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Das große Gähnen

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Von: Jan Christian Müller

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Trifft wie er will, wie langweilig: Robert Lewandowski. Foto: dpa
Trifft wie er will, wie langweilig: Robert Lewandowski. © dpa

Die Bundesliga wird an der Spitze immer langweiliger. Wäre Geld vom Scheich da nicht eine prima Lösung? Ein Kommentar.

In seinen letzten paar Tagen im hohen Amt hat der Bundesliga-Chefoffizier Christian Seifert ausdrücklich auf Ergebnisse der Marktforschung hingewiesen: Die Fans wünschten sich demnach neben Unterhaltung beim Fußballgucken (Bier, Bratwurst, Schiri beschimpfen) auch Spannung. Das verwundert wenig. Man geht hin oder fläzt sich vor die Glotze, weil man vorher nicht wissen will, wie es hinterher ausgeht.

Die Spannung ist in der Spitze in Deutschland leider derart homöopathisch dosiert, dass sich das große Gähnen bis weit über Vorderasien hinauszieht. Schön für alle Bayerns-Fans, deren Schultereckgelenke vom ausdauernden Jubeln latent arthrosegefärdet sind.

In dieser Saison kommen zwei Begebenheiten mal wieder zusammen: Die Bayern sind zu gut. Die anderen sind zu schlecht. Was Dortmund und Leipzig sich aktuell zusammenkicken und entsprechend schon die weiße Fahne hissen, lässt sich auch nicht mit dem vielzitierten Münchner Finanzvorsprung erklären. Der ist zwar groß, aber nicht so groß wie der alljährliche Punktevorsprung.

Am 3. Dezember 2021 sah es noch so aus: Bayern München 31 Punkte, Borussia Dortmund 30. Am 18. Dezember 2021: Bayern 43, Dortmund 34.

Man muss es leider so deutlich sagen: Der alte Fahrensmann Heribert Bruchhagen hatte Recht, als er schon 2009 der damaligen Verteilung der TV-Gelder nur unter Protest zustimmte und vorgab, „dass die Bayern zwischen 2010 und 2020 mindestens achtmal Meister werden“. Rückblickend könnte man angesichts der Präzision dieser Voraussage glatt glauben, Bruchhagen sei ein berühmter emeritierter Mathematik-Professor. Dabei lehrte der Erfinder der Zementierungstheorie im deutschen Profifußballfinanzwesen bloß ein paar Jahre lang Sport und Geografie am Kreisgymnasium in Halle/Westfalen.

Finanziers wie Lars Windhorst (Hertha) oder Dietrich Mateschitz (Leipzig) haben es bisher ebenso wenig geschafft, den Bayern über eine lange Strecke Paroli zu bieten, wie Mäzene (Dietmar Hopp, Hoffenheim), die Geldbeschaffung an der Börse (Borussia Dortmund) oder die Anhäufung von Schuldenbergen (Schalke 04),

Eine fundamentale Gleichverteilung der Fernsehgelder ist allein aufgrund der beträchtlichen Mehreinnahmen in der Champions League illusorisch. Was realistisch bliebe, wäre die Abschaffung der 50+1-Regel. Dann kämen die dicken Bonzen aus Amerika oder den Wüsten-Emiraten und könnten sogar den 1. FC Kaiserslautern zurück auf Augenhöhe mit den Bayern pampern. Das könnte spannend werden. Aber das will ja niemand.

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