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Darmstadt klettert auf direkten Aufstiegsrang - Matchwinner Honsak

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Von: Jakob Böllhoff

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Pure Freude; Mathias Honsak nach dem Siegtor.
Pure Freude; Mathias Honsak nach dem Siegtor. © imago images/Jan Huebner

Darmstadt 98 gewinnt ein wildes Spiel dank eines Last-Minute-Tores, das Trainer Lieberknecht vorhergesagt hatte.

Es fing nicht gut an. Nicht einmal eine Minute war gespielt, da missriet dem Darmstädter Torwart Marcel Schuhen ein Pass im Spielaufbau, der Dresdner Julius Kade kam an den Ball, in guter Schussposition. „Da fragt man sich: Junge, hast du den Schuhspanner drin gehabt?“, berichtete Schuhen nach dem Spiel am späten Samstagabend. Er tat das bester Laune, weil, erstens, Kade das Präsent zu Spielbeginn nicht zu nutzen wusste, weil Schuhen sich, zweitens, schnell fing nach dem anfänglichen Schockmoment, und weil, drittens, dieses Zweitligaspiel wesentlich besser aufhörte für den SV Darmstadt 98, als es angefangen hatte.

Dritte Minute der Nachspielzeit: Noch einmal hatten die Gäste aus Hessen sich Richtung Dresdner Tor bewegt, wie sie es so oft getan hatten in den vorangegangenen 92 Minuten. Stürmer Luca Pfeiffer hatte ein weiteres Mal bewiesen, wie wichtig er auch ohne eigenen Treffer für die Lilien ist, den Ball mit Ruhe, Übersicht und Technik gesichert, ihn dann nach rechts im Dresdner Strafraum gespielt, zum aufgerückten Rechtsverteidiger Matthias Bader. Der beförderte die Kugel direkt flach vor den Kasten, und Mathias Honsak, der zur Halbzeit eingewechselte Darmstädter Angreifer, spitzelte den Ball am verdutzten Torwart Anton Mitryushkin vorbei ins Dresdner Tor. Es war der Siegtreffer bei diesem 1:0 (0:0) in Sachsen.

Drei Aluminiumtreffer

Ein Moment der Erlösung für die Darmstädter, die nun auf einem direkten Aufstiegsplatz rangieren. „Das waren pure Emotionen und die pure Freude, mit den Fans und der Mannschaft zu feiern. Heute wird für uns alle vielleicht noch eine längere Nacht“, sagte Honsak aufgewühlt, der eine Prophezeiung seines Trainers wahrgemacht hatte: „Er hat vor meiner Einwechslung zu mir gesagt: ‚Honsi, heute ist es wieder so weit. Du machst dein Tor‘“. Lieberknecht befand, sein Team sei der „glückliche Sieger. Glücklich darum, weil der Zeitpunkt des Tores so spät war. Das Spiel hat in der Nachspielzeit eine Wendung genommen, mit der keiner mehr gerechnet hatte.“

Wobei man ja bis zum Schluss eigentlich mit allem rechnen musste in dieser wilden Zweitligabegegnung. Hin und her war es gegangen, mit vielen Szenen rund um die Strafräume, am Ende standen 14 Dresdner und 22 Darmstädter Torschüsse auf dem Statistikzettel. Zweimal scheiterte Dynamo am Aluminium, einmal die Lilien, und alleine in den letzten zehn Minuten geschah mehr vor den Toren als in manch einem Spiel insgesamt. Kurz vor Honsaks Lucky Punch hatte Kade den Ball noch denkbar knapp an Schuhens Tor vorbeigeschossen.

Verdient war der Erfolg dennoch für die Darmstädter, nie verloren sie den Glauben oder die Geduld, wofür der fein konstruierte Siegtreffer das beste Beispiel war. So ein Tor schießt man nicht, wenn man nicht weiß, was man tut, und auch davon überzeugt ist.

Fürs Seelenleben des SVD war der Erfolg dabei mindestens genau so wichtig wie für das Punktekonto. Zuvor hatte die Lieberknecht-Elf nur eines von fünf Ligaspielen in diesem Kalenderjahr gewinnen können, mit dem 0:5 Anfang Februar gegen den Hamburger SV begann eine Durststrecke von drei sieglosen Partien in Folge. „Das fühlt sich heute erst einmal extrem wichtig an“, sagte Schuhen: „Wie wichtig er am Ende der Saison ist, werden wir sehen.“

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