Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Fällt er über die Bremer Negativserie? Florian Kohfeldt.
+
Fällt er über die Bremer Negativserie? Florian Kohfeldt.

Kommentar

Das Vertrauen in Kohfeldt bröckelt

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
    schließen

Eine Trennung von Trainer Florian Kohfeldt wäre zu diesem Zeitpunkt ein Verzweiflungsakt, mit dem sich Werder Bremen selbst verraten würde. Ein Kommentar.

Normalerweise wäre Florian Kohfeldt in jedem Verein mit einer anderen Kultur als beim SC Freiburg und Werder Bremen schon in der vergangenen Spielrunde beurlaubt worden. Es ist kein Zufall, dass der Bremer Chefcoach nach Christian Streich der aktuell dienstälteste Trainer im selben Verein ist. Angesichts dessen, was Werder und Kohfeldt schon an Trübsal miteinander erlebt haben, ist das außergewöhnlich. Nach zwei Jahrzehnten ist das Grundvertrauen immens. Aber der Klebstoff, der Klub und Trainer miteinander verbindet, wird porös.

Nach Amtsübernahme im Herbst 2017 hat Kohfeldt Werder Bremen ähnlich wundersam wachgeküsst, wie es derzeit Bo Svensson bei Mainz 05 gelingt. Aber der offensive Ansatz wurde in der vergangenen Saison von den Gegnern decodiert und hätte fast in die zweite Liga geführt.

Kohfeldt suchte einen unromantisch praktischen Weg und fand diesen mit einem um seinen besten Spieler Davy Klassen (zu Ajax Amsterdam) dezimierten Kader in einer defensiveren Grundausrichtung. Der Ansatz verfing zunächst, mündete inzwischen aber in „Bremer Gruselfußball“ („Weser-Kurier“), akute Abstiegsgefahr und eine brennende Trainerdebatte.

Sportchef Frank Baumann und Aufsichtsrat Marco Bode ist es vor einem Jahr noch gelungen, sich mit Überzeugung gegen die skeptischen Stimmen in Verein, Öffentlichkeit und Medien zu stemmen. Auch, weil sie sich ihrer Gesamtverantwortung bewusst waren, dass der Trainer Kohfeldt gewiss nicht schlechter ist als das spielende Personal, das sie ihm zur Verfügung gestellt haben.

Schon seit einem vollen Jahrzehnt, angefangen mit den letzten trüben Jahren unter Thomas Schaaf, danach unter Dutt, Skripnik, Nouri, befindet sich Werder nahezu durchgängig nahe oder mitten in der prekären Tabellenregion. Die Gründe für den Niedergang liegen also tiefer als bloß beim Trainer.

Kohfeldt ist es auch dank seiner überragenden rhetorischen Gewandtheit gelungen, weiterhin eine Grundstimmung der Hoffnung und des Optimismus aufrechtzuerhalten, welche die tatsächlichen Leistungen oft mit einer Schleife versahen. Zuletzt verzichtete er auf derlei Relativierungen des Unansehnlichen.

Es gehört nun, wie im Frühjahr 2020, mehr Mut dazu, gemeinsam in die letzte Saisonphase zu gehen, als sich auf die branchentypischen Reaktionen zurückzuziehen und Kohfeldt zu beurlauben. Eine Trennung wäre zu diesem Zeitpunkt ein Verzweiflungsakt, mit dem sich Werder selbst verraten würde.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare