nicht dem Gegner diesen Glauben geben. Davon bin ich enttäuscht. Das hatten wir früher nicht. Da haben wir den Gegner nicht mehr ins Spiel kommen lassen.“

Bastian Schweinsteiger: ARD-Experte zerlegt DFB-Team nach WM-Aus

Das grundlegende Problem sei, „dass wir den Gegner oft einladen. Der nutzt das aus, macht die Tore und bringt uns in Schwierigkeiten“, meinte Schweinsteiger. Der deutsche Fußball müsse wieder da hinkommen, „dass wir Führungsspieler ausbilden, die, wenn es schwierig wird oder mal 0:0 steht, diese Spiele kontrollieren“.

Mit manchen Positionen ging der einstige DFB-Kapitän besonders hart ins Gericht. „Wenn wir über einzelne Positionen sprechen: Die Außenverteidiger, die Mittelstürmer - da haben wir eine große Lücke“, sagte er und meinte damit nicht Torschütze Niclas „Lücke“ Füllkrug.

Sind wir eine Turniermannschaft? Nein, das sind wir überhaupt nicht

ARD-Experte Bastian Schweinsteiger

Mehr noch: Moderatorin Esther Sedlaczek wollte vom langjährigen Münchner wissen, ob einzelne Spieler nicht die Qualität hätten, um bei einem solchen Turnier eine bessere Rolle zu spielen. „Ja, hundertprozentig! Wir haben in der Defensive nur einen Spieler, der auf einem hohen Niveau spielt: Das ist Toni Rüdiger (Real Madrid, d. Red.). Die Anderen, das ist normales Bundesliganiveau“, sagte Schweinsteiger und meinte damit wohl unter anderem die beiden Dortmunder Niklas Süle und Nico Schlotterbeck.

Bastian Schweinsteiger: ARD-Experte kritisiert deutsche Defensive nach WM-Aus harsch

„Wir müssen wieder dahin kommen, eine ordentliche Defensive hinzustellen“, sagte er: „Sind wir eine Turniermannschaft? Nein, das sind wir überhaupt nicht. Du brauchst eine gute Defensive, du brauchst Stabilität in der Mannschaft, und das fängt hinten an. Du musst es schaffen, Mannschaften aus dem Spiel zu nehmen. Du warst zweimal 1:0 vorne und hast es wieder hinbekommen, dass der Gegner das Spiel dreht. Diese Sachen dürfen nicht passieren.“ Mit Blick auf die Abwehr fragte er: „Wo ist dieses Feuer? Diese Gier? Dass es auch mal scheppert und man dagegenhält. Nein, wir stehen weg.“

Gerade gegen Mannschaften wie Japan und Costa Rica erwarte er, meinte Schweinsteiger weiter, „dass wir als deutsche Nationalmannschaft das Spiel im Griff haben. Natürlich darf es mal Phasen geben, dass der Gegner kommt. Aber es darf keinen Bruch geben.“ (pm)

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