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Gut drauf: Lilien-Torwart Marcel Schuhen.

Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden

SV Darmstadt 98: Wenn das Gefühl fehlt

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Der SV Darmstadt 98 sehnt einen Sieg gegen die Dresdener „Schnicker“ herbei - und das trotz eines leichten Schädelbrummens bei Trainer Dimitrios Grammozis.

Im Nachhinein betrachtet, so mit zweieinhalbmonatigem Abstand, sollte sich der SV Darmstadt 98 noch einmal beim Rücken von Martin Thomsen bedanken, bei der Kehrseite des Schiedsrichters aus Kleve. Kurz zur Erinnerung: Die Nachspielzeit im Auswärtsduell der Lilien bei Zweitligakonkurrent Hannover 96 war bereits angebrochen, da touchierte der Ball erst Thomsen, um dann vor die Füße von Marc Stendera zu hoppeln. Ein satter Fernschuss des Ex-Frankfurters in den Winkel, der späte Ausgleich für Hannover. Der dann doch keiner war, dem Rücken von Thomsen sei dank. Der Treffer zählte nicht wegen der ungewollten Einflussnahme des Unparteiischen. Darmstadt jubelte über den so wichtigen vierten Saisonsieg.

Am 25. November 2019 war das, da punkteten die südhessischen Fußballer dreifach, das bis heute letzte Mal, anschließend folgten eine Niederlage und fünf Punkteteilungen. Natürlich hätten die Unentschieden der Mannschaft eine niederlagenfreie Zeit beschert, sagte auch der Darmstädter Trainer Dimitrios Grammozis: „Aber auf der anderen Seite lassen sie uns das Gefühl des Sieges vermissen.“ Die Mannschaft brauche nun dringend einen Erfolg, weil sie Woche für Woche alles aus sich heraushole. „Wir wollen dieses Gefühl so schnell wie möglich wieder zurückbekommen.“

Am besten am heutigen Freitagabend (18.30 Uhr) im Gastspiel beim Tabellenletzten Dynamo Dresden. Drei Zähler Vorsprung haben die Darmstädter vor dem VfL Bochum auf Relegationsplatz 16, die Sachsen auf Rang 18 liegen sechs Punkte zurück. Das ist beides nicht besonders viel, das heutige Aufeinandertreffen der beiden Klubs also ein ungemein wichtiges. Eine Niederlage und die Darmstädter wären wieder mittendrin im Schlamassel, ein Sieg und die Lage würde sich enorm beruhigen. Und ein weiteres Remis? Wäre wohl vor allem für Dresden zu wenig.

Die Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski zeigt sich in diesem Kalenderjahr bisher formverbessert. Aus drei Spielen holte Dynamo vier Punkte, auf die Niederlage gegen den VfB Stuttgart folgten ein Sieg gegen Karlsruhe und zuletzt ein Unentschieden gegen Heidenheim. Nicht brillant, aber doch ordentlich. Zumindest der Glaube vom Klassenerhalt ist wieder vorhanden. „Dresden ist eine Schnicker-Mannschaft, die gerne Fußball spielt. Man darf sie auf keinen Fall ins Spielen kommen lassen“, warnt Grammozis. Vor allem der in der Januartransferphase aus Freiburg verpflichtete Marco Terrazzino sei ein „absoluter Topspieler“ für die zweite Liga.

Der beste Schnicker aufseiten der Darmstädter wird dagegen gesperrt fehlen, Marvin Mehlem sah zuletzt gegen Osnabrück seine fünfte Gelbe Karte der Saison. Alternativen für den Offensivmann stehen mit Mathias Honsak, Fabian Schnellhardt oder Marcel Heller genügend bereit, zumal Coach Grammozis gar eine Systemanpassung vornehmen könnte. Statt mit einer Spitze diesmal mit deren zwei zu beginnen. „Das letzte Spiel hat gezeigt, dass es auch mit zwei Stürmern geht“, sagt der Trainer selbst. Der wiedergenesene Felix Platte erzielte nach seiner Einwechslung gegen Osnabrück an der Seite von Torjäger Serdar Dursun prompt einen Treffer. Ob dieser freien Auswahl nimmt Grammozis gar ein Schädelbrummen gerne in Kauf: „Ich freue mich über die leichten Kopfschmerzen, die mir die vielen Optionen bereiten.“

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