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Soll den Dortmundern Stabilität geben: Mats Hummels.

Mats Hummels

Charmeoffensive bei den Fans

Für Dortmund-Rückkehrer Hummels wird der Supercup gegen die Bayern zum Stimmungstest.

Seine erste Bewährungsprobe hat Mats Hummels bestanden. Als Neuzugang musste er im Trainingslager von Borussia Dortmund in der Schweiz traditionsgemäß seine Gesangskünste zeigen. Bei „Jein“ von Fettes Brot glänzte Hummels zwar nicht so wie als Innenverteidiger auf dem Platz, doch die Mitspieler waren zufrieden und hatten ihren Spaß.

Der viel wichtigere Stimmungstest steht Mats Hummels im Dortmunder Fußballtempel am Samstag im Supercup (20.30 Uhr/ZDF) gegen seinen Ex-Klub Bayern München aber erst noch bevor. Die spannende Frage lautet: Pfiffe oder Beifall – wie werden die BVB-Fans den Rückkehrer Begrüßen?

Sebastian Kehl glaubt die Antwort zu kennen. „Ich gehe fest davon aus, dass Mats nicht mit Pfiffen empfangen wird. Man spürt, dass sich 90 Prozent aller Fans über den Wechsel freuen. Den einen oder anderen wird Mats mit seiner Leistung überzeugen“, sagte der Abteilungsleiter der Lizenzspieler und bezeichnete Hummels „als Baustein, der uns in der letzten Saison gefehlt hat.“

Von 2016 bis 2019 hat Hummels bei den Bayern gespielt, sein Ex-Trainer Niko Kovac freut sich auf das Wiedersehen. „Mats wird sich freuen, seine alten Kollegen wieder zu treffen. Er wird seine Leistung abrufen, er wird uns mit Sicherheit nichts schenken. Er will den Supercup holen wie wir auch. Ich gehe davon aus, dass es ein schönes Treffen wird“, sagte Kovac am Freitag.

Bei seinen neuen Mitspielern wurde der Weltmeister von 2014 nicht nur aufgrund seines musikalischen Beitrags mit offenen Armen empfangen. „Er hat viel Ruhe in seinem Spiel. Das sieht man nicht oft. Er gewinnt fast alle Zweikämpfe und hat mit und ohne Ball viel Selbstvertrauen“, stellte Thomas Delaney vor der Rückreise aus Bad Ragaz fest.

In der Schweiz schwieg der ansonsten so meinungsstarke Hummels gegenüber den Medien, dafür ging er bei den zahlreich mitgereisten Fans in die Offensive. Geduldig schrieb er Autogramme und posierte für Selfies mit den Anhängern. Solche Aktionen erhöhen natürlich seine Sympathiewerte. Als vor drei Jahren sein Wechsel zum großen Rivalen nach München bekannt wurde, entwickelten sich die Heimspiele teils zu einem Spießrutenlauf. Doch die Mehrzahl der BVB-Anhangs dürfte froh sein, dass der Leitwolf wieder da ist.

Die Verantwortlichen sind es jedenfalls. Besonders von der großen Erfahrung des Ex-Nationalspielers, der für einen Sockelbetrag von 31 Millionen Euro vom deutschen Rekordmeister ins Revier zurückgekehrt ist, verspricht man sich viel. Hummels stehe „in erster Linie für sportliche Qualität, aber auch für Führungsqualität“, betonte Sportdirektor Michael Zorc.

Hummels geht bestens vorbereitet in den Kampf um den ersten offiziellen Titel der Saison. Anders als die aktuellen Dortmunder Nationalspieler stieg er bereits Anfang Juli ins Training ein. „Er hat keine Einheit verpasst und sehr gut gearbeitet“, lobte Trainer Lucien Favre. Hummels’ Ehrgeiz war schon in den ersten Wochen spürbar. „Er bringt uns viel Qualität, nicht nur sportlich. Ich denke, er gibt unserem Spiel etwas, was in der vergangenen Saison ein bisschen gefehlt hat“, sagte Kapitän Marco Reus.

Exkollegen in Vorfreude

Kein Wunder also, dass er bei seinen ehemaligen Mitspielern schon vermisst wird. „Mats ist ein wunderbarer Fußballer, der bereits jetzt auf eine große Karriere zurückblicken kann. Er war unglaublich. Wir werden ihn definitiv sehr vermissen, weil er nicht nur ein großartiger Spieler, sondern auch eine Persönlichkeit ist“, sagte Thiago.

Zwischen An- und Abpfiff wollen die Münchner ihrem einstigen Mitspieler die Re-Integration so schwer wie möglich machen. Davor und danach sind aber freundschaftliche Szenen zu erwarten. „Wir freuen uns alle schon, ihn wiederzusehen“, sagte David Alaba. Hummels’ bisheriger Nebenmann in der Bayern-Innenverteidigung Niklas Süle war vor dem Wiedersehen voll des Lobes für den Weltmeister von 2014 und wurde sogar ein wenig pathetisch: „Ich mag ihn ganz gerne und glaube andersrum genauso. Es war für mich eine Riesenehre, mit ihm zusammenzuspielen.“ (dpa/sid)

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