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Unglücklich in Leipzig: André Silva.
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Unglücklich in Leipzig: André Silva.

Champions League

Der Absturz eines Torjägers

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Ex-Eintrachtler André Silva bleibt unglücklich in Leipzig und vergibt die Chance, das große PSG zu stürzen. Und aus der Königsklasse ist RB auch schon ausgeschieden.

André Silva, der verhinderte Torjäger, hat es erzwingen wollen, unbedingt hatte er es allein zeigen wollen. Er habe kein Krise, er habe seinen Torinstinkt nicht eingebüßt durch den Wechsel von Eintracht Frankfurt zu RB Leipzig, wollte er bedeuten. Es läuft aber alles andere als rund beim Champions League-Klub, der Wechsel mag sein Konto gefüllt haben, sportlich hat er den flinken Portugiesen zurückgeworfen. Drei mickrige Törchen sind dem Mittelstürmer in Leipzig nach 16 Pflichtspielen gelungen, das ist wenig für einen, der im letzten Jahr mit Sicherheit Torschützenkönig der Liga geworden wäre, wenn nicht Robert Lewandowski den legendären Rekord eines Geld Müller gebrochen hätte: 28 Tore, für die er nur 32 Ligaspiele benötigte, waren dennoch eine stolze Zahl.

Er hat das Glück erzwingen wollen. Und die Gelegenheit war günstig, in der 12. Minute gab es Strafstoß, er selbst war von Danilo von Paris Saint Germain umgestoßen worden. Ruckzuck hat sich Silva den Ball geschnappt, Elfmeter - das ist seine Spezialität. In Frankfurt, beim letzten Klub, wo es so prima lief, hat er sieben Strafstöße verwandelt, alle, zu denen er angelaufen ist, sogar einmal zwei in einem Spiel (gegen den FSV Mainz 05). Der Mann ist eiskalt, er weiß, wie es geht.

Eigentlich hätte er in Leipzig nicht schießen sollen, Emil Forsberg hat die letzten alle souverän verwandelt, aber Jesse Marsch, der Coach, lässt den Spielern da freie Hand, wer sich gut fühlt, solle antreten. Silva hat sich gut gefühlt, er war drin im Spiel eigentlich, das 1:0 durch Christopher Nkunku hatte er mit einer butterweichen Flanke toll vorbereitet. An Selbstvertrauen fehlte es also nicht. Silva lief also an, und PSG-Keeper Donnarumma, ohnehin ein ausgewiesener Elfer-Killer, parierte den schwach geschossenen Schuss. Wieder nichts mit einem Tor für den Portugiesen, wieder nichts beim Versuch, Fußspuren zu hinterlassen beim Brauseklub für Silva, der nach starkem Beginn immer mehr abfiel und später, als RB Leipzig einen Rückstand aufholen musste, ausgewechselt wurde. Kein gutes Zeichen für einen Stürmer. Es ist der langsame Absturz eines Torjägers, der seine Chancen nicht nutzt. Schon beim Gastspiel am letzten Wochenenden in Frankfurt musste Silva erstmals auf der Ersatzbank Platz nehmen - bei seiner Rückkehr, so was ist bitter. Ein bisschen ist der 25-Jährige in Leipzig in eine Sackgasse geraten. Und keiner weiß, wie er da wieder rauskommen soll.

Autogramm von Neymar

Selbst dem Daueroptimisten Jesse Marsch entglitten ganz am Ende doch noch die Gesichtszüge. Er zürnte aber über den Schiedsrichter. „Wirklich von Anfang an“ sei Marsch „böse“ auf Andreas Ekberg gewesen. Denn mit dem Starensemble von Paris St. Germain sei der Schwede etwas zu respektvoll umgegangen: „In vielen Momenten war es so, als wollte er ein Autogramm von Neymar nach dem Spiel.“

Der Zorn des US-Amerikaners fokussierte sich auf die Unparteiischen - und damit lag er falsch. Es lag nun wirklich nicht am Schiedsrichter, dass RB Leipzig aus der Königsklasse ausgeschieden ist, immerhin pfiff der Mann zwei Strafstöße für die Sachsen. Seine Mannschaft, so Marsch, dürfe dagegen durchaus Selbstvertrauen aus dem hart erkämpften 2:2 (1:2) ziehen – obwohl dieses Remis alle Träume vom Achtelfinale platzen ließ. Es ist ja das alte Lied mittlerweile, Leipzigs Leistungen stimmen oft, die Ergebnisse nicht.

Mittelmaß in der Liga, dazu ohne Chance in der Königsklasse, selbst Gruppenplatz drei und damit die Europa League sind dort in weiter Ferne: RB Leipzig läuft den Ansprüchen weit hinterher. Der ganz späte Ausgleichstreffer durch Dominik Szoboszlai wahrte zumindest eine kleine Chance aufs internationale Überwintern. (mit dpa)

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