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Darmstadt 98: Sehr reizend

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Von: Jakob Böllhoff

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Hat in dieser Woche seinen Vertrag bei den Lilien verlängert: Torsten Lieberknecht.
Hat in dieser Woche seinen Vertrag bei den Lilien verlängert: Torsten Lieberknecht. © dpa

Der Aufstieg in die Bundesliga für den SV Darmstadt 98 ist noch drin, doch nach zuletzt zwei Niederlagen gilt für die Lilien im Spiel beim FC St. Pauli: Verlieren verboten.

Nun wird sich also zeigen, ob es in Darmstadt ein grundsätzliches Problem mit dem Vornamen Torsten gibt. Das bislang letzte Mal, dass der örtliche Fußball-Zweitligist den Vertrag mit seinem Trainer über mehrere Jahre verlängerte, sei ja bei Torsten Frings gewesen, sagte der Reporter, und das sei bekanntermaßen überhaupt nicht gut ausgegangen.

Ob er darüber schon mal nachgedacht habe? Da sah Torsten Lieberknecht etwas verdutzt aus, oben auf dem Podium vor den Mikrofonen, er wisse gar nicht, was er dazu sagen solle, sagte er: „Ich bin da jetzt fast ein bisschen betrübt. Ich freue mich einfach, dass man mit mir verlängert hat.“

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Darmstadt 98: Torsten Lieberknecht verlängert Vertrag bis 2025

Tatsächlich wird Lieberknecht, sollte er Lust haben, darüber nachzudenken, schnell dahinterkommen, dass der Sachverhalt ein Kompliment für ihn ist. Ein Vertrauensbeweis im Vertrauensbeweis. Seit das mit Torsten Frings 2017 schiefging, sind die Darmstädter ja sehr vorsichtig, was längere Bindungen mit ihren Cheftrainern angeht. Sie wissen, wie wenig Spaß es macht, längst beurlaubte Mitarbeiter zu unterhalten. Dimitrios Grammozis vertrieb diese Skepsis einst, der angebotene Einjahresvertrag war ihm zu wenig. Aber die Lilien-Verantwortlichen waren eben nicht gänzlich überzeugt, vermutlich zu Recht.

Mit Lieberknecht verhält sich das anders. Das Gefühl, dass etwas zusammenpasst, beruht auf Gegenseitigkeit. So kam der Klub kürzlich auf seinen Trainer zu mit dem Wunsch, die Vertragslaufzeit von 2023 auf 2025 auszuweiten, und der Trainer kam dem Klub schnell mit der Unterschrift entgegen. „Es macht mir wirklich unglaublich Spaß hier“, sagte Lieberknecht am Donnerstag. „Ich sehe in dem Klub etwas sehr Reizvolles für die nächsten Jahre, sich ambitioniert zu zeigen, sich mit den Großen zu messen.“

Darmstadt: Trainer Lieberknecht ist gesperrt

Dieser Reiz findet sich natürlich schon in der Gegenwart. Der Aufstieg in die Bundesliga ist noch drin, die ersten fünf Teams der Tabelle sind eng beieinander. Doch nach zuletzt zwei Niederlagen in Nürnberg (1:2) und daheim gegen Schalke (2:5) gilt für die Darmstädter im Spiel beim FC St. Pauli am Samstagabend (18.30 Uhr/live bei Sky und Sport 1): Verlieren verboten. Auf der Hamburger Reeperbahn trifft der Dritte St Pauli (53 Punkte) auf den Vierten (51) in einem wegweisenden Duell. Zusätzliche tabellarische Brisanz liegt darin, dass Samstagmittag der Tabellenerste Schalke 04 auf seinen ärgsten Verfolger trifft, Werder Bremen.

„Wir wollen gewinnen“, verkündete der Darmstädter Trainer, „wie es danach tabellarisch aussieht, wissen wir nicht. Die Glaskugel fehlt.“ Auch ohne Glaskugel ist klar, dass Lieberknecht am Spielfeldrand fehlen wird. Der Torsten-Fluch, jetzt schon? Nicht doch. Nur die vierte gelbe Karte: Lieberknecht ist gesperrt. böl

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