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Darmstadt 98 hat die Bundesliga im Blick

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Von: Daniel Schmitt

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Wenig Spiel, viel Kampf zwischen Darmstadt und Fürth.
Wenig Spiel, viel Kampf zwischen Darmstadt und Fürth. © dpa

Die Südhessen beschließen mit einem Remis gegen Greuther Fürth die herausragende Hinserie in der zweiten Liga. Ins neue Jahr wird der Tabellenführer als Aufstiegsfavorit gehen – ob er will oder nicht.

Selbst der Gang zu den Treuesten der Treuen schien zu schmerzen, nicht etwa, weil er ein unangenehmer gewesen wäre für die Fußballer aus dem Südhessischen nach dem 1:1 (1:1) am Sonntag gegen Greuther Fürth, herrschte doch auf beiden Seiten, jenen von Spielern und Fans des SV Darmstadt 98, große Zufriedenheit und Dankbarkeit ob des Erlebten in dieser Zweitligahinserie. Aber es ging einfach nichts mehr. Die Beine schwer, die Körper schlapp, der Geist urlaubsreif. Sie hatten natürlich noch einmal alles rausgehauen zum Jahresabschluss, die Herbstmeister vom Bölle, und immerhin ein Remis dafür bekommen. Der Stolz ob der herausragenden Hinrunde rückte die maximal durchwachsene Leistung gegen Fürth sogleich auch in den Hintergrund.

Die Darmstädter Zahlen der ersten Saisonhälfte: zehn Siege, sechs Remis, nur eine Niederlage am ersten Spieltag. Ergibt summa summarum: Platz eins, 36 Punkte, drei Zähler Vorsprung auf die drittplatzierten Heidenheimer, gar sieben auf den Tabellenvierten aus Kaiserslautern. Heißt auch: Ins zweite Halbjahr starten die Lilien längst nicht mehr als Außenseiter auf den Aufstieg, sie sind neben dem Hamburger SV nun der ernsthaftesten Erstligaanwärter. Ganz klar, auch wenn es von den Protagonisten um den Erfolgstrainer Torsten Lieberknecht nicht derart klar geäußert wird: Darmstadt 98 hat die Bundesliga im Blick.

Der Zweitligaherbstmeister also begann das Spiel gegen Fürth, wie ein Zweitligaherbstmeister eben ein Spiel beginnt: mit einem Knallertor. Nach nur 112 Sekunden drosch Emir Karic den Ball vom Sechzehner aus in den linken Winkel des Fürther Kastens - es sollte der einzige Torschuss der Hausherren im ersten Abschnitt bleiben. Danach nämlich schleppten sich die Lilien mehrheitlich über den Rasen, die stark ersatzgeschwächte Mannschaft war zwar willig, sie wühlte sich übers Grün, biss sich in die Zweikämpfe, doch die müden Beine ließen kaum zwei, drei gezielte Pässe nacheinander zu. Entsprechend besser waren die von Neu-Trainer Alexander Zorniger wiederbelebten Franken.

Urlaubsreifer Herbstmeister

Erst konnte Marcel-Schuhen-Vertreter Alexander Brust mit einer spektakulären Parade gegen den Kopfball von Damian Michalski den Ausgleich verhindern (24.), beim zweiten Anlauf des Fürther Verteidigers infolge einer Ecke aber war der Darmstädter Ersatzkeeper chancenlos (42.). Wenig später traf Armindo Sieb noch den Pfosten für die Gäste (45.). Mit dem Remis zur Pause konnten die Darmstädter gut leben.

Und kurz nach dem Wiederanpfiff durchatmen: Fürth, das eigentlich den Schwung des Ausgleichs mitnehmen wollte, schwächte sich selbst. Gideon Jung kassierte nach einem Tritt auf den Knöchel von Phillip Tietz Gelb-Rot. In Überzahl bekamen die Darmstädter erst wieder mehr Kontrolle und forcierten dann auch ihr Offensivspiel. Die beste Gelegenheit zum Sieg vergab Tietz (87.). Ärgerlich für diesen einen Moment, was auf Dauer aber hängen bleiben wird, ist der zufriedene Rückblick auf ein hervorragendes Jahr 2022. Saisonübergreifende 33 Ligaspiele absolvierten die Lilien und holten dabei 61 Punkte. Einzig der Hamburger SV schnitt im Quervergleich drei Pünktchen besser ab. Ziemlich egal.

Die kommenden WM-Wochen jedenfalls gehen die Darmstädter in aller Ruhe an, erst urlaubend, dann am 17. Dezember mit dem Stadioneröffnungsspiel gegen Young Boys Bern. Ernsthaft ins Training steigt das Team nach dem Jahreswechsel ein und wird sich unter spanischer Sonne auf den Rückrundenstart am 28. Januar gegen Regensburg einspielen. Damit 2023 noch einen Tick erfolgreicher wird als es 2022 war. Schwer genug.

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