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Pure Erleichterung: Mainz-Trainer Bo Svensson nach dem wichtigen Sieg in Bremen.
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Pure Erleichterung: Mainz-Trainer Bo Svensson nach dem wichtigen Sieg in Bremen.

Fußball-Bundesliga

Das irre Gedränge im Abstiegskampf

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Augsburg und Bremen zittern, Mainz, Köln und Bielefeld hoffen - und Berlin wartet noch. Über den Saisonendspurt im Tabellenkeller, der auch durch Corona entschieden werden könnte.

Es sind die bekannten Bilder, die nach einem Kellerkrimi entstehen. Ein Spieler liegt rücklings auf dem Rasen, die Füße weit von sich gestreckt, die Hände vors Gesicht geschlagen. Dazu japst der Körper nach Luft wie bei einem Maikäfer, der sich beim ersten Flug im Frühling vollkommen übernommen hat. Ludwig Augustinsson, Linksverteidiger des SV Werder, bot am Mittwochabend das Sinnbild der Bremer Enttäuschung. Derweil konnten die Protagonisten des FSV Mainz 05 ihr Glück nach einem 1:0 kaum fassen. Aus zwölf Punkten Rückstand auf einen Abstiegsrivalen ist jetzt ein Zähler Vorsprung geworden. Dazu das Bonusspiel gegen Hertha BSC in der Hinterhand.

Die Rheinhessen sind fünftbestes Team der Rückrunde, die Hanseaten haben sechs Mal in Folge verloren. „Jetzt werden wir höchstwahrscheinlich vier Endspiele haben“, ahnt Trainer Florian Kohfeldt. Anders als im Vorjahr war sein Team lange nicht in Abstiegsgefahr, nun wachsen die Sorgen, zumal die Mannschaft offenbar weniger Qualität hat. „Wir waren nicht gut genug, um es zu erzwingen“, gestand Kohfeldt und fügte an: „Mainz hat sich das über die letzten Monate verdient, das muss man anerkennen.“ Kollege Bo Svensson hat Tugenden geweckt, auch umkämpfte Spiele auf die Seite zu ziehen. „So eine Rückrunde hinzulegen wie jetzt, das ist nicht selbstverständlich“, sagte Torschütze Adam Szalai. „Es geht weiter, wir haben noch fünf Endspiele.“ Am Samstag gegen den FC Bayern wird es schwierig, allerdings ist in Mainz gerade nichts unmöglich.

Wie fast jedes Jahr kündigen sich die echten Dramen auf der Bundesliga-Zielgeraden nur im Tabellenkeller an, weil auch Arminia Bielefeld gar nicht dran denkt, die zugedachte Rolle als erster Absteiger zu bekleiden. Anders als der SC Paderborn hat dieser Aufsteiger aus Ostwestfalen erstklassige Nehmerqualitäten, der Trainerwechsel von Uwe Neuhaus zu Frank Kramer zeigt Wirkung. Das stürmende Urgestein Fabian Klos und Kollegen träumen vom direkten Klassenerhalt.

Abstiegssorgen plagen sogar wieder den FC Augsburg. Das 0:2 bei Eintracht Frankfurt war bereits die dritte torlose Partie in Folge, davor hatten die bayerischen Schwaben schon gegen Absteiger FC Schalke 04 und Kellerkind Bielefeld keinen Treffer zustande gebracht. „Wer es nicht schafft, ein Tor zu schießen, wird kein Spiel gewinnen“, fasste Trainer Heiko Herrlich zusammen. Dass sein Angreifer Alfred Finnbogason einen Handelfmeter locker über die Latte löffelte, passte zu den Nachlässigkeiten. Nun wird das Heimspiel gegen den 1. FC Köln (Freitag 20.30 Uhr) zum Charaktertest. Die Warnlampen bei Fehlschütze Finnbogason sind angeschaltet. „Wir wissen, was für Überraschungen am Ende noch passieren können“, sagt der 32 Jahre alte Isländer. Oft genug sei sein Team selbst noch an Konkurrenten vorbeigezogen, die sich in trügerischer Sicherheit wähnten.

Funkel plant den Coup

Solch ein Manöver hat auch Gegner Köln geplant, wo unter Friedhelm Funkel mit dem Coup gegen RB Leipzig (2:1) der Optimismus zurückgekehrt ist. Der routinierte Notretter versucht sich erst gar nicht an verbalen Verrenkungen. „Man kann nicht sagen, ob sechs, sieben oder zehn Punkte reichen. Erst mal wollen wir in Augsburg mit einem guten Spiel ein gutes Ergebnis erzielen. Dann sind 14 Tage Pause und wir schauen, was wir in den letzten drei Spielen noch holen müssen.“

Der 67-Jährige möchte mit Verzögerung beweisen, was ihm bei Fortuna Düsseldorf vor einem Jahr nicht mehr zugetraut wurde: eine Mannschaft noch zum Ligaverbleib zu führen.

Zum Zünglein an der Waage könnte einer von Funkels Ex-Klubs werden: Hertha BSC – wo der Routinier aus dem Rheinland 2010 den Sturz in die Zweitklassigkeit nicht verhindern konnte – gibt die große Unbekannte in allen Planspielen. Die nach mehreren Corona-Fällen verordnete Quarantäne gilt noch bis zum 29. April. Nun hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) das Restprogramm festgezurrt. Erst in Mainz (3. Mai), dann gegen Freiburg (6. Mai) und Bielefeld (9. Mai), danach bei Schalke (12. Mai), ehe ganz regulär die letzten Spieltage gegen Köln (15. Mai) und bei der TSG Hoffenheim (22. Mai) folgen. Sechs Spiele binnen 20 Tagen. Ein straffes Programm.

Dardai bleibt Optimist

Dass der Hauptstadtklub damit psychologisch im Nachteil ist, weil der Druck beim Anblick der Tabelle steigt, will Pal Dardai so gar nicht gelten lassen. „Von hinten nach vorn zu spielen, ist gut“, sagt der Hertha-Trainer. Nicht mal sein für die U16 kickender jüngster Sohn Bence darf derzeit aufs Gelände am Olympiastadion zum Kicken. Die Berliner Berufsfußballer schwitzen zu Hause auf Laufband, Fitnessrad oder Trainingsmatte. „Dem Teamgeist schadet es nicht. Wie sie ackern beim Online-Training, das kann auch positiv sein“, behauptete Dardai in einer Videoschalte. Der 45-Jährige jammert nicht. „Wir suchen kein Alibi, es gibt viel schlimmere Dinge im Leben.“ Mit dem Thema Wettbewerbsverzerrung habe er sich gar nicht beschäftigt. „Wir haben alles noch selbst in der Hand.“ Und das Wichtigste sei, dass alle gesund werden und bleiben. In Pandemiezeiten gibt es dem eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

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