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Schelmisch von Bestmarke zu Bestmarke: Robert Lewandowski.

Bayern München

Dann macht es bumm ...

Robert Lewandowski bringt Gerd-Müller-Rekorde ins Wanken.

Diese 50 Jahre alte Bestmarke von „Bomber“ Gerd Müller hat der beinahe unglaubliche Robert Lewandowski dann schonmal geknackt. Mit seinem Doppelpack beim 4:0 des FC Bayern gegen Borussia Dortmund schraubte der 31-Jährige seine Saisonbilanz auf 16 Tore hoch. Die Torjägerlegende Müller traf in der Saison 1968/69 „nur“ 15 Mal an den ersten elf Spieltagen. „Für mich ist er der weltbeste Stürmer“, pries ihn sein vorerst neuer Cheftrainer Hansi Flick.

Der frühere Weltklasseangreifer und Müller-Weggefährte Karl-Heinz Rummenigge verfolgt die neueste Serie des polnischen Angreifers nur noch staunend. „Ich habe gedacht, dieser Rekord von Gerd Müller ist für die Ewigkeit. Aber ich glaube, Robert ist der Erste, der wirklich in die Grenzbereiche reinkommen kann, dass er es schaffen kann, den Gerd-Müller-Rekord zu gefährden“, sagte der Münchner Vorstandschef. Der legendäre „Bomber“ hatte die Rekordmarke von 40 Toren in der Saison 1971/72 erzielt.

Lewandowski, der im nächsten Jahr die Geburt seines zweiten Kindes erwartet, erzielte in dieser Saison 23 Tore in 18 Pflichtspielen. Als erster Bundesligaspieler überhaupt traf der Pole an elf Spieltagen nacheinander. „Es ist Wahnsinn, was er für uns leistet. Da steckt aber auch eine Menge harte Arbeit dahinter. Da ist er ein absolutes Vorbild“, schwärmte Flick.

Leisten-OP verschoben

Der Torgarant selbst hob auf Kollektivarbeit der Bayern ab. „Was wir gemacht haben, war sensationell. Defensiv haben wir von der ersten Minute an sehr gut attackiert. Wir haben Druck gemacht und jeden Zweikampf gewonnen“, sagte Lewandowski, der Flick gerne länger als Trainer hätte. „Ich denke, das ist eine Option, eine gute Option.“

Lewandowski ist mehr und mehr zur Führungsfigur gereift. Er positioniert sich öffentlich klarer. Vor dem BVB-Gipfel benannte der 31-Jährige deutlich Probleme im wechselhaften Bayern-Ensemble. „Eine Achse, die nur aus Neuer und Lewandowski besteht, ist zu wenig“, sagte der polnische Nationalspieler in der „Süddeutschen Zeitung“. Er wünscht sich „Kommandos“ von mehr Spielern auf dem Platz. Er versuchte, damit die jüngeren Akteure aufzurütteln.

Bitter für die Bayern ist, dass den Fließbandtorschützen irgendwann eine rund zweiwöchige Spielpause erwartet. Er habe keine Schmerzen, aber ein Eingriff an der Leiste sei bald nötig, sagte Lewandowski. „Es ist seine Entscheidung, wann er sich operieren lässt. Ich glaube, er hat so einen Lauf, dass ich es mir an seiner Stelle auch überlegen würde“, sagte Flick zum Zeitpunkt des medizinischen Eingriffs. Und dem Vernehmen nach ist es tatsächlich so, dass Lewandowski erst kurz vor der Winterpause unters Messer kommt. (dpa)

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