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Victor Palsson im zweikampf mit zwei Osnabrückern.

0:4-Niederlage beim VfL Osnabrück

Schmerzhafte Abreibung für Darmstadt 98

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Darmstadt 98 verliert in Osnabrück verdient mit 0:4, weil die Lilien bei weitem nicht ihr Niveau der ersten Saisonauftritte erreichen.

Natürlich hatte vor dem Spiel keiner der Darmstädter Verantwortlichen etwas darüber gesagt, natürlich wäre es auch eher unerheblich gewesen an so einem dritten Spieltag in der noch in den Babyschuhen steckenden Spielzeit. Aber dennoch: Manch ein Tollkühner im Umfeld des SV 98 merkte den Fakt zumindest hinter vorgehaltener Hand an. Ein 3:0-Erfolg der Darmstädter am Montagabend beim Aufsteiger VfL Osnabrück und die Südhessen hätten gemeinsam mit dem einstigen Erstligadino Hamburger SV die Tabellenspitze in Liga zwei übernommen. Bei einem 4:0 sogar alleine. Das wäre ja wirklich ganz nett gewesen, so etwas verleitet rasch zur angenehmen Träumerei. Allerdings: Es blieb bei jener Wunschvorstellung. Nach 90 Minuten stand aus Sicht der Lilien nämlich kein 4:0-Auswärtserfolg, nicht mal für einen 1:0-Sieg reichte es. Stattdessen verloren die Gäste im Stadion an der Bremer Brücke verdient mit 0:4 (0:1).

Der Darmstädter Trainer Dimitrios Grammozis hatte im Vorfeld der Begegnung schon geahnt, dass es trotz des überzeugenden Saisonstarts mit vier Zählern aus zwei Spielen eine schwierige Prüfung in Niedersachsen werden könnte. Er hatte von seiner Mannschaft vor allem gefordert, ein angemessenes Maß zwischen Attacke und Absicherung zu finden. Er unterstrich das mit seiner Aufstellung. Im Mittelfeld schickte er den Abräumer Victor Palsson anstelle des spielstärkeren Fabian Schnellhardt aufs Feld, rechts hinten gab zudem erzwungenermaßen Mandela Egbo sein Startelfdebüt. Der 22 Jahre alte Neuzugang von Borussia Mönchengladbach vertrat den wegen muskulärer Probleme verhinderten Patrick Herrmann. Und dennoch sahen sich die Gäste schon direkt nach dem Anpfiff in die Defensive gedrängt. Osnabrück ging früh drauf, störte das Aufbauspiel der Lilien, die den Ball doch arg einfach dem Gegner überließen. Das wurde gerechterweise bestraft.

Erst scheiterte VfL-Stürmer Etienne Amenyido noch knapp mit dem Fuß (2.), nach 16 Minuten aber köpfte er den Ball aus kurzer Distanz zum 1:0 für Osnabrück über die Torlinie. Selbst hatten die Darmstädter bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen einzigen flüssigen Angriff auf den Rasen gebracht. Zudem wurden sie immer wieder von den langen, hohen Bällen der Hausherren auf dem falschen Fuß erwischt. Die Kugel segelte ein ums andere Mal hinter die Abwehrspieler, die Mühe hatten, die drohende Gefahr rechtzeitig wieder einzudämmen. Ein Schuss von des Osnabrückers Kevin Wolze ging neben den Kasten (23.).

Viele ruppige Zweikämpfe

Erst nach einer knappen halben Stunde tauchten die Grammozis-Schützlinge erstmals selbst gefährlich im gegnerischen Strafraum auf. Nach einer Freistoßflanke von Yannick Stark köpfte Innenverteidiger Immanuel Höhn aufs Tor, VfL-Keeper Nils Körber wehrte den Versuch gerade noch ab. Von dieser Annäherung angetrieben wurde das Spiel der Gäste etwas zielstrebiger. Die Pässe kamen nun häufiger an, vor allem wurden die Zweikämpfe intensiver angenommen, teils sogar zu intensiv. Gleich drei Darmstädter holten sich vor der Pause wegen ihres ruppigen Einsteigens berechtigte Gelbe Karten ab. Beide Teams produzierten zudem je elf Fouls in 45 Minuten, eine Menge. Da war mächtig Dampf drin in diesem Duell.

Selbst Dimitrios Grammozis machte teils den Anschein, als wolle er selbst mitzocken auf dem Rasen, so engagiert wetzte er in seiner Coachingzone an der Seitenlinie auf und ab. Bis zur Pause war die Partie dann weitestgehend ausgeglichen, wobei keine Mannschaft mehr nennenswerte Möglichkeiten herausspielen konnte.

Die zweite Hälfte begann für die Lilien dann ohne ihren Torjäger Serdar Dursun. Er wurde durch Mathias Wittek ersetzt, was gleichbedeutend mit einer Reduzierung der Abwehrreihe von vier auf drei Spieler war. Doch das neue System fruchtete nicht. Ganz im Gegenteil. In der 51. Minute kombinierten sich die Osnabrücker sehenswert durchs Mittelfeld- und Abwehrzentrum der Darmstädter, die am Ende nur noch zuschauen konnten, wie der durchgestartete Wolze den Ball an ihrem Schlussmann Florian Stritzel vorbei ins Tor schoss. Anschließend versuchten die Südhessen zwar, das Spiel noch einmal zu drehen, Erfolg hatten sie damit nicht. Die Leistung war schlicht nicht gut genug dafür. Stattdessen schraubte Osnabrück den Vorsprung nach oben. Erst traf Anas Ouahim (72.), dann der ehemalige Frankfurter Marcos Alvarez (79.) zum Endstand.

Bereits am Freitag besteht für Darmstadt immerhin die Chance zur raschen Rehabilitation, diesmal geht es im eigenen Stadion gegen Dynamo Dresden. Der Tabellendreizehnte empfängt den Tabellenvierzehnten. So schnell kann’s manchmal gehen.

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