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Weiter in aller Munde: Joshua Kimmich. Foto: dpa
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Weiter in aller Munde: Joshua Kimmich.

Impf-Verweigerung

Fall Kimmich: Der Ethikrat schaltet sich ein

  • VonManuel Bonke
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Selbst die Bundesregierung nimmt zur Impf-Verweigerung von Joshua Kimmich Stellung. Bayern-Profi „ist schlecht beraten“.

München - Joshua Kimmich trainierte am Montag (25.10.2021) an der Säbener Straße, business as usual also, der Pokal-Kracher bei Borussia Mönchengladbach steht schließlich bevor. Doch der Name des Nationalspielers blieb in aller Munde. Sogar Bundesregierung und Ethikrat nahmen zur Impf-Debatte um den Bayern-Profi Stellung, beide bauen auf die Vorbildfunktion Kimmichs. Der Deutsche Ethikrat sieht den Fußballer derweil schlecht beraten. Und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bot dem 26-Jährigen ein persönliches Gespräch an, um ihm seine Bedenken zu nehmen.

Am Montag schaltete sich die Bundesregierung in Kimmichs Impf-Debakel ein. Der Profi habe als Spieler der deutschen Nationalmannschaft eine Vorbildfunktion, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Er hoffe daher darauf, dass Kimmich alle verfügbaren Informationen über die in der EU zugelassenen Impfstoffe „noch einmal auf sich wirken lässt“ und sich doch noch gegen Covid-19 immunisieren lasse.

Kimmich erklärt sich: Experten wiedersprechen dem Fußball-Star

Joshua Kimmich hatte am Samstag erklärt, er habe sich bislang aus Sorge vor möglichen Langzeitfolgen noch nicht impfen lassen. Daraufhin gab es von zahlreichen Experten Widerspruch. „Wir wissen, dass es nur zu einigen Nebenwirkungen gekommen ist, die alle recht kurze Zeit nach der Impfung aufgetreten sind“, sagte etwa Stiko-Chef Thomas Mertens, und wies damit die Bedenken Kimmichs zurück. „Man muss bedenken, dass mittlerweile sieben Milliarden Dosen an Menschen mit Covid-19-Impfstoff verimpft worden sind.“

Kimmich muss damit leben, nun von Impfgegnern oder Politikern und Agitatoren als Symbolfigur instrumentalisiert zu werden, auch wenn er deren Gedankengut wohl nicht in sich trägt. Unterstützung für seine Impfskepsis erhielt er bereits von AfD-Fraktionschefin Alice Weidel. Er selbst bemerkte zu dieser Problematik: „Das finde ich in der Debatte ein bisschen schade. Nicht geimpft bedeutet oftmals gleich, dass man Corona-Leugner oder Impfgegner ist.“

Anders als Kimmich: Neuer unterstützt Impf-Kampagnen des DFB

Bayern-Kollege Manuel Neuer reagierte auf das Geständnis seines Mitspielers so: „Ich habe mich impfen lassen und ich denke, dass es für uns auch alle unabdingbar ist.“ Neuer ist Impf-Freund und unterstützt beispielsweise die Impf-Kampagnen des DFB „Schiri, ich hab‘ schon Gelb“.

Die Haltung Kimmichs schade dieser Verbands-Idee. Neben Neuer wirbt auch Bundestrainer Hansi Flick für den Pieks. „Impfen ist unser sicherster und schnellster Weg zurück zur Normalität. Lasst ihn uns alle gemeinsam gehen“, sagt Flick. Im Nationalteam geht ihn ausgerechnet ein Führungsspieler und Co-Kapitän nicht mit.

Deutscher Ethikrat: Bayern-Star sei einem „Irrglauben“ aufgesessen

Hertha-Manager Fred Bobic verriet, dass bei den Berlinern ähnlich viele Profis wie in München - fünf - nicht geimpft sind: „Jeder ist verantwortlich, für was er steht, für seine Meinung. Deswegen werden wir auch weiter versuchen, die, die noch nicht geimpft sind, zu überzeugen, mit Argumenten“,

Darauf setzt auch der Deutsche Ethikrat. Deren Vorsitzende Alena Buyx sieht Kimmich in Sachen Corona-Impfung „schlecht beraten“. Der Münchner sei angesichts seines Verweises auf Folgeschäden einer Impfung „einer Falschinformation aufgesessen“. Dies sei ein „Irrglaube“. Ließe er sich noch impfen, könne das „einen Ruck geben“. (Manuel Bonke mit Agenturen)

In Frankfurt können sich Impfwillige die Anti-Corona-Spritze sogar in einem Zug setzen lassen.

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