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Chef der Uefa: Aleksander Ceferin. Foto: dpa
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Chef der Uefa: Aleksander Ceferin.

Kommentar

Champions-League-Reform: Geld ist wichtiger

  • Jörg Hanau
    vonJörg Hanau
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Die Uefa möchte die Champions League weiter aufpumpen – und die meisten Topvereine finden das ziemlich gut. Ein Kommentar.

Die guten alten Zeiten, ja, sie sind schon lange vorbei. Die Älteren unter uns werden sich noch an die angegrauten Formate erinnern: Europapokal der Landesmeister, Europapokal der Pokalsieger, da ging es noch wirklich meisterlich zu. Echte Champions spielten auf der kontinentalen Bühne gegeneinander. Selbst der zum Strohhalmcup abqualifizierte Uefa-Pokal fand seine Liebhaber. Überschaubare Formate, die den europäischen Fußball in den Mittelpunkt rückten. Und damit auch seine Fans.

Für viele Fußball-Romantiker bedeutete die Einführung der Champions League vor knapp 30 Jahren den Anfang vom Ende - nicht des Fußballs, der rollt noch immer. Die fortschreitende Entfremdung zwischen den Klubs und den Menschen, die ihn letztlich groß gemacht haben, wird aber immer größer. Der Fußball-Adel entfremdet sich, auch vor dem Kerngeschäft in den nationalen Ligen. Die Schere zwischen immer reicher werdenden Topklubs der Königsklasse und den Normalos des Fußballs, sie klafft immer weiter auseinander.

Das alles ist nicht wirklich neu und an dieser Stelle oft beklagt. Dass es im Profifußball nur noch ums Geld geht, natürlich, es ist eine Binse.

Mitten in der dritten Welle der Corona-Pandemie diskutiert heute das Exekutivkomitee der Uefa über die Reform der Champions League. Sie könnte den heutigen Rahmenterminkalender ab der Saison 2024/25 aus seinen Angeln heben. Noch mehr Teilnehmer (36 statt 32), bis zu zehn Vorrundenspieltage statt wie bisher sechs - sowie rund 100 Champions-League-Spiele mehr im sogenannten „Schweizer Modell“. In drei Wochen, heißt es, soll das Ganze dann offiziell beschlossen werden. Widerspruch? Nicht zu erwarten.

Die leise Hoffnung, der Virus und seine Folgen für den vielerorts in Schieflage geratenen Profifußball, würde zu einem Umdenken führen, er wird von oberster Stelle mit Füßen getreten. Von wegen Demut, von wegen zurück zu den Wurzeln. Von wegen Solidarität.

Die europäischen Topklubs dürsten vielmehr nach millionenschweren Sicherheiten. Und sie werden diese auch bekommen: Dem Fußball-Establishment wird der Startplatz in der neuen Eliteklasse quasi garantiert. Sollte einer der Granden mal national schwächeln, ist er dennoch in der neuen Champions League eine feste Größe. Das hören die Bosse in München oder Madrid, Manchester oder Mailand natürlich gerne. Man bleibt unter sich. Die Champions League als geschlossene Gesellschaft. Mit eigenen Regeln und klarem Auftrag: Geld ist wichtiger als der Fußball!

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