+
Pal Dardai bleibt in Berlin.

Hertha BSC

Pal Dardai bleibt und hofft

Pal Dardai bleibt auch in der kommenden Saison Cheftrainer von Hertha BSC. Der Ungar will die Ernte seiner Aufbauarbeit einfahren.

Dardai verlängert bei Hertha BSC – diese Nachricht war dem Berliner Bundesligisten am Donnerstag eine Pressemitteilung wert. Gemeint war Palko Dardai, 19 Jahre altes Offensivtalent und Sohn von Pal Dardai. Dessen Weiterbeschäftigung als Cheftrainer des Bundesligateams wurde ebenfalls am Donnerstag bestätigt, allerdings ohne großes Brimborium.

Das liegt vor allem an der ungewöhnlichen Vertragskonstellation. Dardai senior besitzt bei Hertha einen unbefristeten Arbeitsvertrag als Nachwuchstrainer, seine Anstellung als Cheftrainer der Profis kann per Option jährlich für eine weitere Saison verlängert werden. Dies tat der Klub im Dezember, wie schon in den Jahren zuvor.

Preetz: Dardai auch in der nächsten Saison Trainer

„Wenn ihr mich fragt, ob er auch nächste Saison unserer Trainer ist, dann kann ich das bestätigen“, sagte Preetz auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel am Freitag gegen Schalke 04: „Pal ist heute unser Trainer, morgen und auch in der nächsten Saison.“ Als Dardai das hörte, grätschte er dazwischen: „Die nächsten sechs Wochen bin ich Trainer, sage ich immer.“

Der Ungar, mit 286 Bundesliga-Partien noch immer Herthas Rekordspieler, ist ein gnadenloser Realist. Er weiß, dass auch er sich keine sechs Niederlagen am Stück erlauben darf. Zumal er und Preetz zuletzt nicht immer auf einer Welle funkten, wie Berliner Medien berichteten. Doch noch sitzt Dardai fest im Sattel, er hat aus dem grauen Abstiegskandidaten einen aufstrebenden Europacup-Aspiranten geformt. Und in den kommenden Jahren will Dardai die Ernte seiner Aufbauarbeit einfahren.

„Irgendwann werden wir auch eine große Mannschaft haben“, verspricht Dardai. Er verweist vor allem auf den „goldenen“ 1999er Jahrgang der Alten Dame, der in der Vorsaison deutscher A-Jugendmeister wurde und den Dardai früher selbst trainiert hatte. Von ihnen zählen Arne Maier (20) und Palko Dardai (19) zum festen Kader-Stamm. Außerdem geben in Valentino Lazaro (22), Davie Selke (24), Jordan Torunarigha (21) und Maximilian Mittelstädt (21) zahlreiche Jungstars den Ton an.

Dardai formt die Talente mit einer Mischung aus Fürsorge und Strenge. Der Vater von drei Söhnen weiß, wie er mit jungen Spielern umgehen muss. Mal mit Druck, mal mit Zuspruch. Das Leitmotto, das für alle sichtbar in der Jugend-Akademie hängt, ist auch für Dardai ein Credo: Dein Talent bringt dich zu uns, aber deine Mentalität bestimmt deine Zukunft.

An Dardais Mentalität gibt es überhaupt keine Zweifel. Und seine Verbundenheit zum Klub, bei dem er seit 1997 unter Vertrag steht, ist höchst ungewöhnlich in der Bundesliga. Im Februar feiert Dardai sein vierjähriges Dienstjubiläum, nur der Freiburger Christian Streich (seit 2011) ist noch länger bei ein und demselben Klub als Cheftrainer tätig.

„So lange wir Vertrauen zueinander haben, bin ich hier Trainer“, sagt Dardai. Aber auch nur dann. „Ich bin nicht der Typ, der um eine weitere Chance bettelt.“ (sid)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion