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Der Betze bebt

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Von: Jakob Böllhoff

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Kampf bis zum Schluss: So ist der Betzenberg. Foto: dpa
Kampf bis zum Schluss: So ist der Betzenberg. Foto: dpa © dpa

Der SV Darmstadt 98 verspielt in Kaiserslautern eine 2:0-Führung, schafft aber immerhin noch ein wildes 3:3 und bleibt vorne dabei..

Auf dem Betzenberg kommen die Dinge schnell mal ins Rutschen. Das ist kein geologischer Befund, die Erhebung steht seit Menschengedenken stabil in Kaiserslautern, sondern ein fußballerischer. Die Atmosphäre im Stadion auf dem Betzenberg, der Heimstätte des 1. FC Kaiserslautern, ist bisweilen so mitreißend, dass nichts vor ihr sicher ist.

Das wusste der SV Darmstadt 98 natürlich schon vor seinem Auftritt in Kaiserslautern am Sonntag, der 3:3 endete, aber danach wusste er es noch ein bisschen besser. Nach einem Treffer kurz vor der Halbzeit und einem kurz danach schienen die Südhessen recht entspannt einem Auswärtssieg entgegenzuschippern mit einer 2:0-Führung (Tobias Kempe per Foulelfmeter (45.+2) und Philipp Tietz (49.) die Torschützen). Doch dann entwickelte sich rasend schnell ihr Unglück, als würde ein Berggeist in der Lauf der Dinge eingreifen: Innerhalb von drei Minuten (74., Kenny Redondo/77., Mike Wunderlich per Foulelfmeter) glich der 1. FC Kaiserslautern zum 2:2 aus, zehn Minuten später war es erneut Redondo, der einen perfekten Konter zum 3:2 für Kaiserslautern abschloss.

Paderborn ganz oben

Da drohte es, ein miserabler Nachmittag zu werden für die Darmstädter auf dem wundersamen Betzenberg, der aber noch eine letzte Wendung anzubieten hatte, in der Nachspielzeit. SVD-Kapitän Fabian Holland, der auf Kaiserslauterns Führung noch mit einem bemerkenswerten Wutanfall reagiert hatte, schlug den Ball hoch Richtung FCK-Sechzehner. Aaron Seydel, der kurz zuvor eingewechselte Stürmer, der fast so riesig ist wie der Betzenberg, nahm den Ball mit der Brust an und schoss ihn aus der Drehung volley ins Lauterer Tor. Ein herrlicher Treffer und tatsächlich der Schlusspunkt dieses wilden Fußballspiels.

„Wir liegen eine halbe Stunde vor Schluss mit 2:0 in Führung, das müssen wir nach Hause bringen“, sagte Tietz: „Wir können uns am Ende mit dem Punkt glücklich schätzen, aber es fühlt sich trotzdem scheiße an.“

Immerhin verhinderte Seydel, dass das Team von Trainer Torsten Lieberknecht vom FCK mit Ex-Lilien-Coach Dirk Schuster in der Tabelle überholt wurde. Grundsätzlich stehen beide gut da im Tableau, die Darmstädter als Vierter, die Lauterer als Siebter. Dass sie beim dritten Remis in Folge zum dritten Mal eine Führung verspielten, wird die Lilien jedoch arg ärgern.

An der Tabellenspitze etabliert sich derweil der SC Paderborn, der 3:0 (1:0) gegen Jahn Regensburg gewann und das beeindruckende Torverhältnis von 24:8 Treffern aufweist. Während Bundesligaabsteiger Greuther Fürth ein trauriges Dasein am anderen Ende der Tabelle fristet. Nach dem 1:2 (1:1) beim 1. FC Magdeburg mit nur vier Punkten sind die Franken Letzter in der Tabelle. Trainer Marc Schneider, im Sommer erst verpflichtet, muss sich ernsthafte Sorgen um seinen Job machen. Am kommenden Sonntag in Fürth zu Gast: der SC Paderborn. böl

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