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Das Mittelfeld des FC Bayern schwächelt ein wenig

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Von: José Carlos Menzel López

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Ein Stück weg von der Topform: Joshua Kimmich.
Ein Stück weg von der Topform: Joshua Kimmich. © Mladen Lackovic/imago

Beim FC Bayern läuft es gerade im Mittelfeldzentrum derzeit nicht rund. Kimmich fehlt die Unterstützung.

Über einen Monat ist der letzte Zu-Null-Sieg des FC Bayern nun schon her. Am 15. Januar setzten sich die Münchner beim 1. FC Köln locker durch (4:0), danach gab es in den Partien gegen Hertha BSC (4:1), Leipzig (3:2), Bochum (2:4), Salzburg (1:1) und Fürth (4:1) immer mindestens einen Gegentreffer. Interessant in diesem Zusammenhang: Das Auswärtsspiel der Bayern in Köln war die letzte Partie, bei der Joshua Kimmich aufgrund der Corona-Infektion Benjamin Pavards nicht auf seiner angestammten Position in der Zentrale zum Einsatz kam.

Die jüngste Anfälligkeit des Rekordmeisters hinten auf den Nationalspieler zu schieben, würde selbstverständlich nicht der Wahrheit gerecht. Speziell bei seiner Rückkehr auf die Sechs gegen die Hertha lieferte Kimmich eine starke Leistung ab, die er sogar mit zwei Assists krönte. Fakt ist aber auch: In den folgenden Partien schaffte es der 27-Jährige nur noch sehr selten, das Spielgeschehen an sich zu reißen und auf diese Weise das sichere Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff zu geben. Die Resultate zeigen: Bayern braucht dringend die beste Kimmich-Version.

Büro in Bangkok

Der FC Bayern eröffnet in Bangkok ein neues Auslandsbüro. Es ist der dritte Standort nach New York und Shanghai. Der Abonnementsmeister möchte Südostasien nach den USA und China als seinen nächsten Fokusmarkt außerhalb Deutschlands erschließen und in der thailändischen Millionenmetropole den Kontakt zu den fußballbegeisterten Menschen intensivieren. Nach Vereinsangaben gibt es in Südostasien aktuell 39 FC-Bayern-Fanclubs. (dpa)

Dessen ist sich auch Trainer Julian Nagelsmann bewusst, der dem verletzungsbedingten Fehlen von Kimmichs Kollegen auf der Sechs, Leon Goretzka, in den vergangenen Partien durch diverse Systemumstellungen entgegenzuwirken versuchte. In Bochum beispielsweise ließ der Cheftrainer Kimmich als einzige Sechs ran, die unter dem großen Druck des VfL versagte. Gegen Fürth wurde Kimmich von Corentin Tolisso und später von Marcel Sabitzer begleitet, die ihm beide zwar mehr Freiheiten im Aufbau gewährten, aber auch nicht zu voller Entfaltung verhalfen.

Jens Lehmann, auf dessen Analysen man zumindest in fußballerischer Hinsicht etwas geben kann, ist das auch nicht verborgen geblieben. „Er spielt als Sechser, aber ob das ein richtiger Sechser ist, ich weiß es nicht“, sagte der ehemalige Nationaltorhüter jüngst bei „Bild“. Und weiter: „Joshua Kimmich ist ein guter Spieler, der seine Stärken aber eher in der Offensive hat, nicht so in der Defensive. Ich kenne andere Sechser, die waren defensiv etwas bewusster.“ Ihm wieder sein volles Leistungsbewusstsein einzuimpfen, liegt jetzt in Nagelsmanns Händen.

Gerade der Fußballlehrer weiß um die Bedeutung seines Stabilisators im Mittelfeld, meinte daher kürzlich mit Blick auf die aktuellen Baustellen: „Wir brauchen mehr Balance und Ballsicherheit, müssen die Fehler im eigenen Ballbesitz minimieren.“ Allesamt Dinge, die Kimmich eigentlich beherrscht wie kein Zweiter. „Er spielt einen modernen Sechser, ist ein Leader“, weiß auch Bayern-Legende Lothar Matthäus. „Keine Position passt besser für ihn.“ Auch wenn das zuletzt nur selten zur Geltung kam.

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