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Der große Plan vom Fußball

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Von: Jan Christian Müller

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Ein Trainer, den immer auch ein Hauch Tragik umwehte, bis hin zu seinem Tod.
Ein Trainer, den immer auch ein Hauch Tragik umwehte, bis hin zu seinem Tod. © Verlag

Über den viel zu früh verstorbenen Trainer Wolfgang Frank, der Mainz 05 bis heute prägt und die Karriere von Jürgen Klopp entscheidend angeschoben hat.

Die Mainzer Journalistin Mara Pfeiffer hat Wolfgang Frank nie persönlich kennengelernt. Aber sie hat sich tief in die Biografie des im Alter von nur 62 Jahren an einem Gehirntumor viel zu früh verstorbenen Fußball-Revolutionärs hineingearbeitet. Sie hat - von Jürgen Klopp bis Joachim Löw, von Sandro Schwarz bis Christian Heidel - mit Dutzenden ehemaligen Weggefährten jenes Mannes gesprochen, dem zu Ehren der Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 im vergangenen Jahr sein Trainingszentrum widmete und dieses zum „Wolfgang Frank Campus“ erkor.

Denn Frank war der Begründer jenes modernen Fußballs, den die Nullfünfer unter Klopp und später unter Thomas Tuchel manifestierten und nun unter Bo Svensson wiederentdeckt haben. Aber anders als der Menschenfänger Klopp stand sich der oft verbissene und ein bisschen verschrobene Fachmann Wolfgang Frank auch immer wieder selbst im Weg mit seiner Akribie, Ungeduld, Intensität und Hingabe.

Die in der Mainzer Fußballszene bestens vernetzte Mara Pfeiffer zeichnet ein dichtes Bild eines zugewandten Trainers mit einem großen Plan vom Fußball, der von anderen stets nicht weniger erwartete als von sich selbst und deshalb immer wieder auch enttäuscht wurde. Einer, dem besonders der wahrscheinlich weltbeste Trainer Jürgen Klopp viel zu verdanken hat: „Er war ein Einzelgänger, er war ein Zausel. Aber er war ein herausragender Mensch.“

Mara Pfeiffer: Wolfgang Frank - der Fußball-Revolutionär. Verlag Die Werkstatt, 280 Seiten, 26 Euro. 

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