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Der Rekord-Teenager

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Von: Andreas Morbach

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Huldigungen für einen Hochbegabten: Florian Wirtz in der Leverkusener Fankurve,
Huldigungen für einen Hochbegabten: Florian Wirtz in der Leverkusener Fankurve, © AFP

Jüngster Bundesligaprofi, der zehn Tore erzielte: Florian Wirtz von Bayer Leverkusen übernimmt von Lukas Podolski aus dem Jahr 2004.

Es gab tatsächlich Zeiten, in denen Florian Wirtz von Schüchternheit geplagt wurde – die allerdings liegen inzwischen weit zurück. Vor seinem ersten Training bei der Kölner U8 war der Junge aus Pulheim, vor den nordwestlichen Toren der Domstadt gelegen, so gehemmt, dass er zunächst gar nicht mitmachen wollte. Über solche Erinnerungen kann der offensive Mittelfeldspieler heute nur noch schmunzeln. Denn mit Wirtz‘ Charakter auf dem Fußballfeld sieht es laut Lukas Hradecky mittlerweile so aus: „Er ist ein geiler Zocker und auch ein bisschen frech, das tut ihm gut.“

Das ist beim 1:0-Sieg von Bayer Leverkusen gegen Mainz 05 niemandem verborgen geblieben. Da verewigte sich der 18 Jahre und 145 Tage junge Bursche mit seinem zehnten Tor in den Annalen der Fußball-Bundesliga. Er ist jetzt der Jüngste, der so viele Tore in so jungen Jahren schoss. Lukas Podolski war 2004 bei dessen zehntem Bundesligatreffer vergleichsweise uralt: 18 Jahre und 353 Tage.

Noch heute jaulen sie bei Podolskis Geißbockklub bei dem Gedanken, Wirtz nach zehn Jahren beim FC an den Lokalrivalen von der anderen Rheinseite verloren zu haben. Auf 45 Millionen Euro wird dessen Marktwert inzwischen taxiert, das ist sehr bescheiden gerechnet – und Wirtz‘ jüngste Auftritte ließen die Lobeshymnen auf ihn nochmals anschwellen.

Wegen Corona kannte der Teenager bis zum Saisonfinale im Mai mit einer Ausnahme nur Geisterspiele, umso mehr genoss er nun den Jubel der Fans: „Das ist ein Moment, von dem ich lange geträumt habe.“ Mit acht Scorerpunkten erreicht Wirtz den Topwert im Fußball-Oberhaus, er ist besser als Bayerns Weltfußballer Robert Lewandowski oder Dortmunds Torfabrik Erling Haaland.

„Ich nehme mir vor, mehr Tore zu erzielen und mehr Vorlagen zu geben. Es ist mein Antrieb, voranzugehen“, erklärte Wirtz nach seiner schon guten letzten Runde vor dem Saisonstart – und setzt seine Vorhaben nun konsequent um. „Er ist bereits jetzt ein absoluter Unterschiedsspieler“, staunte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat zuletzt.

„Er bleibt eiskalt“

Neben beeindruckenden Statistiken imponiert Wirtz mit Technik, Tempo, Robustheit, Spielintelligenz und Abgebrühtheit. „Wenn Florian einmal in einen Raum reinkommt und seine Schnelligkeit ausspielt, trifft er einfach immer gute Entscheidungen und bleibt eiskalt“, betont Leverkusens Cheftrainer Gerardo Seoane.

In Leverkusen besitzt Florian Wirtz, der am Samstag nicht mit den Medien sprechen durfte, noch einen Vertrag bis 2026 (ohne Ausstiegsklausel) – nach Lage der Dinge wird der einst schüchterne Junge aus Pulheim den Rheinländern vor Ablauf dieses Kontrakts die nächste Mega-Ablösesumme in die Kasse spülen.

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