1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball

Darmstadt 98 kehrt zurück auf die Jagd

Erstellt:

Von: Daniel Schmitt

Kommentare

Fleißig unterwegs: Der Darmstädter Klaus Gjasula (links) überläuft Sebastian Kerk.
Fleißig unterwegs: Der Darmstädter Klaus Gjasula (links) überläuft Sebastian Kerk. © dpa

Die Lilien rutschen nach 2:2 bei Hannover 96 auf Rang vier ab. Trainer Torsten Lieberknecht fehlt wegen Corona-Erkrankung.

Es scheint fast, als habe der Darmstädter Fußballtrainer Torsten Lieberknecht eine Vorahnung gehabt. „Das Reservierte steht uns nicht“, machte er ja im Vorfeld der Zweitligapartie seiner Lilien bei Hannover 96 klar, sondern: „Wir sind Jäger.“ Eigentlich als Anspielung auf die triste Darbietung beim 0:5 gegen den Hamburger SV in der Woche zuvor gemeint, ließ sich die Aussage nach dem 2:2 (1:1) auf hannoveranischem Holperrasen ganz einfach um eine zusätzliche Bedeutungsebene erweitern: Die Lilien führen nicht mehr die Tabelle an, purzelten nach dem zweiten sieglosen Spiel in Serie gar raus aus den Aufstiegsrängen, überholt von den Nordlichtern aus Hamburg (Pauli und HSV) und Bremen.

Der Druck, den sich zwar niemand machen wollte im Lilien-Land, der aber doch spürbar in die Glieder gekrochen war, ist perdu. Fortan haben die Darmstädter nichts mehr zu verlieren. Eine Ausgangslage, die sie stark gemacht hatte im Laufe der Runde, die ihnen freilich aber nur noch die Außenseiterrolle auf den Aufstieg lässt. Die besser dastehende Konkurrenz vereint im Gros mehr Qualität in den Kadern.

Schiri Zwayer pfeift wieder

In Hannover mussten die Darmstädter ohne ihren Chef auskommen. Corona hat Torsten Lieberknecht erwischt, ihn zwar nicht flachgelegt, aber zumindest vor den TV verfrachtet. Da auch des Trainers engster Vertrauter, Co-Coach Ovid Hajou, dem Virus geschuldet daheim bleiben musste, übernahm Kai Peter Schmitz, die gute Seele des Klubs, die sich sonst hauptsächlich als Athletiktrainer verdingt. Er sah einen wackligen Auftritt seiner Elf.

Hannover war giftiger, griffiger - und traf ins eigene Netz. Eine Ecke von Tobias Kempe beförderte Sebastian Stolze unfreiwillig in die Maschen (18.). Doch Cedric Teuchert nutzte vor der Pause einen schlechte Positionierung des Lilien-Keepers Marcel Schuhen zum 1:1 (35.). In Hälfte zwei entwickelten sich Standardfestspiele: Erst köpfte Hannovers Julian Börner unbedrängt zum 2:1 ein (50.), wenig später gelang dem eingewechselten Darmstädter Aaron Seydel selbiges zum Endstand (62.).

Erfreulich: die Rückkehr von Felix Zwayer an die Pfeife. Für den Schiedsrichter war es der erste Einsatz seit seiner umstrittenen Leitung des Erstligaspiels zwischen Dortmund und Bayern, nach der er Morddrohungen erhalten hatte.

Auch interessant

Kommentare