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Besser als Sepp Maier, in allen Belangen – zumindest in den Augen junger Werder-Fans: der alte Torwart Dieter Burdenski.
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Besser als Sepp Maier, in allen Belangen – zumindest in den Augen junger Werder-Fans: der alte Torwart Dieter Burdenski.

Kolumne

Burdenski war klar besser!

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der „Kicker“ hat seine Rangliste des deutschen Fußballs erscheinen lassen. Das weckt Erinnerungen, und nicht nur glückliche. Die Kolumne „Einwurf“.

Noch rechtzeitig vor Jahresultimo ist sie da, dem „Kicker“ sei dank: die Rangliste des deutschen Fußballs! Was unsereiner seit dem neunten oder zehnten Lebensjahr ganze Nächte lang getan hat, darf er nun tagsüber während der Arbeitszeit verrichten: die Einordnungen der gestrengen „Kicker“-Redakteure auf ihre Rechtmäßigkeit prüfen.

Damals, als ich noch klein war, fehlte das Taschengeld, um mir den „Kicker“ jede Woche zweimal zu kaufen. Aber für die Hefte mit der Rangliste im Winter nach der Hinrunde und im Sommer nach Saisonschluss hat mir meine Oma stets genug Geld zugesteckt, damit ich die Bewertungen studieren konnte. Und regelmäßig enttäuscht war, weil es wieder so wenige Werder-Spieler in die Rangliste geschafft hatten und Torwart Dieter Burdenski schon wieder hinter Sepp Maier von Bayern München eingestuft worden war. Maier einsam Weltklasse, Burdenski noch hinter Kargus, Franke und Nigbur. Unfair! Daran änderten auch meine Beschwerde-Leserbriefe nichts: „Burdenski war nicht nur auf der Linie klar besser als Maier und hat den Abstieg allein verhindert.“

Die Schreiben wurden zu meiner abermaligen Enttäuschung nie gedruckt (ich habe im Edeka-Markt noch wochenlang heimlich nachgeschaut). Die Ignoranz der Redaktion war nachvollziehbar, wie ich mittlerweile weiß, denn die Motivation meiner Zusendungen ergab sich vornehmlich aus landsmannschaftlicher Verbundenheit und hielt der streng objektiven Musterung der „Kicker“-Experten natürlich keineswegs stand,

Schauen wir nun gemeinsam in die aktuellen Ranglisten (dankenswerterweise hat der „Kicker“ vor vielen, vielen Jahren auch die zweite Liga mit in die Bewertung hineingenommen, sodass weiter hinten nach wie vor einzelne Werder-Spieler zu finden sind). Ganz nach vorn, in die Weltklasse, schafften es in dieser Vorrunde lediglich drei Spieler: Thomas Müller, Robert Lewandowski und Erling Haaland. Die Fachleute vom „Kicker“ urteilen ebenso nüchtern wie richtig, die Bundesliga stagniere „bestenfalls auf eher mäßigem Niveau“. Neun Bayern in den beiden Top-Kategorien Weltklasse und Internationale Klasse, aber nur 15 weitere Profis aus 17 Klubs besser als „Nationale Klasse“.

Es ist ein ernüchterndes Abbild der Realität im deutschen Spitzenfußball. „Der Qualitätsabfall der Bundesliga“ spiegele sich wider, so die „Kicker“-Reporter, die in ihren stundenlangen Sitzungen auch gern mal ungnädig werden können, was für ihre journalistische Unabhängigkeit spricht. Keeper Koen Casteels vom VfL Wolfsburg, im Sommer noch Internationale Klasse, jetzt ganz raus. Willi Orban aus Leipzig nicht mehr dabei, Raphael Guerreiro vom BVB von Platz eins seiner Außenverteidigerposition auf null, Emre Can, Maxi Arnold, Lars Stindl, Dani Omo, André Silva, Wout Weghorst: sämtlichst rausgefallen. Allesamt nicht gut genug für die „Rangliste des deutschen Fußballs“, erstes Halbjahr, Saison 2021/22.

Unschön, aber kein Grund, einen Leserbrief zu schreiben.

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