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Darmstadt 98 räumt die „Knüppel“ aus dem Weg

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Von: Daniel Schmitt

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Wird immer wichtiger für Darmstadt 98: Aaron Seydel, lange Zeit nur Ersatzstürmer, trifft derzeit regelmäßig - auch beim 3:1 gegen Kiel.
Wird immer wichtiger für Darmstadt 98: Aaron Seydel, lange Zeit nur Ersatzstürmer, trifft derzeit regelmäßig - auch beim 3:1 gegen Kiel. © dpa

Das Aufstiegsrennen in Liga zwei nimmt an Fahrt auf – und Darmstadt 98 ist als Tabellenzweiter ganz vorne dabei.

Sechs Spieltage stehen Deutschlands zweitstärkster Fußballliga noch bevor, sie haben es in sich. Die TV-Anstalten erleben das, was sie gerne auch in der Erstklassigkeit erleben würden: spannende Spiele von Vereinen mit vielen Fans, vor allem herausragende Einschaltquoten. Erwartet werden darf also ein Ausscheidungsrennen im Aufstiegsrennen, wenn ab kommendem Wochenende regelmäßig die Spitzenklubs gegeneinander antreten.

29. Spieltag: St. Pauli gegen Bremen und Nürnberg gegen Darmstadt.

30. Spieltag: Darmstadt gegen Schalke und Bremen gegen Nürnberg.

31. Spieltag: Schalke gegen Bremen und St. Pauli gegen Darmstadt. Und so weiter und so fort.

Insofern lassen sich die Paarungen des zurückliegenden Wochenendes bestens auch als Qualifikation für den Showdown bezeichnen. Ausgeschieden ist dabei der Hamburger SV - zumindest vorerst. Nach der 1:2-Pleite gegen Paderborn liegen die Hanseaten bereits neun Zähler hinter Rang drei zurück, haben zwar ein Spiel weniger ausgetragen, die Hoffnung auf die Rückkehr in die Bundesliga aber ist gesunken. „Doch wir arbeiten weiter“, sagt der ja immer ein wenig zu selbstbewusste HSV-Trainer Tim Walter, „denn auch solche Phasen gehören zu einer Entwicklung dazu.“ Bloß: Sollte in dieser Saisonphase die Entwicklung nicht eigentlich nahezu abgeschlossen sein? Die HSV-Hoffnung: Die Hamburger sind die einzige Mannschaft im vorderen Tabellendrittel, die kein Topteam mehr vor der Brust hat. Andererseits: Vielleicht sind sie es ja auch einfach selbst nicht, ein Topteam.

So oder so: Der Schlussspurt wird spannend. Auch deshalb, weil neben den vorne zu erwartenden Mannschaften aus Gelsenkirchen oder Bremen auch Außenseiter oben mitmischen: Heidenheim, Nürnberg, St. Pauli, vor allem der SV Darmstadt 98. Die Lilien setzten sich am Samstag auf eigenem Platz, der erst kurz vor Anpfiff durch das Zutun vieler Fans vom Schnee befreit werden konnte, verdient mit 3:1 (2:0) gegen Holstein Kiel durch. Sie sind Zweiter hinter dem SV Werder. Matthias Bader (10.), Aaron Seydel (45.) und Braydon Manu (50.) trafen für Darmstadt, Kwasi Wriedt für Kiel (50.). Zwar hätte die Partie in einzelnen Phasen auch in Richtung der Gäste kippen können, gerade in der zweiten Hälfte, als Darmstadts Torhüter Marcel Schuhen einen von ihm verursachten Elfer parierte (60.), alles in allem aber stellten die Gastgeber die reifere, fleißigere, bessere Auswahl.

Kraft schwindet, Wille bleibt

„Die Jungs haben gezeigt, dass sie bereit waren, an ihre Grenze zu gehen. Der Gemeinschaftssinn war stark ausgeprägt“, lobte Trainer Torsten Lieberknecht vor dem Hintergrund, dass sein Team zuvor in der Ligapause von einem Corona-Ausbruch gebeutelt war. Entsprechend saßen gegen Kiel zu Beginn auf der Ersatzbank auch einige Stammkräfte, die zwar wenige Tage vorher negativ getestet, körperlich aber längst nicht auf der Höhe waren. Es sei eine schwierige Woche gewesen, so Torwart Schuhen, „aber es ist die ganze Saison so, dass uns irgendjemand einen Knüppel zwischen die Beine schmeißen möchte. Und wir sind immer in der Lage, diesen Knüppel in die Hand zu nehmen und wegzuschmeißen.“

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