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Neuzugang Seungho Paik (rechts) im Zweikampf mit Johannes Geis.

Nach 3:3 gegen Nürnberg

Darmstadt 98: Auf dem richtigen Weg

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Der SV Darmstadt 98 punktet zwar nicht wie gewünscht, die fußballerische Leistung gegen den 1. FC Nürnberg aber macht Mut für die Zukunft.

Als sich der Puls ein wenig gesenkt hatte, die Spieler mal unter der Dusche ihr Mütchen hatten abkühlen können nach diesem „wilden Hin und Her“, wie es Kapitän Fabian Holland formulierte, setzte sich bei den meisten Profis des SV Darmstadt die Erkenntnis durch, dass das ja eigentlich ganz gut war, jenes turbulente 3:3 im eigenen Stadion gegen den Bundesligaabsteiger aus Nürnberg. Na klar, zweimal hatten die Südhessen geführt, 1:0 in der ersten Hälfe und fünf Minuten vor dem Abpfiff noch mal mit 3:2, ein Darmstädter Sieg wäre also allemal drin gewesen. Daher hätte man schon einigermaßen enttäuscht sein können.

Letztlich überwog trotz des späten, nicht unverdienten Ausgleichs der Franken aber der Gedanke, dass die Vorstellung vor allem fußballerisch ein Schritt in die richtige Richtung war. So brachten die meisten Darmstädter Profis denn auch mit einem Lächeln im Gesicht die knapp 200 Meter von der Kabine zu ihren geparkten Autos hinter sich – begleitet von ebenfalls recht zufrieden dreinblickenden Fans, die einerseits um Selfies baten, andererseits ihren Jungs Mut zusprachen für die kommenden Aufgaben. Mut, an das zuletzt Geleistete anzuknüpfen und jetzt ja nicht in eine negative Stimmung zu verfallen.

Denn, ganz klar, so richtig zufrieden können sie am Böllenfalltor mit dem bisher Erreichten eigentlich nicht sein. Sechs Punkte nach sechs Spieltagen sind eine durchwachsene Bilanz, fast eine schlechte. Als Tabellen-13. hat das Team in dieser zugegebenermaßen noch sehr frühen Phase der Saison nur einen Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone. Die letzten vier Spiele wurden alle nicht gewonnen, bei den Heimpartien gegen nicht gerade starken Dresdener und Nürnberger konnten gerade mal zwei Punkte ergattert werden. Vor allem nach dem guten Saisonstart mit vier Zählern aus den ersten beiden Begegnungen sowie dem souveränen Einzug in die zweite Pokalrunde war das sicher nicht der erhoffte Verlauf. Und dennoch: „Ich denke, wir haben bei der Niederlage in Sandhausen schon einen Schritt nach vorne gemacht. Und auch diesmal gegen Nürnberg war es wieder ein guter Schritt“, ordnete Holland die Leistungen treffend ein, ehe er noch hinzufügte, was nun mal oberste Priorität im sportlichen Wettkampf besitzt: „Aber klar wollen wir so ein Spiel auch mal gewinnen.“

Die nächste Chance bietet sich den Darmstädtern dafür am Freitag. Um 18.30 Uhr treten die Südhessen beim 1. FC Heidenheim an, dem Tabellenneunte, der am Samstag mit 3:0 gegen Holstein Kiel gewann und nun zwei Zähler mehr hat als die Lilien. Um alsbald an der Brenz oder eine Woche darauf beim VfL Bochum auch mal wieder dreifach zu punkten, werden nun vordringlich drei Dinge wichtig sein für die Darmstädter.

„Haben Charakter gezeigt“

Zum einen den eingeschlagenen fußballerischen Weg fortzusetzen. Gegen Nürnberg hatte Trainer Dimitrios Grammozis im Mittelfeld auf Männer vertraut, die wissen, wie sie mit dem Ball umzugehen haben. Viele kurze Pässe wurden gespielt, nur ab und an mal ein längerer eingestreut. Das war häufig nett anzusehen und mündete in Chancen und Toren. Gerade Neuzugang Seungho Paik, südkoreanischer Nationalspieler, schaffte es bei seinem Debüt, gleich voll eingebunden zu sein in die Passstaffeten. Der 22-Jährige, so die erste Prognose, könnte den Lilien-Auftritten auf Dauer einige, positive Impulse fürs Aufbauspiel bringen.

Zum anderen wird es aber natürlich auch darauf ankommen, künftig wieder weniger Gegentreffer zu kassieren, Nicht um sonst hatte Grammozis während des Spiels mehrfach mit beiden Händen bedeutet, als gesamtes Team enger zusammenzustehen. Die Stürmer sollten nicht so weit von den eigenen Verteidigern weg sein, und umgekehrt. Manchmal war bedingt durch den Attacke-modus doch ein wenig zu viel Raum für des Gegners Spieler übrig. Und drittens sollten auch Rückschläge eingepreist werden, die das Team dann nicht sofort aus der Bahn werfen. Torjäger Serdar Dursun sieht darin das geringste Problem: „Diese Mannschaft hat Charakter, das hat sie bewiesen.“

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