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Das Image des DFB: „schlecht“ oder „sehr schlecht“

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Von: Jan Christian Müller

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Steht zurzeit unter einem schlechten Stern: der DFB.
Steht zurzeit unter einem schlechten Stern: der DFB. © imago images/Kirchner-Media

Studie: Große Kluft zwischen Basis und Verbandsspitze / Anti-DFB-Demo an der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise

Mehr als 90 Prozent der Menschen hierzulande bewerten das Image des Deutschen Fußball-Bundes als „schlecht“ oder „sehr schlecht“. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Würzburg und der Hochschule Ansbach. 11 725 Personen nahmen an der Umfrage teil, von denen über 70 Prozent im DFB organisiert sind.

„Unsere Studie lässt eine große Kluft zwischen der DFB-Spitze und der Basis erkennen, insbesondere bei den Themen Transparenz, Diversität und Belange der Amateure“, erklärt der Würzburger Sportwissenschaftler, Professor Harald Lange. Zudem habe das Image des eigenen Verbandes an der Basis extrem gelitten. „So sehr, dass mehr als die Hälfte der Befragten für die Führungsaufgaben im deutschen Fußball eine Alternative zum DFB einfordern“, so Lange weiter.

Auch beim Thema Präsidentschaft vor der Kampfabstimmung zwischen Peter Peters und Bernd Neuendorf am 11. März ist die Meinungslage klar: Über 90 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Transparenz beim Wahlverfahren. Fast drei Viertel befürwortet eine Urwahl statt der Wahl durch Delegierte aus den Präsidien der Landesverbände. Nur eine Minderheit der Basis traut den beiden Kandidaten Neuendorf (11,1 Prozent) und Peters (13,4 Prozent) das Amt des DFB-Präsidenten zu.

93,1 Prozent stimmten der Aussage zu, dass es der DFB-Spitze „nur um Macht und Geld“ geht, berichtet Lange. Nur 4,4 Prozent der Befragten würden der These zustimmen, dass die DFB-Spitze die Interessen des Amateursports gut vertritt. Nur 4,9 Prozent glauben, dass es den DFB-Funktionären um das Wohl des Fußballs geht.

Kandidat Bernd Neuendorf befindet sich derzeit auf Vorstellungstour bei den 36 Lizenzklubs, entweder persönlich oder per Videokonferenz. Sein Widersacher Peters hat gemeinsam mit seinem hessischen Team Silke Sinning und Ralf Viktora alle Profivereine angeschrieben, sein Konzept vorgestellt und den Vorschlag zu einem Treffen unterbreitet.

Derweil hat das Ordnungsamt der Stadt Frankfurt laut der Organisatoren eine Demonstration der „Initiative Neuanfang“ gegen den „Machtmissbrauch im DFB“ vom 2. bis 4. März jeweils zwischen 10 und 16 Uhr an der Wintersporthalle in der Nähe des Waldstadions genehmigt. Unmittelbar vor der DFB-Zentrale in der Sackgasse der Otto-Fleck-Schneide darf die öffentliche Versammlung indes nicht stattfinden. Organisator ist Uwe Hess aus dem Spessart, der mit einer 2400-Watt-Anlage anrücken will und hofft, dass „wenigstens auch ein paar Leute den Hintern hochbekommen“.

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