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Wechselt er zurück von der Tribüne an die Seitenlinie? Fußballtrainer Ralf Rangnick.
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Wechselt er zurück von der Tribüne an die Seitenlinie? Fußballtrainer Ralf Rangnick.

Nachfolger von Joachim Löw

Kandidatenkarussell in Fahrt

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Jürgen Klopp kommt als Bundestrainer im Sommer auf keinen Fall infrage, auch bei Hansi Flick wird es sehr schwierig. Ralf Rangnick hätte Interesse – aber will der DFB überhaupt einen unbequemen Visionär?

Fritz Keller verspürt nach der Zäsur angeblich keinen Druck. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) habe „die nötige Zeit, mit Ruhe und Augenmaß“ den Nachfolger für den im Sommer ausscheidenden Bundestrainer Joachim Löw zu benennen, hat der Präsident mitgeteilt. Keller verfügt im Gegensatz zu seinen präsidialen Vorgängern jedoch nicht mehr über die Richtlinienkompetenz für die Nationalmannschaft. Die Bundestrainerbesetzung regelt in der seit 2018 gültigen Struktur Oliver Bierhoff, was vielleicht deshalb nicht glücklich ist, weil der Direktor Nationalmannschaften und Akademie an den sinkenden Zustimmungswerten des DFB-Teams eine Mitverantwortung trägt.

Den größten Sympathieträger auf dieser Position bekommt der größte Sportverband nicht. Welttrainer und Werbefigur Jürgen Klopp, 53, stellte bei Sky ausdrücklich klar: „Ich habe ja einen Vertrag, und selbst wenn Liverpool mich jetzt rausschmeißen würde, wenn meine Zeit dann hier rum ist, dann werde ich ganz sicher ein Jahr Pause machen. Also funktioniert es einfach nicht.“ Auch bei Hansi Flick, 56, wird es schwierig: Der ehemalige Löw-Assistent, der als Sportdirektor den Verband aus dem Effeff kennt, sagte erst kürzlich: „Ich weiß, was es bedeutet, beim FC Bayern zu arbeiten, und sehe keinen Grund, über etwas anderes nachzudenken.“ Bierhoff aber wird diese Fährte sicher noch einmal aufnehmen, weshalb Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge vorsorglich über Sport 1 riet: „Wäre ich Trainer und sollte vom Arbeitgeber FC Bayern zum Arbeitgeber DFB wechseln, würde mir das lediglich ein Schmunzeln entlocken.“

Verbürgt ist das Interesse bei Ralf Rangnick. Der 62-Jährige hat prominente Kollegen beeinflusst: Allen voran Thomas Tuchel und Julian Nagelsmann, aber auch Marco Rose, Oliver Glasner oder Ralph Hasenhüttl berufen sich in verschiedener Form auf ihn. Derzeit kümmert sich der Schwabe um seine Stiftung in Leipzig, die Bewegungsangebote für Grundschulkinder offeriert. Er will aber nächste Saison wieder im Fußball arbeiten. „Ob in der Rolle als Sportdirektor, Sportvorstand, Manager oder Cheftrainer hängt letztendlich vom Bedarf und den Vorstellungen des jeweiligen Klubs bzw. Partners ab“, betonte Rangnick zuletzt im FR-Interview. Es gibt aber keinen Kontakt zum DFB – weil dieser sich vor einem Mann mit Visionen scheut?

Lösung Kuntz am billigsten

Rangnick hat sich immer als Mastermind mit übergeordneten Befugnissen betrachtet. Sein Credo: „Erfolg im Fußball ist planbar und dabei immer eine Sache von Teamwork.“ Er bestückt seinen Staff gerne mit den Besten und würde im Team hinter dem Team beim Nationalteam vieles auf den Prüfstand stellen. Ist das beim DFB gewollt? Bierhoff hat zu Rangnick ein eher distanziertes Verhältnis.

Womit der Spur womöglich eher zu Stefan Kuntz führt. Der U21-Nationaltrainer, bereits seit Sommer 2016 im Amt, wird wegen seiner positiven Art geschätzt. Der 58-Jährige trifft den Ton gegenüber der jungen Garde, hat gerade bei den Turnieren das Optimum herausgekitzelt, indem er eine leistungsfördernde Wohlfühlatmosphäre schuf, die zum EM-Titel 2017 und ins EM-Finale 2019 führte. Das könnte womöglich wichtiger als der letzte taktische Kniff sein.

Löw selbst hält viel vom früheren Nationalstürmer: Kuntz leiste „hervorragende Arbeit“ und habe „eine sehr gute Ansprache“ mit sehr viel Empathie. Bierhoff und Kuntz schätzen sich aus ihrer gemeinsamen aktiven Zeit, nicht zuletzt als Europameister 1996. Ein Gespann mit Kuntz und Löw-Assistent Marcus Sorg hätte für den DFB insofern Charme, weil beide auch bei der Liga gut ankommen. Nebenbei wäre es auch die billigste Lösung. Möglich aber auch, dass der Verband noch auf andere Kandidaten kommt. Zeit genug will man sich ja nehmen

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