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Der Mann hat alles im Griff: Leverkusens Gerardo Seoane.
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Der Mann hat alles im Griff: Leverkusens Gerardo Seoane.

Bayer 04 im Höhenflug

Der Bessermacher

  • VonAndreas Morbach
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Bayer-Trainer Gerardo Seoane treibt der Leverkusener Werkself die Flausen aus.

Die nächste kleinere Verschnaufpause im Ligabetrieb kommt Gerardo Seoane eigentlich ganz gelegen. Nach dem souveränen 4:0 am Sonntagabend in Bielefeld machten sich viele Leverkusener Kicker auf den Weg zu ihren Nationalteams – was ihr Vereinscoach durchaus goutierte. „Den Spielern wird eine Luftveränderung gut tun“, glaubt Seoane, der über die Länderspielpause „nicht traurig“ ist. Doch ehe das zuletzt so erfolgreiche Rasenpersonal in alle Himmelsrichtungen entschwand, knöpfte sich der 42-Jährige noch einen Reisenden vor.

Bayers tschechischer Doppel-Torschütze Patrik Schick hatte seinen ersten Treffer mit Muskelspielchen im Stile eines Bodybuilders zelebriert und den Arminia-Anhang damit mächtig gereizt. „Diese Jubelpose vor den Bielefelder Fans war unglücklich, dafür Entschuldigung von unserer Seite“, betonte der Übungsleiter aus der Schweiz – der damit erneut unterstrich, dass ihm Demut bei seinen Spielern genauso wichtig ist wie Solidarität auf dem Platz und die von ihm immer wieder eingeforderte Bereitschaft, sich ständig verbessern zu wollen.

Leverkusens Profis machte Seoane in den drei Monaten seit seiner Ankunft im Rheinland mit dem Trainer-Mantra „Fördern und fordern“ fürs Erste so gut, dass sie Spitzenreiter München nach der Länderspielpause als punktgleicher Zweiter empfangen. Und Seoane selbst sich in seiner forschen Aussage aus der Anfangsphase der Saison („Wir können alle Wettbewerbe sehr ambitioniert angehen“) bestätigt sehen darf.

Hitzfeld als Vorbild

Dank Seoanes pragmatischem, bei Bedarf auch mal defensivem Coaching entscheidet die Werkself, zuletzt mit fünf Pflichtspielsiegen in Folge, im Herbst 2021 selbst enge Partien wie in Stuttgart und gegen Mainz für sich. Das war in der Vergangenheit längst nicht immer der Fall – und parallel zu dieser Entwicklung veränderte sich auch das Gesamtbild der Mannschaft.

Denn so höflich-nüchtern, wie er die Auftritte seines Teams stets bewertet, analysierte Seoane nach seiner Verpflichtung im Mai die Zusammensetzung des Kaders und dessen Schwachstellen. Das Ergebnis: „Wir haben Spieler nach diesem Profil ausgesucht – ein bisschen mehr Physis, die Stärke ein bisschen anders ausgerichtet als nur Dribbling und Tore. Sondern auch Wucht, Zweikampfstärke und Größe“, sagt Seoane.

Entsprechend holte der Werksklub robuste, kantige Typen wie Mitchel Bakker, Piero Hincapie, Robert Andrich oder Odilon Kossounou an Bord. Als neue Rädchen im System eines Mannes, der sechs Sprachen fließend beherrscht und seiner Trainerkarriere gleich zu Beginn eine Leitwährung gab: mutig zu sein, mutige Entscheidungen zu treffen.

In der Verfeinerung dieses persönlichen Grundsatzprogramms legt er großen Wert auf eine gute Kommunikation mit den Spielern – und auf gemeinsame Werte. Wenig verwunderlich ist es daher, dass Seoane (drei Meisterschaften und ein Pokalsieg mit den Young Boys) als sein Trainervorbild Ottmar Hitzfeld nennt. An dessen noblem Verhalten, an seiner Zielstrebigkeit und Souveränität in der Teamführung orientiert sich Leverkusens neuer Coach. So dass Mittelfeldkraft Kerem Demirbay – einer derjenigen, die unter Gerardo Seoane richtig aufblühen – schon vor einem Monat feststellte: „Wir sind eine Einheit, da bildet sich etwas heraus.“

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