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Ousmane Dembélé (l) eckt auch beim FC Barcelona an.

FC Barcelona

Dembélé auch in Spanien ein Problemfall

Ousmane Dembélé und die Disziplin: Nachdem sich der Franzose 2017 aus dem Vertrag mit Borussia Dortmund gestreikt hatte, steht er jetzt auch bei Barça in der Kritik und hat Ärger. Ist die Geduld der Katalanen schon am Ende?

Immerhin, für die Niederlage des FC Barcelona im heimischen Camp Nou gegen Betis Sevilla (3:4) war Ousmane Dembélé nicht verantwortlich - der Jungstar aus Frankreich stand gar nicht im Kader.

Viele werteten das als Strafmaßnahme von Coach Ernesto Valverde nach Dembélés unentschuldigtem Fehlen beim Training. Erst nach 90 Minuten konnte der verschollene Stürmer aufgespürt werden. Seinem Ruf als Enfant terrible, der ihm nach dem unrühmlichen Abgang aus Dortmund vorauseilte, bestätigte Dembélé damit wieder einmal.

Nach eigenen Angaben hatte Dembélé Magen-Darm-Probleme. Valverde sagte zwar vor Journalisten, er habe die Geduld mit dem 21-Jährigen noch nicht verloren, denn dieser sei ein Riesentalent. Fakt ist aber, dass er die Liga-Partie von der Tribüne aus verfolgen musste.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Offensivstar negative Schlagzeilen macht. Gerade in diesen Tagen hagelt es wieder Kritik am ehemaligen BVB-Spieler. Schon gibt es Spekulationen, dass die Blaugrana den Exzentriker bald loswerden wollen. Dabei ist es noch nicht lange her, dass er sich mit unschönen Mitteln von Dortmund nach Barcelona abgesetzt hatte.

Ein Rückblick: Im Sommer 2017 war Dembélé in Dortmund in einen Trainingsstreik getreten, um den von ihm heiß ersehnten Transfer zu zu forcieren - obwohl er noch bis 2021 unter Vertrag stand. Trotz heftiger Kritik erreichte er schließlich sein Ziel und wechselte für die Rekordsumme von 105 Millionen Euro. Später sagte er dem Fußballmagazin „Onze Mondial“: „Was hätte ich denn sonst machen sollen? Barça abzusagen, wäre für mich unmöglich gewesen.“ Reue für sein undiszipliniertes Verhalten? Fehlanzeige.

Aber schon Dembélés Start in der Primera División verlief alles andere als ideal. Gleich im September 2017 zog er sich einen Sehnenriss im linken Oberschenkel zu und musste vier Monate pausieren. Als er im Januar endlich wieder auf dem Platz stand, monierten spanische Kommentatoren, der Flügelstürmer gehe viel zu schüchtern ans Werk. Zehn Tage später verletzte er sich erneut und fiel mehrere Wochen aus.

Auch nach seinem Comeback im Februar fanden spanische Medien immer wieder Grund zur Schelte. Von schlechten Essgewohnheiten war die Rede, von Unpünktlichkeit und unprofessionellem Verhalten. Dembélé habe seine Mannschaftskollegen mit seinem „Mangel an Ernsthaftigkeit“ und seiner „Disziplinlosigkeit“ verärgert, kommentierte jetzt auch der französische „Figaro“. Dazu gesellen sich Ballverluste und Fehlpässe - aber auch brillante Spielzüge und meisterliche Tore.

„Der Franzose gleicht seine Anarchie mit genialen Ballaktionen aus“, schrieb das Sportblatt „Marca“ im September. Trainer Valverde räumte ein, dem Weltmeister gelängen zwar immer wieder wichtige Tore, „aber wir erwarten mehr von ihm“.

Ob er den Bogen mittlerweile überspannt hat? Die Zeitung „Mundo Deportivo“ berichtete Anfang November, Jürgen Klopp habe großes Interesse den bösen Buben nach Liverpool zu holen, wenn Barça ihn wegen seines unsteten Verhaltens freigeben wolle. „Jürgen Klopp wollte ihn schon, bevor der Franzose nach Barça kam, und er wird einen neuen Anlauf nehmen, wenn er die Möglichkeit sieht, ihn zu bekommen“, wollte das Blatt wissen. (Von Carola Frentzen, dpa)

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