+
Einer der Besten im Spiel gegen Weißrussland: Toni Kroos trifft zum 4:0.

Länderspiel

Deutschland qualifiziert sich für die EM - und will in Frankfurt Vollgas geben

  • schließen

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft will nach dem 4:0 gegen Weißrussland nun den unverhofften Platz eins in der EM-Qualifikationsgruppe vor dem Rivalen Niederlande verteidigen.

Es waren viele zufriedene Gesichter zu sehen in der kleinen Interviewzone ganz unten im Bauch des Mönchengladbacher Borussia-Parks. Joachim Löw, der Bundestrainer, sah zufrieden aus nach dem 4:0 gegen Weißrussland, das die deutsche Fußball-Nationalmannschaft unversehens auf Rang eins ihrer EM-Qualifikationsgruppe schob, weil es von einem 0:0 der niederländischen Nationalmannschaft in Nordirland begleitet wurde. Matthias Ginter, der als Stürmer verkleidete Abwehrspieler, sah zufrieden aus nach seinem ersten Tor im 29. Länderspiel. Toni Kroos, der zum Offensivmann mutierte defensive Mittelfeldspieler, sah zufrieden aus nach seinen beiden Treffern, einer schöner als der andere, auch Torwart Manuel Neuer sah zufrieden aus, nachdem er erstmals in seiner Karriere für Deutschland eines leibhaftigen Elfmeter außerhalb eines Elfmeterschießens gehalten hatte.

Deutschland gegen Nordirland: Vollgas für den Gruppensieg

Und für das abschließende Qualifikationsspiel am Dienstag (20.45 Uhr, RTL) in Frankfurt gegen die tapferen Nordiren versprach Leon Goretzka, Torschütze zum zwischenzeitlichen 2:0 und nicht nur deshalb ebenfalls zufrieden dreinblickend, "Vollgas". Das war keineswegs als reine Marketingmaßnahme eines dienstbeflissenen Fußballprofis gemeint, sondern vor allem dem geschuldet, dass Deutschland als Gruppenerster aus der insgesamt dennoch ruckeligen Qualifikation gehen kann. "Natürlich ist es schön, wenn du das Gefühl hast, noch Erster werden zu können in der Gruppe", sagte Kroos lächelnd, "das wäre gut fürs Selbstbewusstsein." Das muss sich die insgesamt ja nich recht unerfahrene Truppe genauso mühsam erarbeiten wie jede einzelne Chance. "Wir wissen", so Kroos, "dass wir definitiv noch nicht am Ende sind als Mannschaft. Es ist nach wie vor Luft nach oben, aber ich finde, dass ein paar Sachen schon deutlich besser klappen als noch vor einem Jahr oder noch davor."

Sieg der Nationalmannschaft: Ein Versprechen für Frankfurt

Kritik von Leon Goretzka

Zum Beispel die Sache mit dem Dreier-Mittelfeld aus dem Profi von Real Madrid, dazu Joshua Kimmich vom FC Bayern und Ilkay Gündogan von Manchester City. "Ich finde, dass wir uns gut ergänzen", sagte Kroos, "drei gute Fußballer, die auch miteinander spielen wollen, dann klappt sowas auch. Mit Ball wissen wir alle, was zu tun ist, aber auch gegen den Ball ist es wichtig, sich gut abzustimmen." Da sieht der erfahrenste deutsche Feldspieler noch Optimierungsbedarf. Leon Goretzka, der immer wieder in die Spitze gestoßene vierte Mittelfeldspieler, schaute deshalb sogar mal ganz kurz nicht so zufrieden aus wie eingangs erwähnt: "Mir persönlich hat es in der zweiten Halbzeit gar nicht gefallen, wie oft der Gegner vor unserem Tor aufgetaucht ist. Da haben wir als Kollektiv nicht gut verteidigt." Ja, bestätigte auch der Bundestrainer betont milde: "Wir haben die eine oder andere Chance zu viel zugelassen."

Vor allem aber hatte Joachim Löw manche fixe Offensivaktion gefallen, allen voran vom offensiven Abwehrspieler Ginter: "Gegen so einen Gegner brauchst du Abwehrspieler, die gut einfädeln. Das hat Mats Ginter gut gemacht. Du musst den Gegner so immer wieder überfordern." Der Belobigte analysierte seine Topleistung am Heimatstandort von Tabellenführer Borussia Mönchengladbach mit insgesamt drei Torbeteiligungen cool: Es sei gegen ein solch defensiven Gegner wichtig gewesen, "dass man als Innenverteidiger nicht hinten parkt". Passt ja auch nicht zum Vollgas.

Von Jan-Christian Müller

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion