1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball

Darmstadt siegt bei der Rotflut in Hamburg

Erstellt:

Von: Jakob Böllhoff

Kommentare

Hartes Einsteigen: Hamburgs Jonas Meffet grätscht Marvin Mehlem ab.
Hartes Einsteigen: Hamburgs Jonas Meffet grätscht Marvin Mehlem ab. © dpa

Die Südhessen erklimmen mit Auswärtssieg die Zweitligaspitze / Vier Platzverweise prägen die zweite Halbzeit

An einem bunten Abend im hohen Norden hat der SV Darmstadt 98 den nächsten Sieg in der Zweiten Fußball-Bundesliga gefeiert und sich an die Spitze der Tabelle gesetzt. In einem wilden Spiel mit insgesamt vier roten und acht gelben Karten gewann das Team von Trainer Torsten Lieberknecht dank eines Blitzstarts mit 2:1 (2:0). Patric Pfeiffer (4. Spielminute) und Phillip Tietz (7.) überraschten die Hamburger mit zwei schnellen Kopfballtoren. Nach der Pause fiel nur noch ein Treffer, durch Ransford Königsdörffer (87.). Beim Schlusspfiff war der Hamburger dann schon nicht mehr auf dem Platz. Dessen war er kurz vor Schluss verwiesen worden, und er war bei weitem nicht der einzige.

Während die zweite Halbzeit das Spiel stetig in eine größer angelegte Rauferei verwandelte, hatte die erste mit einem rein sportlichen Knalleffekt begonnen. Sollte irgendeine verlorene Seele tatsächlich noch Zweifel daran gehabt haben, dass das Hamburger Volksparkstadion ein gutes Pflaster für die Darmstädter Fußballer, dürften diese am Freitagabend jedenfalls schnell verflogen sein.

Reine Kopfssache eben, so ein Start in ein Fußballspiel: Patric Pfeiffer köpfte die Darmstädter Führung nach einer Ecke von Tobias Kempe, und Torjäger Phillip Tietz, der trotz lädiertem Nasenbein spielen konnte, legte bald nach, ebenfalls mit dem Schädel, ebenfalls auf Vorarbeit von Kempe. Hinten standen die Lilien stabil, vorne setzten sie immer wieder Akzente mit dem wirksamen Sturmduo Phillip Tietz/Braydon Manu.

Nach der Pause war an Fußball dann fast nicht mehr zu denken. Andere Kräfte übernahmen. Klaus Gjasula machte den Anfang, als er berechtigterweise Gelb-Rot sah nach einem zu harten Einsteigen im Mittelfeld (58.). Doch die numerische Überzahl der Hamburger hielt nicht lange. Aaron Opoku, kurz zuvor erst eingewechselt, sah glatt Rot für eine Tätlichkeit gegen Fabian Holland, er hatte den Lilien-Kapitän abseits des Balles mit voller Wucht in die Hüfte getreten (64.). Platzverweis Nummer drei des Abends war dann Königsdörffer vorbehalten, der, eben noch Torschütze zum 1:2, Frank Ronstadt mit einer Schlagbewegung im Gesicht traf (89.). Dies wiederum hatte zur Folge, dass Hamburgs Sportvorstand wutenbrannt aufs Feld lief und sich auf dem Weg zurück ebenfalls Rot von Schiedsrichter Robert Schröder einhandelte.

Den Darmstädter Tabellenführern konnte es egal sein. Wenig später gingen sie feiern, vor dem Gästeblock, mit ihren Fans. Ein gewohntes Bild an einem ungewohnten Abend. böl

Auch interessant

Kommentare