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Stürmer bei Borussia Mönchengladbach: Breel Embolo.
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Stürmer bei Borussia Mönchengladbach: Breel Embolo.

Vorbildfunktion

Causa Embolo: Ein schmaler Grat

Fußballprofis sollten sich gerade in Corona-Zeiten keine Fehler abseits des Feldes erlauben, wie nicht zuletzt auch die Causa um den Gladbacher Breel Embolo zeigt. Ein Kommentar.

Vorweg: Die Sozialen Medien taugen nicht als Filterblase der öffentlichen Meinung. Gleichwohl spiegeln die Reaktionen zur Erklärung von Breel Emobolo bezüglich dessen angeblichen Partybesuchs wider, wie emotional es zugeht, wenn Fußballprofis ihre Privilegien womöglich missbrauchen. In einer Phase, in der der Bevölkerung die nächste Verschärfung des Lockdowns überbracht wird, schlägt die Empörung auf der einen Seite hohe Wellen. Auf der anderen Seite wollen es viele auch mit der Entschuldigung eines 23-Jährigen bewenden lassen. Es macht allerdings einen großen Unterschied, ob der bislang nicht als Skandalnudel auffällige Stürmer von Borussia Mönchengladbach wirklich an einer großen Zusammenkunft mit leicht bekleideten Frauen teilgenommen hat oder nur bei einem Freund in einer Wohnung in der Nähe war. Zuerst gilt die Unschuldsvermutung.

Unabhängig von der Klärung des Sachverhalts wird überdeutlich, auf welch schmalem Grat die Kicker-Prominenz wandelt. Normalbürger sind seit Wochen in elementaren Freiheitsrechten eingeschränkt, Kinder dürfen nicht mal in kleinen Gruppen auf den Bolzplatz, während stundenlang im Fernseher Livesport läuft, wo es selbstredend möglich ist, sich ohne Abstand und Maske anzufassen oder auch zu freuen.

Diesen offensichtlichen Widerspruch hatte die Fußball-Bundesliga als erste Profiliga weitgehend überzeugend aufgelöst durch ein funktionierendes Hygienekonzept und strenge Einhaltung der aufgestellten Regeln. Kurz vor dem Re-Start im vergangenen Jahr sorgte ein Video von Salomon Kalou (Hertha BSC) mit einer sehr laxen Haltung zur Corona-Problematik erst für Entsetzen, dann für eine Schärfung der Sinne. Offenbar in weiser Vorsehung hat der Chef der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Christian Seifert, nun gerade alle Vereine, Spieler und Betreuer erinnert, das eigene Handeln stetig zu überprüfen.

Niemand sollte erwarten, dass sich rund 500 junge Männer der Bundesliga ausdauernd fehlerfrei verhalten. Jeder einzelne sollte sich aber einmal mehr bewusst machen, was ein grober Verstoß anrichtet. Wenn nämlich die Politik dem Profifußball deswegen den Stecker zieht, haben nicht nur die Spieler ausgetanzt. Dann reißt es rasch die ersten Vereine in den Abgrund. Und nebenbei fehlt den immer noch zahlreichen Fans der schönsten Nebensache der Welt eine Ablenkung, um irgendwie diese schwere Zeit zu überstehen. Das darf es nicht wert sein.

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