Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Liechtensteiner Nationalmannschaft will wachsen.
+
Die Liechtensteiner Nationalmannschaft will wachsen.

DFB-Team

Deutschland-Gegner Liechtenstein in der WM-Qualifikation: Der Zwerg will wachsen

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
    schließen

Das reiche Fürstentum Liechtenstein hat es schwer, professionelle Fußballer auszubilden. Jetzt muss der Zwergstaat in der WM-Qualifikation gegen das DFB-Team ran.

Erst vor wenigen Tagen hat der Liechtensteiner Fußball-Verband (LFV) seine Strategie für die nächsten fünf Jahre vorgestellt. „Gemeinsam.2026“ heißt das Projekt, an dem die Vereine und die Uefa in einem langen Findungsprozess mitgewirkt haben. Die Stoßrichtung: den Verband als modernes, nach wirtschaftlichen und professionellen Grundsätzen geführtes Unternehmen auszurichten. Vor allem aber geht es darum, erklärt der für Marketing und Kommunikation zuständige LFV-Manager Anton Banzer, „mehr Spieler in den professionellen und semiprofessionellen Bereich zu bringen.“

Ferner möchte man den Frauenfußball fördern und irgendwann ein Fußballkompetenzzentrum bauen. Das alles ist für ein winziges wie reiches Land eine ziemliche Herkulesaufgabe. Denn das von der Schweiz und Österreich umgebene Eldorado der Finanzwirtschaft bietet seinen knapp 38 000 Bewohnern prächtige Verdienstmöglichkeiten – da ist die Kicker-Karriere für die meisten gar nicht mehr so verlockend.

WM-Qualifikation gegen DFB-Team: Nur drei Profis in Liechtensteins Kader

Wenn Liechtenstein jetzt in der WM-Qualifikation gegen Deutschland (Donnerstag, 02.09.2021, 20.45 Uhr/RTL) antritt, dann bietet der Gastgeber gerade noch drei Profis auf, „früher hatten wir davon eine ganze Mannschaft“, sagt Banzer. Allein Torwart Benjamin Büchel vom gerade aus der Schweizer Super League abgestiegenen Liechtensteiner Hauptstadtklub FC Vaduz, Mittelfeldspieler Nicolas Hasler vom Schweizer Zweitligisten FC Thun und Stürmer Yanik Frick verdienen ihr Auskommen mit dem Fußball. Letzterer ist gerade vom Regionalligisten Energie Cottbus in die vierte italienische Liga zu Pont Donnaz Hone Arnad gewechselt und genau wie sein jüngerer Bruder Noah Frick ein Sohn des langjährigen Nationalspielers und Rekordtorschützen Mario Frick, dem bekanntesten Fußballer aus dem Fürstentum.

Auf der Trainerbank saßen lange nur Ausländer, in den 90er Jahren die Deutschen Dietrich Weise und Ralf Loose, aber seit diesem Jahr hat erstmals ein Einheimischer das Sagen: Martin Stocklasa, mehrfacher Fußballer des Jahres von Liechtenstein, zwischen 2006 und 2008 bei Dynamo Dresden angestellt. Freiwillig verzichtet der 42-Jährigen auf einen seiner besten Spieler: Marcel Büchel von Calcio Ascoli in der italienischen Serie B gehört vorerst nicht mehr zum Aufgebot. „So gut wir Marcel auch brauchen könnten, ist es für uns aber auch wichtig, dass ein Team zusammenwachsen kann. Dazu hat er einfach zu oft gefehlt“, erklärte Stocklasa.

DFB-Team gegen Liechtenstein haushoher Favorit in WM-Qualifikation

Normalerweise würde ein Highlight wie gegen Deutschland im schönen Rheinpark von Vaduz stattfinden, doch wegen der Installation einer Rasenheizung muss die Partie nach St. Gallen verlegt werden. 15.000 Besucher wären trotz Corona erlaubt. Bislang sind 6500 Tickets abgesetzt, denn die Fifa hat den Absatz an Gäste-Fans aus Deutschland untersagt. Liechtensteins Verband rechnet dennoch mit vielen deutschen Fans, die beispielsweise einen Wohnsitz in der Schweiz besitzen.

Sollte der Fußball-Zwerg sich ähnlich tapfer verkaufen wie bei einem 0:4 in der WM-Qualifikation im März 2009 gegen die DFB-Auswahl, wäre viel gewonnen. Dass es für den noch nie für ein großes Turnier qualifizierten des Fifa-Weltranglisten-189. gegen den vierfachen Weltmeister Deutschland auch im fünften ungleichen Duell bei einem Torverhältnis 3:27 nur um Schadensbegrenzung geht, versteht sich von selbst. Auch diese WM-Qualifikation wird keine Erfolgsgeschichte mehr: 0:1 gegen Armenien, 0:5 in Nordmazedonien, 1:4 gegen Island. Die Möglichkeiten bei nur rund 2100 aktiven Fußballern bleiben eben limitiert. (Frank Hellmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare