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Bakery Jatta hat vom HSV volle Rückendeckung. 

DFB-Pokal: Chemnitzer FC gegen HSV

„Ein Junge von uns“: HSV zeigt beim Pokalsieg Solidarität mit Jatta

In Chemnitz zeigen sich Fans, das Team und der Trainer des HSV solidarisch mit Bakery Jatta. Parallel machen sich die CFC-Fans für den entlassenen Daniel Frahn stark.

Bakery Jatta lächelte schüchtern, als vor ihm die Fans aufmunternd applaudierten und hinter ihm seine Mitspieler wie eine Mauer Arm in Arm zusammenstanden. Nach dem Wirbel um seine Identität erfuhr der gambische Profi des Hamburger SV beim knappen 6:5-Pokalsieg im Elfmeterschießen beim Chemnitzer FC eine wohltuende Solidarität vom ganzen Klub. 

„Wer etwas gegen ihn hat, der hat ein Problem mit mir und unseren Fans. Baka ist ein Junge von uns, wir werden immer hinter ihm stehen“, sagte Stürmer Lukas Hinterseer bei Sky. Auch Trainer Dieter Hecking schaltete bei dem Thema, das die Vorbereitung auf das brisante Pokalduell beim Drittliga-Aufsteiger überschattet hatte, in den Verteidigungsmodus: „Ich finde es sehr schade, wenn man so eine Person praktisch durchs Dorf treibt.“ Man werde den 21-Jährigen „nie und nimmer fallen lassen“. 

Der HSV steht zu Bakery Jatta

Ein Bericht der Sport Bild hatte Zweifel an Jattas Identität aufgeworfen, angeblich könnte der Offensivspieler eine Vergangenheit als Bakary Daffeh haben und zweieinhalb Jahre älter sein. Laut des Nachrichtenmagazins Der Spiegel soll der heutige Zweitligist HSV schon vor dem Vertragsabschluss mit Jatta im Jahr 2016 über Zweifel informiert worden sein. Laut Recherchen des Hamburger Abendblatts sei jedoch eine Fälschung des im Januar 2016 neu ausgestellten Reisepasses unwahrscheinlich. 

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sowie das Bezirksamt Hamburg-Mitte haben Ermittlungen aufgenommen. Der HSV wird auch dann zu Jatta stehen, betonte Hecking, „wenn etwas für ihn Negatives“ dabei herauskomme. „Wenn Baka etwas Unrechtes getan hat, dann muss er dafür geradestehen“, sagte der Trainer, der seinen schnellen und dribbelstarken Offensivspieler für einen beherzten 72-Minuten-Auftritt in Chemnitz lobte: „Ich finde, er hat das überragend hinbekommen.“ 

Ex-Chemnitzer Daniel Frahn soll Nähe zu Rechtsextremen haben

Auch die tapfer kämpfenden Chemnitzer hatten die Aufregung der vergangenen Tage gut weggesteckt, obwohl die eigenen Fans nochmal Öl ins Feuer gossen. Vor dem Anpfiff hielten die Ultras Schilder mit der Zahl 11 hoch – der Trikotnummer des entlassenen Daniel Frahn. Bei der Mannschaftsaufstellung wurde der Ex-Kapitän nach jedem Spielernamen lautstark mit „Fußball-Gott“ gehuldigt. 

Lesen Sie hier über rechtsextreme Ausschreitungen in Chemnitz 

Der Torjäger war wegen seiner angeblich zu großen Nähe zur rechtsextremistischen Szene entlassen worden. Diese brisante Personalie, aber auch die finanziell bedrohliche Lage sorgen für eine Zerreißprobe bei den Himmelblauen. 

„Wir sollten aufhören, uns gegenseitig die Köpfe einzuschlagen“, forderte CFC-Trainer David Bergner: „In Chemnitz sind andere Sachen möglich als das, was wir gerade erleben.“ Hecking fühlte mit seinem Trainerkollegen mit, er wünschte ihm und dem Traditionsklub aus dem Osten, „dass man sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren kann: auf den Sport“. Damit meinte Hecking ganz sicher auch die Situation beim Hamburger SV. (sid)

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