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Darmstädter Hütchenspieler

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Von: Daniel Schmitt

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Hut auf! Braydon Manu (re.) überzeugt. dpa
Hut auf! Braydon Manu (re.) überzeugt. dpa © dpa

Mit taktischer Variabilität will der SV 98 die Gegner austricksen: Braydon Manu und Marvin Mehlem stechen hervor.

Manchmal bei diesen flinken Wendungen, den kurzen Sprints, den schnellen Passfolgen wussten die Verteidiger aus Sandhausen nicht mehr so ganz, wo sich die Darmstädter Offensiven denn nun befinden. Links, rechts, oder etwa doch in der Mitte? Wohin sind sie denn bitteschön jetzt schon wieder entwischt? Was in manch Fußgängerzone gerne von zwielichtigen Banden zur Geldvermehrung betrieben wird, vollführten die Zweitligakicker aus dem Hessischen auf dem Rasen im Böllenfalltor-Stadion ganz nach dem Gusto ihres Trainers Torsten Lieberknecht - zumindest mit etwas Vorstellungskraft: den Hütchenspieler-Trick.

Braydon Manu und Marvin Mehlem, die beiden Torschützen des SV Darmstadt 98 beim 2:1-Heimsieg am Freitagabend gegen den SV Sandhausen, waren kaum zu greifen für die Gegenspieler, ihre Wege kaum vorhersehbar. Und dann noch dieser Torjubel, jener von Braydon Manu, den er sich bereits in der Schlussphase der vergangenen Saison angeeignet hat und ihn herüber rettete in die aktuelle Runde: Zunge raus, Fischerhut auf – passt ins Bild.

Doch es läuft noch nicht alles rund beim Vorjahresvierten, keine Frage, „wir finden uns noch“, sagt Trainer Lieberknecht, die Richtung aber ist offensichtlich. Nach dem Abgang von Luca Pfeiffer, dem erfolgreichsten Torschützen, soll die Mannschaft variabler in ihrem Angriffsspiel werden, soll die offensive Last nicht alleine bei Phillip Tietz verbleiben, sondern auf mehrere Schultern verteilt werden. Gegen Sandhausen probierte Lieberknecht in Abwesenheit der Verletzten Aaron Seydel, Mathias Honsak und Oscar Vilhelmsson den Flügelflitzer Manu als zweite Spitze aus, dahinter durfte Mehlem das Spiel gestalten. Beide Männer, nur 1,70 und 1,74 Meter klein, trumpften groß auf, rochierten viel, sprintete mal in die Tiefe, um kurz drauf wieder an der Seitenlinie aufzutauchen. „Ich habe mich wohlgefühlt dort vorne“, so Manu.

Zu viele einfache Fehler

In der Vorbereitung hat Lieberknecht taktisch einige Neuheiten ausprobiert, der Coach ließ unter anderem fleißig die in der vergangenen Saison kaum genutzte Dreierkette trainieren, um sie nun schon am zweiten Spieltag auch im Ernstfall erstmals anwenden zu können. „Wir wollen ein gutes Positionsspiel generieren“, sagt Lieberknecht, weiß aber, dass seine Mannschaft über die guten Ansätze hinaus noch zu viele einfache Fehler in ihr Spiel einstreut: „Wir sind noch nicht so weit, wie wir uns das vorstellen. Der Sieg war aber wichtig fürs Gemüt.“

Die nächste Bewährungsprobe wartet erst in einer Woche: Am kommenden Montag steht das Erstrundenduell im DFB-Pokal beim Drittligisten FC Ingolstadt an.

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