FC Bayern

Chefchen darf weitermachen

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Hansi Flick bleibt bis zum Saisonende Trainer des FC Bayern – und vielleicht darüber hinaus.

Was sich seit Wochen angedeutet hatte, ist am Sonntag pünktlich um 12 Uhr ganz offiziell bestätigt worden: Hans-Dieter Flick macht mindestens bis zum Sommer 2020 als Chef-Coach des FC Bayern weiter. „Ein Verbleib von Hansi Flick als Cheftrainer darüber hinaus ist für den FC Bayern ausdrücklich eine gut vorstellbare Option“, heißt es explizit in der Presseerklärung. Mit diesem cleveren Nebensatz verschaffen sich die Bayern-Bosse in der Trainersuche eine Menge Luft und Argumentationsspielraum.

Denn: Ähnlich wie im ersten Halbjahr 2017 – am Ende wurde der damalige Frankfurter Fußballlehrer Niko Kovac präsentiert – gestaltet sich auch die aktuelle Trainersuche kompliziert. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass die Münchner Verantwortlichen nach wie vor einen deutschsprachigen Übungsleiter in der Münchner Coaching Zone sehen wollen und auch potenzielle Kandidaten wie Thomas Tuchel (Paris), Pep Guardiola (Manchester City) und Erik ten Haag (Amsterdam) langfristige Verträge bei ihren Klubs haben.

Ab in die Klinik

Robert Lewandowsk i ist wenige Stunden nach dem Bundesliga-Heimsieg des FC Bayern München gegen den VfL Wolfsburg an der linken Leiste operiert worden. Der Eingriff am Samstagabend ist nach Angaben des deutschen Rekordmeisters „gut verlaufen“. Dem 31 Jahre alten Polen seien „nun ein paar Tage Ruhe verordnet“ worden. Bei optimalem Heilungsverlauf muss Lewandowski rund zehn bis 14 Tage pausieren und kann zum Rückrundenauftakt bei Hertha BSC spielen.

Der Spanier Javi Martinez erlitt am Samstagnachmittag eine Muskelverletzung im Oberschenkel und fällt sechs Wochen aus. dpa/sid

Keine Notnagel-Diskussion

Wenn der neue und alte Trainer beim Rekordmeister ab Sommer 2020 also weiterhin Hansi Flick heißt, können die Bosse stets darauf verweisen, dass für sie eine längerfristige Beschäftigung von Flick bereits im Dezember 2019 ausdrücklich eine gut vorstellbare Option war – und somit sämtliche Notnagel-Diskussionen vom Tisch wischen. Genau damit hatte Kovac vom ersten Tag an als Bayern-Trainer zu kämpfen.

Andererseits: Wenn Flick mit Bayern in dieser Saison erneut das Double holt und international überzeugt, warum sollte man ihm dann wieder einen neuen Cheftrainer vor die Nase setzen? „Der FC Bayern ist mit der Arbeit von Hansi Flick sehr zufrieden. Unter ihm als Cheftrainer ist die sportliche Entwicklung hervorragend, sowohl was die Qualität unseres Spiels als auch die erzielten Ergebnisse betrifft“, wird Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge zitiert. Sportdirektor Hasan Salihamidzic ergänzte: „Dass sich unsere Spieler in den vergangenen Wochen spielerisch und charakterlich so überzeugend präsentiert haben, zeigt, dass wir mit Hansi Flick an der Spitze des Trainerteams auf dem richtigen Weg sind.“

Wer Flick in den vergangenen Wochen erlebt hat, merkte deutlich: Der Weltmeister-Co-Trainer geht in seiner neuen Rolle in der ersten Reihe total auf. Ihm macht es nicht nur Spaß, seine fußballerischen Ideen auf dem Platz zu vermitteln, er hat auch Gefallen daran gefunden, seinen Fußball wöchentlich in der Öffentlichkeit zu erklären. Und: Die Stimmung innerhalb des Vereins ist so gut, wie seit Jupp Heynckes nicht mehr. Das ist auch eine nicht ganz unwesentliche Qualität als Bayern-Trainer.

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