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Marco Reus weiß, dass die Stimmung mit weiteren enttäuschenden Ergebnissen schnell umschlagen kann.

BVB

Rückschlag als Mutmacher

Nach dem Aus in der Königsklasse legt der BVB den Fokus auf die Liga.

Es war eine Mischung aus Enttäuschung und Verwunderung, die sich in den Gesichtern der Profis von Borussia Dortmund nach dem Scheitern im Achtelfinale der Champions League gegen Tottenham Hotspur widerspiegelte, als die Mannschaft nach der 0:1 (0:0)-Niederlage geschlossen Richtung Südtribüne marschierte. Sie wurde von den Anhängern gefeiert.

Eine beeindruckende erste Hälfte reichte den Dortmundern nicht, um nach der 0:3-Hinspielpleite in London das Unmögliche möglich zu machen. Der BVB ließ trotz drückender Überlegenheit beste Chancen liegen. Umso bitterer war jene 49. Minute, als Tottenhams Harry Kane mit dem 1:0 den Schwarz-Gelben die letzte Energie raubte. Nach dem Aus im Pokal und dem K.o. in der Champions League können sich die Dortmunder jetzt ganz auf den Meisterschaftszweikampf mit den Münchner Bayern konzentrieren. Die Titelhoffnung auf der Südtribüne ist jedenfalls groß.„Deutscher Meister wird nur der BVB“, hallte es nach dem Schlusspfiff von den Rängen. Eine Geste, für die sich Michael Zorc beim Anhang bedankte: „Das gibt uns Kraft für die nächsten Wochen“, beteuerte der Sportdirektor. Nach den enttäuschenden Bundesliga-Ergebnissen der vergangenen Spieltage, mit denen ein deutlicher Vorsprung auf die Bayern verspielt wurde, keine Selbstverständlichkeit.

Auch Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung, hatte vor allem in der ersten Hälfte jene Leidenschaft und Intensität gesehen, die im Liga-Endspurt benötigt wird. „Das ist die Benchmark, die wir auch in den kommenden Wochen sehen wollen“, so Kehl. Dass es angesichts der Abschlussschwächen nicht zur Wende gegen Tottenham reichte, wollten zumindest die Dortmunder Spieler möglichst schnell abhaken. „Natürlich war die Enttäuschung riesengroß“, sagte Marco Reus nach der Partie gegen die Spurs, „aber was die Fans gemacht haben, war Weltklasse“. Der Kapitän wollte auf die Gründe für das Scheitern gar nicht mehr näher eingehen. „Wir sollten nicht lamentieren. Wir müssen jetzt liefern und möglichst schon am Samstag im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart den Turnaround schaffen.“

Noch ist das Verhältnis zwischen Mannschaft und Fans in Ordnung, doch auch Reus weiß, dass die Stimmung mit weiteren enttäuschenden Ergebnissen schnell umschlagen kann. „Wir wissen, dass der Kredit der Fans nicht lange anhält“, sagte Reus, während Zorc hofft, dass die Leistung aus der ersten Hälfte und der Schulterschluss mit den Fans dem Team noch einmal „einen Push in der Meisterschaft“ gebe. Von Peter Schwennecker

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