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Darmstadt 98: Ärgerlicher Torerfolg

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Von: Jakob Böllhoff

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Darmstadts Marvin Mehlem (re.) gegen zwei Nürnberger.
Darmstadts Marvin Mehlem (re.) gegen zwei Nürnberger. © dpa

Der SV Darmstadt 98 unterliegt im Spitzenspiel in Nürnberg nach einem kuriosen Treffer.

Es ist kein ungewohntes Bild, dass ein Mann namens Köpke große Torwartleistungen für den 1. FC Nürnberg zeigt. Ein bekannter Nationalkeeper, der diesen Namen trug, bewachte das Tor des fränkischen Traditionsklubs ja einst in insgesamt 362 Spielen.

Aber das war Andreas Köpke, und Sohn Pascal, der aktuell für die Nürnberger spielt, ist Stürmer, von ihm erwartet man eher keine Torwartleistungen. Am Samstagabend, beim Zweitligaspiel gegen den SV Darmstadt 98, setzte sich dennoch die Erkenntnis durch, dass Reflexe offenbar vererblich sind. Die 58. Spielminute lief, als der Darmstädter Phillip Tietz aufs Tor der Nürnberger schoss, in dem wie in guten alten Zeiten ein Köpke auf der Linie stand. Pascal Köpke fuhr blitzschnell den linken Arm aus und parierte in Klassemanier.

Als das Spiel vorbei war und Nürnberg mit 3:1 (1:0) gegen Darmstadt gewonnen hatte, wurde viel diskutiert über Köpkes schöne, aber natürlich verbotene Reminiszenz an seinen Vater. Rot und Strafstoß sieht das Regelwerk für derartige Vergehen vor. Weil Luca Pfeiffer aber den abgewehrten Ball sogleich über die Linie bugsierte – der 1:1-Ausgleich für die Gäste – griff die Vorteilsregel, und das Worst-Case-Szenario (Platzverweis plus Gegentor nach Elfmeter), blieb dem FCN erspart. Das Tor zählte, Köpke sah Gelb für seine Unsportlichkeit.

Selbst Torjäger Pfeiffer, der mit seinem 13. Saisontor eine persönliche Durststrecke beendete (zuletzt hatte er im November getroffen), ärgerte sich über die Situation. „Ich hätte vorbeischießen sollen. Ich hätte gerne die Rote Karte genommen und den Elfmeter, wir haben sichere Schützen. Aber da denkt man dann auch nicht dran“, sagte er bei Sky.

Dass Darmstadt in Überzahl gewonnen hätte, liegt nahe. Der SVD war lange das bessere Team, stand sich aber selbst im Weg. So kassierte die Elf von Trainer Torsten Lieberknecht trotz deutlicher Größenvorteile zwei Kopfballtore nach Standards (Dovedan, 43., Schleimer, 82.). Dem eingewechselte André Leipold, 20, unterlief bei seinem ersten Profieinsatz in der Nachspielzeit ein Eigentor zum 1:3.

Durch die Niederlage fielen die Darmstädter aus den Aufstiegsrängen, zudem kamen die Nürnberger auf zwei Punkte an sie heran. Ein Rückschlag, von dem die Lilien sich aber nicht beeindrucken lassen wollen. Trainer Lieberknecht: „Unser Auftritt macht massiv Mut für das, was in den kommenden Wochen kommt. Die Mannschaft ist brutal stabil.“ Jetzt muss sie nur noch lernen, im richtigen Moment vorbeizuschießen.

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