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Gewohntes Bild: Leroy Sané am Boden.
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Gewohntes Bild: Leroy Sané am Boden.

Was ist los mit Bayern-Star Sané?

Der Anti-Sané

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Bayern-Fans pfeifen auf den eigenen Spieler und applaudieren seinem Nachfolger Jamal Musiala.

Vermutlich war es keine Absicht, sondern nur Ausdruck der Wertschätzung, aber wer mochte, konnte im Lob, das FC-Trainer Steffen Baumgart dem flinken Teenager Jamal Musiala für seine famose Vorarbeit zur Münchner Führung zollte, auch durchaus eine Prise Ironie erkennen. „Das war natürlich Sahne“, sagte der Kölner Coach zum Solo des 18-Jährigen.

So hat einst Alt-Bundestrainer Joachim Löw seinen Spieler Leroy Sané seltsamerweise genannt, Sahne, nie den Accent aigu auf dem letzten Buchstaben betonend. Das Dribbling auf allerengstem Raum samt brillantem Rückpass auf den einschussbereiten Robert Lewandowski war im Kern aber genau das, was der FC Bayern, was Julian Nagelsmann, was der neue Bundestrainer, eigentlich die halbe Fußballwelt eben genau von einem Leroy Sané erwarten: mit Tempo ins Dribbling gehen, den Gegner auf dem Bierdeckel ausspielen, auflegen. Und all das sind Dinge, die der mittlerweile auch schon 25-Jährige locker drauf hat. Aber viel zu selten zeigt.

Und am Sonntag wurde er auch noch ausgepfiffen. Vom eigenen, endlich mal wieder vorhandenen Publikum. Es war kurz vor der Halbzeitpause in einem bis dahin mauen Spiel, als Sané mal wieder einen schlampigen Pass gespielt hatte, als das Münchner Publikum die Finger in den Mund legte.

„Die Pfiffe hab ich kurz wahrgenommen“, sagte Coach Nagelsmann einigermaßen verstimmt, denn: „Es gehört sich, dass die eigenen Fans Spieler unterstützen. Alles andere bringt wenig.“ Die Auswechslung von Sané nach 45 Minuten, der immer mehr zum Problemfall zu werden droht, quittierten die Fans mit hämischem Beifall.

Leroy Sané, der so Hochbegabte mit dem feinen linken Fuß, macht es seinen Kritikern leicht. Seine Aktionen sind mutlos, das große Versprechen, das er eigentlich ist, kann er immer seltener einlösen. Es ist seine Körpersprache, die nervt und die Leute schnell die Geduld verlieren lässt. Diese Mischung aus Lässigkeit, Phlegma und, ja, auch einer gewissen Lustlosigkeit, die Sané versprüht, ist es, die zusehende Menschen verärgert und ihn zu einer Reizfigur werden lässt. Er wirkt oft so in seinem Spiel, als ginge ihn die ganze Sache wenig an, er ist halt auch keiner, der sich dagegen stemmen würde, zumindest sieht es viel zu selten danach aus. Und es ist ja auch nicht so, als hätten ihn noch nie Mitspieler deswegen zusammengestaucht, gar auf dem Platz für jedermann hör- und sichtbar. Joshua Kimmich etwa war es zuletzt, der jetzt seinen Vertrag beim FC Bayern bis 2025 verlängert hat.

Und in München werden sie auch langsam ein bisschen ungeduldig mit dem bislang enttäuschenden Unterschiedsspieler: Im „Kicker“ hatte Sportvorstand Hasan Salihamidzic Ende Juni klargemacht, dass sich Sané in seinem zweiten Jahr bei den Bayern definitiv steigern müsse. „Jetzt erwarten wir, dass er Leistungsträger wird und die Mannschaft auch trägt.“ Davon ist Sané momentan weit entfernt.

Ganz anders übrigens als Jamal Musiala, der beim Stand von 0:0 für ihn kam und für den Umschwung sorgte. Der Kontrast zwischen dem schwergängigen Sané und dem elanvollen Musiala war frappierend: Der 18 Jahre alte und jüngste Nationalspieler des DFB sorgte sogleich für frischen Wind, bereitete das 1:0 vor, spielte frech und unbekümmert auf, dribbelte, fintierte, dass es eine Lust war, und einmal nahm er es in einem langen Spurt gleich mit drei, vier Kölnern auf. Natürlich klappte auch bei Musiala nicht alles, zuweilen hätte er sich schneller vom Ball trennen müssen, ein bisschen ungestüm wirkte auch sein Auftritt, verspielt, wie ein junges Füllen. Aber unterm Strich stand eine engagierte, vielversprechende Vorstellung, sein Auftritt wirkte reifer, ja seriöser als der von Leroy Sané zuvor.

Nachdem dann ein mühsamer 3:2-Arbeitssieg in einem zeitweise wilden Spiel gegen den 1. FC Köln feststand, musste Sané im strömenden Regen mit den anderen Reservisten noch im sich leerenden Stadion Steigerungsläufe absolvieren. Viel bitterer hätte der Abend für ihn nicht enden können. Da musste ein Verlierer nacharbeiten. mit sid/dpa

Brachte neuen Schwung: Jamal Musiala.

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