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Ganz schön eng. Zu eng? Foto: dpa
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Ganz schön eng. Zu eng?

Kommentar

Bundesliga: 2G oder 3G - FC St. Pauli mit beispielhaftem Konzept

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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2G oder 3G in Fußball-Stadien? Was machen Klubs, wenn Hardcore-Fans ausbleiben? Knicken sie ein? Das kann ja nicht sein. Ein Kommentar.

Hamburg - Der Weg zurück ist mit Schlaglöchern übersäht. Noch sind wir in Deutschland leider nicht so weit wie in Dänemark, wo die Impfquote höher und die Inzidenz niedriger ist und das Leben ohne Maske und Abstand Fahrt aufnimmt. Es wird gefeiert, ohne dass ein Arzt kommen muss.

Feierlichkeiten in deutschen Fußballstadien sind hierzulande umso ergiebiger möglich, je mehr Menschen bereit wären, sich 2G-Bedingungen - geimpft oder genesen - zu unterwerfen. Dann erlauben die Behörden in Hamburg jetzt sogar Vollauslastung, in Frankfurt zum Heimspiel am Samstag gegen Köln immerhin 31 000 statt 25 000 Besucher:innen. Aber: Die aktive Fanszene, die weit über den harten Kern der Ultras hinausgeht, verfügt gerade in Frankfurt über eine bedeutende Hausmacht. Große Teile möchten nicht, dass ungeimpft Getestete außen vor gelassen werden.

Bundesliga: Eintracht zeigt sich solidarisch

Die Eintracht zeigt sich solidarisch, verzichtet auf die zusätzliche Kapazität von 6000 Fans und fordert, dass auch Ungeimpfte Zugang zum Stehblock erhalten. Der Druck auf den Klub ist groß; das Dilemma offenkundig: Bei einem 2G-Konzept dürfen mehr Menschen in die Arena gelassen werden. Aber die größte Gruppe folgt nur dann, wenn ultimativ niemand ausgeschlossen wird.

Durchaus denkbar, dass das Frankfurter Gesundheitsamt zum übernächsten Heimspiel gegen Hertha BSC am 15. Oktober sogar ein volles Stadion erlaubt, vorausgesetzt, es kommen nur Geimpfte und Genesene. Wenn aber die Mehrzahl der Fans diese Freiheit als unbedeutender beurteilt als die Einschränkungen für Ungeimpfte, dann würde das Waldstadion sich niemals füllen. Das ist eine lose-lose-Situation für die Eintracht. Es wird spannend zu beobachten, ob sie sich dem Druck der Fanszene beugt oder ob sie es hinbekommt, in Gesprächen klügere Lösungen zu finden.

Das ist aber auch deshalb schwierig, weil ein wesentlicher Teil der Fans sich während der Coronazeit ein gutes Stück vom Profifußball entfremdet hat. Der vielfach verklärte Fan-Blick ist einer neuen Distanz auf das Unterhaltungsbusiness gewichen.

Bundesliga: FC St. Pauli als Beispiel

Vielen Frankfurter Fans geht es jetzt um das Prinzip der Geschlossenheit: entweder alle oder niemand. An anderen Standorten ist das ähnlich. Hinzu kommt, dass ein Gutteil der Fans die Datenerfassung ablehnt, die aufgrund der Kontaktnachverfolgung sowohl für Geimpfte und Genesene als auch für Getestete gilt.

Beispielhaft hat es der FC St. Pauli geschafft, mit einer sehr klaren Kommunikation weite Teile der Fan- und Ultraszene hinter ein G2-Konzept zu scharen, das der Zweitligist bereits Anfang vergangener Woche vorstellte. Der Verein verweist zurecht darauf, dass er „die Impfung für die geeignetste Form des Schutzes vor dem Virus und für den naheliegendsten Weg“ hält, „Veranstaltungen zu ermöglichen, die den Menschen wieder Perspektiven, soziale Kontakte und wichtigen zwischenmenschlichen Austausch bieten“.

Es wäre schön, wenn diese Einsicht sich flächendeckend durchsetzen würde, Bei Vereinen und Fangruppen gleichermaßen. Es geht auch darum, Vorbild zu sein.

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