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Darmstadt 98 und der Plan für die nächste Attacke

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Von: Daniel Schmitt

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Spielen sie weiter in Darmstadt? Pfeiffer (li.) und Skarke.
Spielen sie weiter in Darmstadt? Pfeiffer (li.) und Skarke. © IMAGO/Jan Huebner

Darmstadt 98 muss nach dem Nichtaufstieg nicht bange sein, das Gerüst des Teams wird bleiben

Carsten Wehlmann, den, wenn man so will, Sunnyboy unter den Sportchefs des deutschen Zweitligafußballs, bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Der Mann mit der wallenden Mähne ist ein entspannter Typ, meist gut gelaunt, meist lächelnd, eigentlich immer freundlich, selbst in hektischen Zeiten wirkt er auf andere wie die Ruhe in Person - oft im Gegenteil zu seinem wichtigsten Angestellten, dem Darmstädter Cheftrainer Torsten Lieberknecht. Aber das nur am Rande.

Als am Sonntagnachmittag also der Nichtaufstieg der Lilien besiegelt war, die Enttäuschung natürlich auch Wehlmann versuchte einzufangen, ließ er das äußerlich von sich abprallen. Er klapperte dann die traurigen Profis ab, klopfte ihnen tröstend auf die Hinterköpfe, klatschte mit ihnen ab, nahm sie in den Arm. Alles gut, alles gut, bald wird’s besser.

Wehlmann steht in der öffentlichen Wahrnehmung nicht selten im Schatten des wortgewandten Lautsprechers Lieberknechts, an seiner Kompetenz aber bestehen keine Zweifel. So gelang es dem 49-Jährigen im betriebsamen Aufstiegsrennen, das erst in letzter Viertelstunde entschieden wurde, frühzeitig die Weichen für die kommende Runde zu stellen. Er habe stets mit der Zweitklassigkeit für den SV Darmstadt geplant, sagt Wehlmann, die Bundesliga wäre nur der Bonus gewesen. Entsprechend gelassen sieht er der nahenden Sommer-Transferphase entgegen, etliche Verträge, unter anderem von Trainer Lieberknecht, konnten zuletzt bereits verlängert werden. Ein derart ausgeprägter personeller Umbruch wie im Vorjahr deutet sich aktuell nicht an - eher im Gegenteil, wenngleich manch Lilien-Profi nach der punktemäßig besten Zweitligasaison der Darmstädter Vereinsgeschichte durchaus auch bei anderen Klubs Interesse geweckt haben dürfte.

Doch lediglich zwei Stammspieler besitzen für die kommende Runde keinen Vertrag in Südhessen: Angreifer Luca Pfeiffer und Außenbahnrenner Tim Skarke. Bei 17-Tore-Mann Pfeiffer, zuletzt ausgeliehen, würden die Lilien gerne eine Einigung mit dessen dänischem Stammklub FC Midtjylland erzielen, was sich jedoch als nicht ganz einfach darstellt. Für einen Kauf des 25-Jährigen, der sich pudelwohl am Bölle fühlt, verfügen die Lilien eher nicht über genügend finanzielle Mittel, eine erneute Leihe ist dagegen noch denkbar. Bei Skarke, der eigentlich gerne in die Bundesliga möchte („Ein Kindheitstraum“) haben sich die bereits seit Monaten geführten Gespräche noch nicht verfangen. Die (finanziellen) Vorstellungen von Verein und Spieler sollen zuletzt ein ganzes Stück auseinander gelegen haben, ein erstes Angebot lehnte Skarke im März jedenfalls ab.

Bei den auslaufenden Verträgen der Ersatzleute Leon Müller und Adrian Stanilewicz pochen die Lilien ihrerseits nicht auf eine Verlängerung, bei Lasse Sobiech, dem so oft verletzten Abwehrmann, drängt die Zeit nicht, dürfte die Nachfrage auf dem Markt für ihn eher durchwachsen sein.

Spieler wie Patric Pfeiffer und Matthias Bader, die sich mit starken Leistungen in den Vordergrund gespielt haben und auch für Bundesligisten interessant sein könnten, besitzen derweil gültige Arbeitspapiere in Südhessen. Bei ihm, so Wehlmann bezüglich des Defensiv-Duos, habe jedenfalls bisher „noch keiner am T-Shirt gezerrt“.

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