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Es läuft gerade unrund bei Mainz 05: Trainer Bo Svensson.
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Es läuft gerade unrund bei Mainz 05: Trainer Bo Svensson.

Mainz 05

Corona-Ausbruch bei Mainz 05: Trainer Svensson ist genervt

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Obwohl am Freitag bei Mainz 05 alle weiteren PCR-Tests negativ ausfallen, ist der Klub vor dem Spiel gegen RB Leipzig arg gebeutelt. Der Verein hofft, dass ungeimpfte Profis in sich gehen.

Bei Mainz 05 hat man sich akribisch vorbereitet auf das erste Saisonheimspiel am Sonntag (15.30 Uhr) gegen RB Leipzig mit Fans unter den corona-gerechten GGG-Bedingungen. Wer sieben Jahre und älter ist, muss einen Nachweis erbringen, dass er oder sie geimpft, genesen oder getestet ist. Für Samstagnachmittag bietet der Verein deshalb 24 Stunden vorm Anpfiff eigens für Ungeimpfte kostenlose Covid-19-Tests an. Am Spieltag werden schon weit vor der Arena mobile Einsatzteams unterwegs sein, die den GGG-Status überprüfen, um Gewühl an den Eingängen zu vermeiden.

Es könnte alles so entspannt sein vorm Bundesligastart, wenn sich das Virus nicht so unheilvoll in der eigenen Mannschaft und im Staff ausgebreitet hätte. 14 Männer in Quarantäne, darunter elf Spieler. 13 500 Besucher:innen sind am Sonntag von den Behörden zugelassen, 10 000 werden erwartet, noch ist die Arena also nicht annähernd ausverkauft, weshalb Vorstand Christian Heidel über Twitter einen Aufruf an die Fans gestartet hat: „Wir brauchen euch am Sonntag, wir brauchen einen Hexenkessel. Geht Tickets kaufen. Mainz muss zusammenhalten in einer ganz, ganz schwierigen Situation.“

Auch am Freitag gab es keine weiteren positiven PCR-Tests, am Nachmittag um 17 Uhr konnte Trainer Bo Svensson erstmals in dieser Woche ein Mannschaftstraining durchführen. Kein Wunder, dass der Mann schwer genervt ist. „Für mich war diese Woche sehr schwer. Der Nachteil gegen Leipzig ist sehr groß, der ist riesig. Aber die DFL will die Spiele durchziehen, das hat auch Gründe.“ Kommt das einer Wettbewerbsverzerrung gleich? Svensson ist ungewohnt wortkarg: „Laut DFL nicht, das sind die Gesetze.“ Man spürt: Für einen Fußballtrainer sind das Gesetze, die er schwer akzeptieren kann. Der Däne selbst, das wurde jetzt bekannt, hatte sich das Coronavirus schon bei seiner Trainerstation im österreichischen Liefering eingehandelt, wo er bis Dezember Chefcoach war. Mit seinen Mainzer Profis habe er deshalb aber „keine Besprechung gemacht, wie bei mir der Verlauf war“, so Svensson schmallippig.

Die Nullfünfer geben nach wie vor keine Auskunft darüber, wer sich nach Stürmer Karim Onisiwo weiterhin angesteckt hat und welche Spieler und Mitglieder des Trainerteams vom Gesundheitsamt für 14 Tage in häusliche Quarantäne geschickt wurden, weil sie noch nicht geimpft sind. Sportchef Heidel begründete: „Wir haben viele Nachteile am Sonntag, diesen kleinen Vorteil, dass Leipzig noch nicht weiß, wer bei uns fehlt, wollen wir behalten.“

„Die Angst ist da“

Der Vorstand wehrt sich vehement dagegen, nicht ausreichend auf die Spieler eingewirkt zu haben, um sich impfen zu lassen. In jedem Klub gäbe es - wie im Schnitt der Gesellschaft - „eine gewisse Anzahl von Spielern, die sich nicht impfen lassen wollen“. Aus „Angst vor dem Ungewissen“ oder auch aus „Angst davor, dass die Leistungsfähigkeit dadurch eingeschränkt wird“. Es sei jetzt „ganz wichtig, dass die Jungs darüber nachdenken. Ich glaube, dass den Spielern gar nicht bewusst war, dass so ein Fiasko entstehen kann. Wir haben jetzt ein zusätzliches Argument für die Spieler, sich impfen zu lassen.“

Es hätten sich viele Kollegen aus anderen Klubs gemeldet: „Die Angst in der Liga ist da.“ Niemand will so arg getroffen werden, wie es gerade Mainz 05 passiert. Einen Durchgriff auf ihre Arbeitnehmer hätten die Klubs aber nicht, da es keine Impfpflicht gäbe: „Das Beste wäre, wenn sich alle, die Fußball spielen, impfen lassen würden. Am besten alle Menschen.“ Er könne sich vorstellen, so Heidel, dass Klubs künftig bei Neuverpflichtungen den Impfstatus abfragten: „Ich kann mir schwer vorstellen, dass Mainz 05 noch einen Spieler verpflichtet, der nicht geimpft ist.“

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