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Darmstadt 98: Die (fast) perfekte Woche

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Von: Daniel Schmitt

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Matthias Bader (rechts) trifft zum Darmstädter Ausgleich.
Matthias Bader (rechts) trifft zum Darmstädter Ausgleich. © dpa

Der SV Darmstadt 98 kommt mit allerletzter Kraft zu einem achtbaren 1:1 gegen Holstein Kiel.

Der lange Lauf des Matthias Bader hatte nichts anderes verdient, als dieses seinem Arbeitgeber Darmstadt 98 punktbringende Tor im Zweitligaspiel gegen Holstein Kiel. Jener Matthias Bader nämlich, seines Zeichens Rechtsverteidiger, der nur drei Tage zuvor das Gladbacher Powerpaket Alassane Plea ausgebremst hatte, stopfte in der 72. Spielminute all seine übriggebliebenen Kräfte in diesen einen Marsch. Hinten rechts am eigenen Strafraum wetzte er los, wuchtete den geschlauchten Körper übers Grün, bis er vorne angekommen, keine drei Meter vor der Torauslinie, die Kugel plötzlich vor die Füße bekam und ins Netz einschob. Eine Willensleistung, sinnbildlich zudem für den Auftritt der gesamten Darmstädter Mannschaft am Freitagabend.

Die ganz große Ballkunst konnten sie im eigenen Stadion beim 1:1 (0:1) gegen ausgeruhte Kieler nicht bieten, dafür aber stimmten alle mentalen Parameter bei den Hausherren. Da fightete eine Einheit für ihre perfekte Woche, für drei Siege binnen sieben Tagen, obwohl sie sich während des Pokalcoups gegen die Bundesliga-Borussia aus Mönchengladbach bis aufs Allerletzte verausgabt hatte.

Durch das gerechte Remis bauten die Südhessen ihre Ungeschlagen-Serie auf nunmehr 14 Pflichtpartien aus, sie führen mit 28 Punkten weiterhin die Tabelle in Liga zwei an, wenngleich der SC Paderborn und der Hamburger SV am Wochenende noch vorbeiziehen könnten.

Bennetts verstärkt Team

In der ersten Hälfte kam es, wie es viele Pessimisten vorher geahnt hatten. So richtig ins Spiel fanden die Lilien nicht. Sie waren bemüht, das schon, die Füße der Spieler jedoch machten nicht immer das, was deren Köpfe vorgaben. Die Kieler Pausenführung durch den Treffer von Zweitliga-Toptorjäger Steven Skrzybski (35.) - er steht bei nun bei neun Toren - war eine verdiente. Nach dem Seitenwechsel aber steigerten sich die Gastgeber, manch Spieler war die fehlende Power zwar weiterhin anzumerken, im Gesamten aber rissen die Hessen die Partie mit viel Leidenschaft an sich. Gerade der agile Braydon Manu stellte Kiel vor Probleme. Wenig überraschend demnach, dass eben jener Angreifer den Ausgleich von Bader mit seinem Querpass vorbereitete.

Um bis zur Winterpause personell besser aufgestellt zu sein, verpflichteten die Lilien derweil kurzfristig den zuletzt arbeitslosen Offensivspieler Keanan Bennetts. Der 23-Jährige, einst bei Borussia Mönchengladbach, hatte bereits im Sommer zwei Wochen bei den Darmstädtern mittrainiert, sich aber noch keinen Vertrag erspielen können. Bennetts habe damals jedoch aus „sportlicher Sicht“ überzeugt, so Manager Carsten Wehlmann: „Umso glücklicher sind wir, dass es nun mit der Verpflichtung – und vor allem auch in der Kürze der Zeit – geklappt hat.“ Gegen Kiel saß Bennetts bereits auf der Ersatzbank, zum Einsatz kam er nicht. Die (fast) perfekte Woche gehörte noch anderen.

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