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Corona und großes Gedränge

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Nicht ganz sauber: Der Bremer Eren Sami Dinkci (links) im Zweikampf mit Jan Schöppne.
Nicht ganz sauber: Der Bremer Eren Sami Dinkci (links) im Zweikampf mit Jan Schöppne. © dpa

Das Aufstiegsrennen in der Zweiten Bundesliga gewinnt an Dynamik und Dramatik, Covid-19 bremst den Hamburger SV, Schalke 04 und der 1. FC Nürnberg bleiben oben dran.

Es hat Jonas Boldt am Freitag beim DFB-Bundestag in Bonn viel Mühe gekostet, die Verantwortlichen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zu überzeugen, dass der Hamburger SV wegen eines schweren Corona-Ausbruchs im Team am Samstag gegen Erzgebirge Aue nicht in der Lage war, anzutreten. Der HSV-Sportchef war zunächst erfolglos geblieben, es hing an einem einzigen Spieler.

Erst spät am Freitagabend setzte die DFL die Partie ab, nachdem es einen weiteren positiven Fall im HSV-Kader gegeben hatte. Klaus Allofs, der Sportchef der ebenfalls Covid-19-geplagten Fortuna Düsseldorf, war erkennbar ebenso bemüht, die gestrengen DFL-Kontrolleure zu erweichen. Ohne Fortune. Die Fortuna musste nach 14 positiven Tests und ohne den bereits zuvor infizierten Trainer Daniel Thioune mit einem Rumpfteam beim SC Paderborn antreten und kassierte den Ausgleich zum 1:1 erst in der Nachspielzeit. Allofs beschwerte sich: „Wir müssen ganz schnell an die Regularien ran, weil die nicht in Ordnung sind.“ Offenbar „fehlte“ der Fortuna ein infizierter Spieler, um die Voraussetzungen für eine Absage zu erfüllen.

Einem Antrag auf Verlegung kann nach der DFL-Spielordnung stattgegeben werden, wenn weniger als 16 Spieler zur Verfügung stehen. Darunter müssen mindestens neun Lizenzspieler und unter ihnen ein Torhüter sein.

Derweil wird es in der Zweitligaspitze immer enger. Denn der bisherige Tabellenführer Werder Bremen verlor im Topspiel am Samstagabend 1:2 beim 1, FC Heidenheim. Es war die erste Niederlage im elften Spiel unter Trainer Ole Werner. Zuvor hatte der FC St. Pauli im Aufstiegsrennen die Rückkehr an die Tabellenspitze verpasst. Die Hamburger kamen bei Abstiegskandidat Dynamo Dresden nicht über 1:1 (1:1) hinaus und nutzten damit den Ausrutscher von Darmstadt 98 nicht. Die Lilien hatten am Freitagabend beim SV Sandhausen ebenfalls nur ein 1:1-Remis geholt. Darmstadt, St. Pauli und Werder liegen nun allesamt mit 48 Punkten gleichauf vorn.

Auch Nürnberg, Schalke 04 und Heidenheim können nun noch in den Kampf um die erste Liga einsteigen. Die Franken gewannen am Sonntag bei Hannover 96 mit 3:0 (1:0) und pirschten sich heimlich, still und leise mit ihrem vierten Sieg nacheinander bis auf drei Zähler an das Führungstrio heran.

Die Königsblauen nutzten eine Woche nach dem Rauswurf von Trainer Dimitrios Grammozis die Gunst der Stunde. Beim abgeschlagenen Tabellenletzten FC Ingolstadt siegten die noch ohne ihren mit Corona infizierten Interimscoach Mike Büskens 3:0 (0:0). Der Rückstand auf die Aufstiegsplätze und den Relegationsrang schrumpfte acht Spieltage vor Schluss auf vier Punkte.

Der eingewechselte Rodrigo Zalazar (55.), Abwehrspieler Malick Thiaw (71.) und Dominick Drexler (81.) erzielten die Tore für die Gelsenkirchener. Büskens, der am Montag die Nachfolge von Grammozis angetreten hatte, verfolgte das Spiel aus der häuslichen Isolation, ihn vertrat Co-Trainer Matthias Kreutzer.

Büskens war nicht der Einzige, der wegen Corona fehlte. Auch beim Kapitän Danny Latza bestätigte sich der Verdacht auf eine Infektion. Außerdem standen die verletzten Salif Sane und Thomas Ouwejan nicht zur Verfügung.

Drei Minuten nach seiner Einwechslung traf Zalazar im Nachschuss, nachdem ein Versuch von Simon Terodde abgeblockt worden war. Thiaw, unter Grammozis zuletzt nur zweite Wahl, sorgte für die Vorentscheidung, Drexler setzte den Schlusspunkt. Die Vorarbeit kam jeweils vom Ex-Frankfurter Zalazar. jcm/sid/dpa

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