Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kommentar

Corona-Maßnahmen in der Bundesliga: Populismus und Notwendigkeit

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
    schließen

In der Debatte um Fans in der Bundesliga mag viel Symbolpolitik dabei sein und eine gehörige Prise Populismus, aber an einer drastischen Reduktion des Publikums führt kein Weg vorbei.

Frankfurt am Main - Bei den gestrigen Beratungen der Länderchefs ging es in der Frage der Stadionauslastung nur noch um die Zahl der zugelassenen Zusehenden. Volle Arenen wie jene in Köln am Wochenende, mit Menschen ohne Masken und Abstand, haben einen verstörenden Eindruck hinterlassen. Hinterher waren sich alle einig, dass dies niemals hätte genehmigt werden dürfen. Dass die Corona-Inzidenz in Köln seit Mittwoch spürbar in die Höhe geschnellt ist? Nur reiner Zufall?

Aber was ist jetzt die richtige, was die verantwortungsvolle Herangehensweise? 10.000 Zusehende, 15.000, eine Auslastung von einem Drittel, einem Viertel, einem Fünftel? Gar kein Publikum mehr reinlassen? Alle Klubs in Deutschland gleich behandeln, um keinen Fleckenteppich zu knüpfen und Wettbewerbsnachteile zu verhindern, mit 12.000 Fans hier und Geisterspielen in Sachsen oder Bayern dort?

Corona-Restriktionen in der Bundesliga: Die Gefahr lauert nicht im Stadion

Es ist eine verzwickte Lage ohne eine zufriedenstellende Lösung. Die Klubs, die auf ein weitgehend funktionierendes Hygienekonzept inklusive Time-Slots verweisen und darauf, dass Fußballstadien keine Hotspots sind - 3,7 Millionen Fans, zehn positive Fälle -, spüren den ökonomischen Würgegriff, zwei Millionen Euro gehen pro Heimspiel im Schnitt verloren, die finanziellen Einbußen sind seit knapp zwei Jahren exorbitant. Andererseits: Die Gefahr bei Großveranstaltungen lauert bei An- und Abreise, im Aufenthalt in U- und S-Bahnen oder in Logen und anderen Innenräumen, im engen Austausch, selbst 2G-Regeln verlieren angesichts abnehmenden Impfschutzes an Bedeutung.

Flickenteppich: In Sachsen sind wieder die Geister unterwegs.

Volle Stadien wären ein falsches Signal

An einer drastischen Reduktion des Publikums führt kein Weg vorbei. Da mag viel Symbolpolitik dabei sein, auch eine gehörige Prise Populismus, angesichts offener Weihnachtsmärkte und unterschiedlicher Inzidenzen. Am Profifußball mit seinen ganzen Auswüchsen lässt sich manches Mütchen kühlen, er muss manche Fehlentscheidung der Politik ausbaden, keine Frage: Aber sich Menschen, viele Menschen in Arenen versammeln zu lassen, eng an eng, jubelnd, schreiend, singend, ist in der aktuellen angespannten Lage in den Hospitälern eben auch das falsche Zeichen.

Wie so oft müssen nun die Vernünftigen, Verantwortungsbewussten, Solidarischen dafür die Suppe auslöffeln, dass sich weiterhin eine erstaunliche Minderheit weigert, sich impfen zu lassen. Und man auch deshalb diese Pandemie nicht in den Griff bekommt. (Thomas Kilchenstein)

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare