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Das Lächeln ist beim OFC zurück - wenn auch gequält

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Von: Jörg Moll

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Freut sich über den ersten Auswärtssieg der Kickers: Alfred Kaminski, Übergangstrainer. Foto: Imago images
Freut sich über den ersten Auswärtssieg der Kickers: Alfred Kaminski, Übergangstrainer. Foto: Imago images © Imago

Kickers Offenbach zeigt nach dem Trainerwechsel die erhoffte Reaktion, schlägt den Letzten Hessen Kassel aber nur knapp mit 1:0.

Das Lächeln ist zurück bei den Offenbacher Kickers, auch wenn es nach dem harten Kampf im hessischen Krisengipfel beim KSV Hessen Kassel nach 95 aufreibenden Minuten gequält daher kam. Doch nach turbulenten Tagen nach dem 1:2 gegen den FC Homburg und der Entlassung von Trainer Alexander Schmidt gelang dem Fußball-Regionalligisten mit dem 1:0 (0:0)-Sieg beim sieglosen Schlusslicht der ersehnte Schritt in die richtige Richtung.

Interimscoach Alfred Kaminski ordnete den zweiten Regionalliga-Sieg überhaupt in Kassel nüchtern ein. „Wir wussten, dass es nur über Kampf und Einsatz geht, das hat die Mannschaft gut umgesetzt“, lobte der 58-Jährige: „Aber wir haben natürlich noch viel Arbeit vor uns.“

Doch die lässt sich nach dem ersten Sieg im fünften Auftritt in der Fremde, den Christian Derflinger (69.) mit seinem dritten Saisontor realisiert hatte, und der ersten Partie ohne Gegentor in dieser Saison ruhiger angehen.

Kaminski hatte vor dem Auftritt bei den Nordhessen als erstes Ziel ausgegeben, die Stabilität auf dem Platz zu stärken. Dafür stellte er das Team im Vergleich zum 1:2 gegen Homburg personell und taktisch neu auf. In einem 4-2-3-1-System agierte Vincent Moreno Giesel auf der rechten Abwehrseite für Shako Onangolo. Maik Vetter und Julian Albrecht ließ er als Doppel-Sechs agieren. Schachzüge, die nach einer Zeit der Eingewöhnung allesamt aufgingen.

Der Schlüssel zum Erfolg war aber die Einstellung, was auch Christian Derflinger betonte: „Wir wollten eine Reaktion zeigen und sind als Mannschaft aufgetreten.“ Der Siegtorschütze gewährte auch Einblicke in die Seele. „Es war eine besondere Woche“, meinte er mit Blick auf die Entlassung von Schmidt. „Ein Trainerwechsel ist immer auch eine Niederlage für alle.“ Gerade deshalb stufte er die Reaktion der Mannschaft hoch ein – und bezog darin auch Alfred Kaminski ein: „In der ersten Halbzeit hat einiges nicht geklappt, aber der Trainer hat uns trotzdem vertraut.“

Erster Dreier auswärts

In der Tat hatten die Kickers einige Anlaufzeit benötigt und einige brenzlige Aktionen überstehen müssen. Torwart David Richter rettete gegen intensiv um ihre Chance kämpfende Nordhessen in der 17. Minute gegen Steven Rakks Schuss glänzend. Die Offensivbemühungen der Kickers waren dagegen von überschaubarer Qualität, was auch an der frappierenden Harmlosigkeit bei Standardsituationen lag. 11:3 Ecken standen am Ende zu Buche - gefährlich war keine davon.

Mit „ruhiger und sachlicher“ Ansprache stellte Kaminski sein Team zur Pause neu ein, ließ es aber, anders als so häufig unter Vorgänger Schmidt, unverändert auflaufen. Und die Mannschaft dankte es mit zunehmend größerem Selbstbewusstsein. Sie ließ die sinnlosen hohen Bälle gegen die „Kasseler Abwehrtürme“ sein, agierte stattdessen mit besseren Ballstafetten und höherem Tempo. Die erste hätte nach Pass von Rafael Garcia Philipp Hosiner (50.) verwerten können, brachte aber nur einen harmlosen Lupfer zustande. Die zweite Aktion über rechts brachte dann die Führung. Der für Hosiner gekommene Lucas Hermes setzte sich durch, passte nach innen, wo Derflinger ins rechte Eck einschoss. Sieben Minuten vor dem Ende hätte Hermes beinahe erneut aufgelegt, doch Jakob Lemmer drosch freistehend am Tor vorbei.

Es folgte eine turbulente Schlussphase, in der die Gastgeber am Ende sogar Torwart Zunker mit nach vorne schickten. Doch die Kickers verteidigten mit Glück, Leidenschaft und Geschick ihr Tor – und damit den ersten Dreier in der Fremde. Danach durfte auch OFC-Geschäftsführer Matthias Georg aufatmen. „Es ging darum, als Einheit aufzutreten, am Ende zählte nur das Ergebnis“, meinte er und freute sich für die Mannschaft: „Sie hat sich belohnt für ihren Aufwand.“ Und auch der erhoffte Schulterschluss mit den rund 500 mitgereisten Fans gelang.

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