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Der unsägliche Moukoko-Poker

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Von: Thomas Kilchenstein

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Vertrag in Dortmund läuft im Sommer aus: Youssoufa Moukoko, 18 Jahre alt.
Vertrag in Dortmund läuft im Sommer aus: Youssoufa Moukoko, 18 Jahre alt. © dpa

Bald läuft das Dortmunder Vertragsangebot für Youssoufa Moukoko aus. Der Stürmer, offenbar schlecht beraten, sollte es annehmen, und zwar schleunigst. Ein Kommentar.

Was wünscht man dem jungen Kerl, seit ein paar Wochen gerade volljährig, ein paar gute Freunde, vielleicht auch Berater, Menschen jedenfalls, die es gut meinen mit Youssoufa Moukoko, dem sehr talentierten Stürmer von Borussia Dortmund. Der Jungmann, mit zwölf vom FC St. Pauli zum BVB gekommen und seitdem Träger vieler Rekordtitel, in dem stets das Wörtchen „jüngster“ vorkommt, jüngster Bundesligaspieler (mit 16 Jahren und einem Tag), jüngster Bundesligatorschütze, jüngster Champions-League-Spieler, jüngster U21-Kicker, jüngster deutscher WM-Teilnehmer, selbst wenn er nur 60 Sekunden gespielt hat - dieser Youssoufa Moukoko muss jetzt eine Entscheidung treffen, vermutlich die bislang schwerste in seinem so jungen und doch so aufregenden Leben: Wo soll er ab nächsten Sommer seine Tore schießen? Sein Kontrakt läuft in ein paar Monaten aus.

Das Schachern der Berater

Beim BVB? Oder woanders? Wobei woanders eher Hochkarätigstes aus der Gerüchteküche zu sein scheint, Newcastle United, Barcelona, Bayern München, Chelsea, Real Madrid - das Who`s Who des europäischen Spitzenfußballs, was sonst?

Wäre Youssoufa Moukoko gut beraten, wie gesagt, von Menschen, die ihm wohl wollen (und nicht den ganz großen Reibach für sich wittern), so unterschriebe er noch in dieser Woche bei Borussia Dortmund - am Wochenende läuft das vom Klub gesetzte Ultimatum aus. Sein neuer Kontrakt liegt vor, bis zu sechs Millionen Euro Gehalt, zehn Millionen Handgeld, Vertrag bis 2027. Für einen 18-Jährigen am Beginn seiner Karriere nicht ganz übel.

Dass er zögert, liegt an seinen Beratern, die ihm den Kopf mit größeren Zahlen und größeren Klubs verdrehen. Womöglich könnte er in England tatsächlich mehr kassieren. Aber für welchen Preis? Ob einer wie er bei den Topklubs regelmäßig zum Einsatz käme, ist fraglich, selbst in der Bundesliga ist er erheblichen Schwankungen unterworfen, völlig normal für einen 18-Jährigen. Seine Entwicklung ist ja noch nicht abgeschlossen. Beim BVB kennt er seine Laufwege, Coach Edin Terzic schätzt und fördert ihn schon lange. An der Seite des genesenen Sebastien Haller kann Moukoko lernen und wachsen. Und ein reicher Mann wird er so oder so, bei etwa 15 Jahren Profitum, die er noch vor sich hat.

Dass der BVB auf eine baldige Entscheidung drängt, ist vernünftig. Auf der Nase herumtanzen lässt sich keiner gerne, auch nicht von einem talentierten Teenie. Im schlechtesten Fall muss Moukoko sein Glück woanders suchen.

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