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Paderborner Spieler Luca Kilian

Coronavirus im Fußball

Coronavirus-Krise: Infizierter Spieler äußert sich - „Ich hatte Angst“

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Die Coronakrise trifft den Fußball mit voller Wucht. Ein Spieler, der mit dem Virus infiziert war, äußert sich zur Krankheit.

  • Spieler äußert sich zu seiner Infizierung
  • Spieler von Borussia Mönchengladbach spenden Teile ihres Gehalts
  • In der Schweiz gibt es erste Kündigungen

Update, 23.03.2020, 09.15 Uhr: Der Paderborner Luca Kilian wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Mittlerweile klingt das Virus wieder ab und ihm geht es deutlich besser, wie er dem „Westfalen-Blatt“ mitteilte. Er erzählte über den Verlauf mit der Krankheit: „Es fing am 10. März mit einem ganz leichten Kratzen im Hals an, da hatte ich noch nicht einmal Husten. Einen Tag später bekam ich Kopfschmerzen, habe aber weiter trainiert. Am 12. März bekam ich die ersten Hitzeattacken, bin dann direkt zu unserem Mannschaftsarzt Dr. Hans Walter Hemmen gefahren, der umgehend einen Test anordnete. Noch einen Tag später wurde es dann richtig heftig. Ich bekam Fieber, Schüttelfrost und Zitterattacken. In dieser Phase hatte ich dann auch zum ersten Mal Angst. Erst weitere vier Tage später ging endlich das Fieber runter und von da an ging es mir jeden Tag besser.“

Update, 20.03.2020, 07.15 Uhr: Wann wird wieder Fußball gespielt? Eine Fortsetzung des Spielbetriebs im April oder im Mai ist mehr als unwahrscheinlich. Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit glaubt, dass es wegen der Corona-Pandemie erst wieder 2021 Profifußball gegen wird. „Ich gehe fest davon aus, dass es erst wieder im nächsten Jahr stattfinden kann in dem Umfang“, sagte der Mediziner des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg im „Sportclub“ des NDR-Fernsehens. „Man muss sich davon verabschieden. Es ist nicht realistisch, dass die Saison zu Ende geführt werden kann. Wir sehen ja, wie die Situation ist in Europa und was uns noch bevorsteht“, sagte Schmidt-Chanasit. Der Virologe malt ein düsteres Bild: „Das heißt, wir sprechen hier sicherlich über einen Zeitraum, der frühestens nächstes Jahr erreicht werden kann.“

Geisterspiele, die öfters in der Debatte stehen als Maßnahme, hält Schmidt-Chanasit für keine Lösung. „Auch Geisterspiele würden dazu verleiten, dass die Leute sich wieder treffen und zusammen gucken wollen“, sagte er.

Coronavirus: Positiv getestete Spieler in der Bundesliga

Coronavirus: Positiv getestete Spieler in der 2. Bundesliga

  • Timo Hübers (Hannover 96) 
  • Jannes Horn (Hannover 96) 
  • Stefan Thesker (Holstein Kiel) 
  • Fabian Nürnberger (1. FC Nürnberg) 
  • Tobias Mißner (SV Wehen Wiesbaden)

Corona-Pandemie: Schweizer Erstligist kündigt Spielern fristlos

Update, 19.03.2020, 14.30 Uhr: Der Schweizer Fußball-Erstligist FC Sion hat Medienberichten zufolge mehreren Spielern wegen der finanziellen Folgen der Coronavirus-Krise fristlos gekündigt. 

Der Präsident des Clubs, Christian Constantin, hat den Spielern mit dem größten Gehalt aus „guten Gründen“ und „wegen höherer Gewalt“ die Kündigung ausgesprochen. „Wir sind all unserer Einkommen beraubt. Es ist uns untersagt, ihnen ihre Arbeitsleistung anzubieten und es ist ihnen untersagt, ihre Leistung zu erbringen“, wird von der Schweizer Boulevardzeitung „Blick“ aus einem Schreiben Constantins zitiert.

Der Präsident soll wohl versucht haben, die Spieler zu Kurzarbeit zu verpflichten. Die Akteure hätten jedoch wegen der kurzen Frist bis Mittwoch um 12 Uhr das Schreiben nicht unterzeichnet. „In dieser kurzen Zeitspanne war es unmöglich, die Sache seriös abzuklären. Und vom Club war für Nachfragen niemand erreichbar. Was der FC Sion da gemacht hat, ist alles andere als korrekt“, zitierte die Zeitung den Agenten eines Profis. Die Schweizer Spielergewerkschaft SAFP kündigte bereits Widerspruch an.

Bundesligaspieler spenden Gehalt - ziehen weitere Klubs nach?

Update, 19.03.2020, 11.16 Uhr: Ein beeindruckendes Signal gab es von den Spielern von Bundesligaklub Borussia Mönchengladbach. Die Profis verzichten auf Teile ihres Gehalts, um dem Verein und auch den Mitarbeitern zu helfen, wie Max Eberl auf der Homepage des Vereins mitteilte. Diese Geste könnte Signalwirkung haben und andere Spieler und Klubs aus der Bundesliga nachziehen.  

Coronavirus-Krise: Probleme bei RB Leipzig

Update, 19.03.2020, 10.30 Uhr: Sorgen bei RB Leipzig, obwohl der Klub aus Sachsen zu den reicheren Vereinen der Fußball-Bundesliga gehört. Die Situation ist aber auch dort alarmierend, wie Geschäftsführer und Vereinsvorstand Mintzlaff sagte. Der Klub könne sich keine monatelange Phase ohne Einnahmen leisten. Der Verein hat ein Maßnahmenpaket verabschiedet, um die Arbeitsplätze der etwa 400 Mitarbeiter halten zu können. „Dabei geht es um die Streichung von Investitionen und Kampagnen. Zudem werden wir 2020 keine Neu-Einstellungen vornehmen. Das gibt uns etwas Luft. Wir können sicherlich noch im übernächsten Monat alle Gehälter zahlen. Aber irgendwann können wir das wirtschaftlich nicht mehr auffangen“, sagte Mintzlaff.

Update, 19.03.2020, 10.25 Uhr: Große Erleichterung beim SC Paderborn. Nach Abwehrspieler Luca Kilian wurde kein weiterer Spieler oder Mitarbeiter des Vereins positiv auf das Coronavirus getestet. Wann der Verein wieder trainiert, steht noch nicht fest. „Wir werden nun ausloten, wann wir in welcher Form wieder in einen Trainingsbetrieb zurückkehren können“, sagte Geschäftsführer Sport Martin Przondziono. Noch bis Ende kommender Woche müssen die Profis des Klubs in Quarantäne bleiben, erst dann wäre wieder ein Training möglich. Bis dahin hält sich jeder selbst fit.

Update, 19.03.2020, 10.20 Uhr: Bundesligist Werder Bremen wird wegen des Coronavirus vorerst kein Training abhalten. „Wir wollen die Zeit nutzen, um individuell konditionelle Reize setzen zu können. Daher haben wir die Spieler bis zum 30. März mit individuellen Trainingsplänen ausgestattet“, sagte Trainer Florian Kohfeldt in einem Interview auf der Homepage des Vereins. 

Coronavirus-Krise: Fußballprofi äußert sich kritisch auf Instagram

Erstmeldung, 19.03.2020, 10.15 Uhr: Die Coronavirus-Krise breitet sich weiter aus und der Fußball steht fast auf der ganzen Welt still. In Europa wird lediglich noch in Russland und der Türkei gespielt. Dort werden die Partien zwar ohne Zuschauer ausgetragen, einige Spieler haben aber ein mulmiges Gefühl dabei. Ein bekannter Profi des türkischen Erstligisten Trabzonspor, John Obi Mikel, war nicht damit einverstanden, dass in der Türkei weiter gespielt wird und schrieb deshalb einen kritischen Instagram-Post. „Es gibt mehr im Leben als Fußball. Ich fühle mich nicht wohl und möchte in dieser Situation nicht Fußball spielen. Jeder sollte in dieser kritischen Zeit zu Hause bei seiner Familie und seinen Lieben sein. Die Saison sollte abgesagt werden, da die Welt vor so turbulenten Zeiten steht“, schrieb John Obi Mikel auf seinem Account. 

Der Verein reagierte auf diesen Post bei Instagram und löste den Vertrag des Spielers auf - einvernehmlich, wie bekanntgegeben wurde. Der ehemalige Profi des FC Chelsea hätte noch zwei Jahre Vertrag gehabt beim aktuellen Tabellenführer der türkischen Liga. Unterstützende Worte hat John Obi Mikel von einigen Kollegen bekommen. Stürmer Falcao, im Dienste von Galatasaray Istanbul kommentierte den Post mit „Du hast recht, John. Das Leben ist wichtiger als Fußball“. Didier Drogba, ebenfalls Ex-Spieler des FC Chelsea, nannte Obi Mikels Nachricht „Worte der Weisheit“.

(smr)

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