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Der Hamburger SV fällt und steht wieder auf

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Von: Jan Christian Müller

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Nicht alles klappte: HSV-Verteidiger Miro Muheim ärgert sich.
Nicht alles klappte: HSV-Verteidiger Miro Muheim ärgert sich. © dpa

3:2-Sieg nach Pausenrückstand bei Hansa Rostock - und nun die Relegation gegen das eigene Idol Felix Magath.

Beim Schlusspfiff hüpfte HSV-Trainer Tim Walter völlig losgelöst vor Freude über den Platz. Denn die seherischen Fähigkeiten von Felix Magath erwiesen sich als Blicke in die Zukunft eines Wahrsagers: Das große Idol des Hamburger SV trifft als Trainer von Hertha BSC in der Bundesliga-Relegation an diesem Donnerstag und kommenden Montag auf seinen Herzensverein. Der HSV ließ sich auch von einem 0:1-Rückstand zur Pause bei Hansa Rostock nicht schocken und gewann im Ostseestadion 3:2 (0:1). Damit haben es die Hanseaten vermieden, im vierten Jahr der Zweitligazugehörigkeit zum vierten Mal auf Platz vier zu landen.

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Stattdessen also der dritte Rang, den vor ein paar Wochen nach einem ernüchternden 0:1 bei Holstein Kiel kein Mensch mehr für möglich erachtet hatte. Dabei erwies sich ausgerechnet der ehemalige Darmstädter Torwart Daniel Heuer Fernandes als Garant für den hart erkämpften Sieg, der in der Nachspielzeit durch den Rostocker Anschlusstreffer noch einmal in Gefahr geriet.

Heuer Fernandes rettete zuvor hinter seiner alles andere als sattelfesten Abwehr mehrfach gegen durchgebrochene Rostocker Angreifer. Den frühen Rückstand von Rechtsverteidiger Nico Neidhart konnte er nicht verhindern. Danach fiel den Gästen nicht viel ein, ihr Offensivspiel blieb lange Zeit statisch, weder Torjäger Robert Glatzel, noch Spielmacher Sonny Kittel oder Rechtsaußen Bakary Jatta kamen so zum Zuge, wie sie sich das vorgestellt hatten. Hansa stellte alle Räume geschickt zu und hätte zur Pause gut und gerne sogar 2:0 führen können.

Nach dem Wechsel bekam der HSV mehr Dynamik in die eigenen Aktionen, nachdem Tim Walter in der Kabinenansprache etwas deutlicher und lauter geworden war. Seine Ansage wurde erhört. Eine Präzisionsflanke von Innenverteidiger Mario Vuskovic, einer der Entdeckungen dieser Saison, verwandelte Glatzel per Kopfball-Aufsetzer (50.) mit seinem 22. Saisontreffer, Kapitän Sebastian Schonlau machte es Glatzel in der 75. Minute auf fast identische Art und Weise nach, diesmal nach perfekter Hereingabe von Ludowig Reis. Der just für Kittel eingewechselte Mikkel Kaufmann, Leihgabe vom FC Kopenhagen, schlenzte zehn Minten später den Ball perfekt ins Gebälk, ehe der Rostocker Lukas Fröde in der Nachspielzeit noch auf 2:3 verkürzte.

Feuer auf der Tribüne

Ein letzter wütender Angriff der Gastgeber konnte vom HSV geblockt werden - auf beiden Fantribünen brannten Feuer und Pyrotechnik, aber die Hamburger behielten den Überblick und waren am Ende aufgrund ihrer Hartnäckigkeit ein verdienter Sieger. Torschütze Schonlau war begeistert über sich und seine Mitspieler: „Es ist phänomenal, hier so zu gewinnen. Das Trainerteam trichtert uns tagtäglich ein, niemals aufzugeben. Das hat jetzt Früchte getragen.“

Felix Magath hatte seinen Assistenten Mark Fotheringham zur Gegnerbeobachtung nach Rostock geschickt. Der dürfte zumindest beeindruckt von Willen und Widerstandskraft der Hamburger gewesen sein. Robert Glatzel brachte es auf den Punkt: „Dieses Spiel war symptomatisch für die Saison: immer wieder hingefallen, nicht aufgegeben und immer wieder aufgestanden.“

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