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Unter Druck: Marco Rose.
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Unter Druck: Marco Rose.

Gladbacher Trainer im Fokus

Das Lame-Duck-Syndrom

  • VonAndreas Morbach
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Für den Gladbacher Trainer Marco Rose ist das Pokalviertelfinale ein brisantes Spiel, weil es gegen seinen neuen Klub aus Dortmund geht.

Marco Rose war spürbar um Normalität bemüht, als er nach der jüngsten Gladbacher Niederlage in Leipzig von seinem künftigen Arbeitgeber sprach. „Wir müssen schnell und gut regenerieren, weil am Dienstag geht’s schon weiter im Pokal gegen Borussia Dortmund“, sagte der Trainer der Fohlenelf – dem zwischen die Worte „gegen“ und „Borussia“ nur ein ganz kurzes „äh“ rutschte.

Vor knapp zwei Wochen, als sich Rose erstmals öffentlich zu seinem frisch beschlossenen Wechsel zum BVB in diesem Sommer äußerte, wollte er in einem Eingangsstatement über Gladbach sprechen, sagte aber Dortmund. Gladbachs Pressesprecher Markus Aretz wies den Coach auf seinen Fauxpas hin, Rose entschuldigte sich. Doch die anhaltenden Diskussionen waren dem 44-Jährigen in dem Moment schon gewiss. Unabhängig von seinem Versprecher.

Den vergleichsweise frühen Zeitpunkt der Bekanntgabe hat auch Weltumsegler Boris Herrmann mit zu verantworten, der bei der Pokalauslosung am 7. Februar die beiden Borussias für das Pokal-Viertelfinale am Dienstagabend in Gladbach zusammenführte. „Es gibt keine Deadline, Stand heute“, erklärte Sportdirektor Max Eberl noch am Tag vor der Auslosung. Als die Kugeln dann gefallen waren, sagte Eberl über sich und Rose: „Wir sind beide nicht dumm und wissen, was kommt.“

Es kamen intensivierte Gespräche, dann die Entscheidung – und anschließend drei Niederlagen gegen Mainz, Manchester City und Leipzig. Im selben Zeitraum gewann Dortmund seine drei Partien gegen Sevilla, Schalke und Bielefeld – und ist Gladbach in der Liga mittlerweile um sechs Zähler enteilt. Während Rose nach dem 2:3 am Samstagabend bei RB seufzte: „Ein Punkt hätte uns gut getan in der momentanen Situation. Auch wenn wir eigentlich mehr brauchen.“

Eintracht Frankfurt auf Champions-League-Rang vier ist neun Punkte entfernt. Aktuell müssen sich die Niederrheinischen mit Teams wie Leverkusen, Union Berlin, Freiburg und Stuttgart eher um die Plätze für die Europa League balgen. In der Königsklasse droht nach dem 0:2 im Achtelfinalhinspiel gegen Manchester City zudem das Aus. Der nationale Cup mit der Partie gegen den auflebenden BVB stellt da zurzeit die attraktivste Option für die verbleibende Saison dar.

Dass Rose in diesem Frühjahr beim Rautenklub das berühmte Lame-Duck-Syndrom ereilen könnte, gegen diese Vermutung wehren sich die Beteiligten mit Händen und Füßen. „Das ist gar keine schwierige Konstellation für mich. Es ist null schwierig. Wir kommunizieren seit Wochen, dass alles in Ordnung ist, wir gut zusammenarbeiten“, sagte der Trainer zuletzt. Und Sportchef Eberl betonte bereits mehrfach seine hundertprozentige Überzeugung, die Spielzeit unter Marco Rose zu beenden.

Gleich bei der Bekanntgabe des anstehenden Rose-Abgangs erinnerte Eberl an das Frühjahr 2019. Da spielten die Gladbacher unter Dieter Hecking eine Saison zu Ende, obwohl sich die Borussia Anfang April bereits für den Trainerwechsel zu Rose entschieden hatte. „Auch bei Hecking wurde gesagt: Er ist eine Lame Duck. Aber dieser Klub ist anders, er wird sich immer vor diese Menschen stellen“, so Eberl.

In den letzten sieben Spielen unter Hecking hielt Gladbach damals zwar Platz fünf, kam aber nur auf einen Schnitt von 1,1 Punkten. Diesmal ist die Strecke bis zur Ziellinie deutlich länger, und bei einer ähnlichen Quote wie vor zwei Jahren würde der Klub vermutlich selbst die Europa League verpassen. Eine schwierige Lage, in der die Protagonisten gerade vor allem eines herbeisehnen: etwas Ruhe.

So erklärte der 2014er-Weltmeister Christoph Kramer, der Rose-Aspekt habe in seinen Augen für das Pokalduell mit Dortmund keine besondere Brisanz. Und Mittelfeldkollege Jonas Hofmann, aktueller Nationalspieler und im Januar 2016 vom BVB nach Gladbach gewechselt, sagte entschlossen: „Über das Trainerthema wurde jetzt oft genug gesprochen, das können wir nun beiseiteschieben.“

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