1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball

Der DFB, ein Trauerspiel

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jan Christian Müller

Kommentare

Steuerrazzia: Personen gehen durch die Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes.
Steuerrazzia: Personen gehen durch die Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes. © dpa

Der deutsche Fußball kommt nicht zur Ruhe. Kurz vor dem Bundestag muss der Verband schon wieder eine Durchsuchung über sich ergehen lassen.

Die Nerven liegen ziemlich blank im Deutschen Fußball-Bund sieben Tage vorm großen Verbandstag in Bonn. Dazu brauchte es gar nicht noch obendrauf den Besuch der alten Bekannten von der Frankfurter Staatsanwaltschaft. Man kann es als bezeichnend schäbig für diesen in seiner Reputation abgewirtschafteten Verband interpretieren, dass er geradezu erleichtert darauf hinweist, das Verfahren richte sich lediglich „gegen einen ehemaligen Mitarbeiter“ – ganz so, als hätten der DFB und seine derzeit noch führenden Köpfe damit nichts zu tun.

Mit welchen Mitteln der Verband gerade zu Werke geht, hat dieser Tage der Würzburger Sportwissenschaftler Harald Lange nach Veröffentlichung einer DFB-kritischen Umfrage erfahren müssen. Der DFB offenbarte im Gegenzug „persönliche Verflechtungen“ des Professors mit der möglichen Gegenkandidatin des Vizepräsidenten Rainer Koch, der Hessin Silke Sinning. Tatsächlich war Lange bis 2014, also bis vor acht Jahren, mit Sinning zusammen gewesen, ehe sie sich trennten. Sie haben eine gemeinsame Tochter. Lange sagte der „Mainpost“, er empfinde es als „erbärmlich, dass selbst vor unserer Tochter nicht halt gemacht wird“.

Ralf Viktora kriegt Saures vom DFB

Allemal bemerkenswert ist auch der Umgang des DFB mit Ralf Viktora, dem Gegenkandidaten für das Amt des Schatzmeisters. Der Hesse Viktora hatte in einem Interview die Sorge geäußert, die geplante Investition von höchstens 150 Millionen Euro für den Bau des neuen DFB-Campus an der Frankfurter Galopprennbahn werde „nach meinen Informationen nicht ausreichen“. Der Verband reagierte prompt und zieh Viktora der Lüge: „Diese Behauptung beziehungsweise die ihr zugrunde liegenden Informationen sind unzutreffend. Das Baubudget wird eingehalten beziehungsweise unterschritten.“

Im aktuellen Bericht des DFB-Prüfungsausschusses heißt es dagegen, es sei „damit zu rechnen, dass das maximal genehmigte Kostenvolumen von 150 Millionen Euro nicht eingehalten werden kann“. Man fragt sich, wer hier die Wahrheit wie stark biegt?

Der 1. FC Köln lehnt Peter Peters ab

Am Freitag stellt sich Kandidat Peter Peters, dem just der 1. FC Köln eine deutliche Absage als künftiger DFB-Präsident erteilte, den Drittligisten vor, am Montag tagen die Chefs der 21 Landesverbände mit Favorit Bernd Neuendorf in ihrer Mitte, am Dienstag folgen die 36 Bundesligisten, am Donnerstag die Delegierten, am Freitag kommt es zur Kampfabstimmung. Ob das Trauerspiel dann bald ein Ende hat?

Auch interessant

Kommentare