Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

lilien3_281120
+
Vereinte Freude: die Doppeltorschützen Tobias Kempe (rechts) und Serdar Dursun (Mitte) sowie Kapitän Fabian Holland.

4:0-Sieg gegen Braunschweig

Darmstadt 98 macht kurzen Prozess

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
    schließen

Die Lilien lassen Braunschweig mit verändertem System und altbekannten Hauptdarstellern keine Chance / „Das steckt in der Mannschaft“, sagt Torschütze Tobias Kempe

Wenigen Sekunden vor dem 4:0, nach gerade einmal 36 gespielten Minuten war das, hielten Serdar Dursun und Tobias Kempe einen kurzen Plausch. Dursun, Torjäger vom Dienst beim SV Darmstadt 98, mit dem Ball in seinen Händen, und Kempe, Vorlagengeber vom Dienst beim hessischen Fußball-Zweitligisten, daneben ohne ihn. Sie redeten sehr leise, selbst das fast menschenleere Böllenfalltorstadion ließ die Worte nicht bis auf die Tribünen hinauf erklingen, vorstellen konnte man sie sich aber sehr wohl. „Nein, nein, du nicht“, gab Dursun seinem Teamkameraden also in etwa zu verstehen, den Ball mittlerweile vor sich auf den Elfmeterpunkt gelegt, „das ist mein Ding, das mit dem Torschießen als Torjäger“. Kempe fand jedoch: „Nein, nein, du nicht, das mit dem Elfmeterschießen ist in Darmstadt das Ding des Vorlagengebers. Klingt seltsam, ist aber so. Leb’ damit.“

Doppelte Doppelpacker

Was tun Chef, Herr Trainer? „Toooobi!“, bestimmte Markus Anfang, auch auf den Tribünen weithin vernehmbar. Der Tobi verwandelte denn auch den Versuch vom Punkt und sorgte gegen überforderte Gäste von Eintracht Braunschweig für den 4:0-Pausen- und Endstand sowie den ersten Darmstädter Heimsieg dieser Spielzeit.

„4:0 zur Halbzeit – das ist schon herausragend“, sagte Kempe: „Aber das steckt in dieser Mannschaft. Wir wollten eine Reaktion zeigen auf die letzten zwei Spiele. Das haben wir geschafft.“ Die Lilien hatten im eigenen Stadion einen heißen Kaltstart hingelegt. Bei Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt überrumpelten sie früh ihren Kontrahenten – mit dem bisher noch nicht praktizierten 3-6-1-System, das vor allem im zentralen Mittelfeld von den ballsicheren Profis Schnellhardt, Paik, Kempe und Mehlem optimal ausgefüllt wurde, und zwei raschen Toren (“Haben uns Kraft gegeben“, so Kempe). Zu Beginn verwandelte Kempe seinen ersten Elfer des Abends (5.), ehe zwei Minuten später Dursun einen verkümmerten Rückpass ersprintete, Keeper Felix Dornebusch umkurvte und einschob. Überhaupt: So ordentlich die Darmstädter auch kickten, so dilettantisch stellte sich Braunschweig an. Vor allem ihre Abwehrmännchen: riesengroß und doch mauseklein an diesem Freitagabend.

Ein weiteres Beispiel: Nach der Rückpass-Einladung vor dem 2:0 rannten sich auch vor dem dritten Treffer der Hausherren gleich zwei Braunschweiger völlig orientierungslos über den Haufen und machten damit den Weg frei für Dursun – der Torjäger ließ sich die Chance nicht nehmen und steht nun schon bei sechs Saisontreffern, Vorlagengeber (und Elfmeterschütze) Kempe nach seinem erfolgreichen Strafstoß zum 4:0 bei nunmehr vier Buden.

In Hälfte zwei dann waren die Darmstädter noch mehr als vorher auf Spielkontrolle aus. Sie schoben sich die Kugel genüsslich hin und her, nur selten gestört von den Gästen. So entwickelte sich ein Spiel, in dem die Lilien weiterhin dominant agierten (rund 70 Prozent Ballbesitz), aber weniger Risiko eingingen. Entsprechend blieb es im Grunde bei einem gefährlichen Fernschuss von Seungho Paik (52.) und dem ungefährdeten 4:0-Sieg.

Übrigens: So unterschiedliche die Positionen beim kurzen Plausch in Minute 36 auch waren, so lieb hatten sich die Hauptdarsteller hinterher. Torjäger Dursun war es, der den elfmeterschießenden Kempe als erster fest an sich drückte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare